mini|hochkant|Thieß Brammer bei der Premiere der Uraufführung „Mutter.Liebe“ von Susanne Heinrich (2024) am Theater Freiburg Thieß Brammer (* 20. Juli 1990 in Berlin-Kreuzberg) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben und Ausbildung Thieß Brammer wurde im Jahr 1990 in Berlin-Kreuzberg geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in einem Dorf in Schleswig-Holstein. Bereits während seiner Schulzeit im Alter von 14 Jahren entdeckte Brammer seine Leidenschaft für Schauspiel im Theaterjugendclub des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters.

Im Alter von 18 Jahren hatte er seine erste Kinorolle in Dorfpunks (2009). Nach dem Schulabschluss 2011 studierte er an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, wo er 2015 seinen Abschluss machte. Brammer absolvierte seine Schauspielausbildung im selbigen Jahrgang wie Anton von Lucke, Gabriel Schneider, Deleila Piasko, Nils Strunk, oder Moritz Kienemann. Bereits während seines Studiums trat er in verschiedenen Theaterproduktionen auf, darunter in Titus Andronicus von William Shakespeare an der Volksbühne Berlin.

Karriere

Nach seinem Studium wurde Thieß Brammer Ensemblemitglied am Theater Oberhausen. Es folgten Produktionen wie GB84 unter Peter Carp, für die Brammer in der Rolle des Bergarbeiters Martin den Oberhausener Jurytheaterpreis erhielt. Als Peter Carp 2017 die künstlerische Leitung des Theater Freiburgs übernahm, folgte er ihm und wurde Mitglied des Freiburger Ensembles, in dem er bis zum Ende der Spielzeit 2025 wirkte. Dort folgten Gastspiele in Polen und der Schweiz. In Eike Weinreichs kritischer Komödie UnRuhezeiten übernahm Brammer die Hauptrolle.

Brammer in der Rolle als Faust von Johann Wolfgang von Goethe wurde während der COVID-19-Pandemie in der Virtual Reality-Inszenierung von Krzysztof Garbaczewski beim SEGA Film Festival in New York gezeigt. 2024 spielte er in der Uraufführung von Der große Gopnik von Victor Jerofejew. In diesem Stück übernahm er die Hauptrolle. Seit Dezember 2024 übernahm er in einem weiteren Klassiker der Literatur die Hauptrolle. In Franz Kafkas Der Prozess spielte Brammer die Rolle des Josef K. unter der Regie von Amir-Reza Koohestani.

Im Laufe seiner Karriere arbeitete er unter Regisseuren wie Ewelina Marciniak, Amir-Reza Koohestani, Susanne Heinrich, Lydia Bunk, Erna Ómarsdóttir, Christina Tscharyiski, Lily Sykes und Johannes Lepper. Im April 2025 feiert Thieß Brammer Premiere mit Rauflust oder Fifty Shades of Green unter der Regie und Stückentwicklung von Herbert Fritsch.

Für seine schauspielerische Darstellung der Titelrolle Parzival in der gleichnamigen Eröffnungsproduktion der 75. Bad Hersfelder Festspiele Parzival oder die Suche nach dem heiligen Gral gewann er den Großen Hersfeldpreis 2026.

Privatleben Thieß Brammer lebt mit seiner Partnerin in Freiburg im Breisgau.

Filmografie (Auswahl) 2008: Dorfpunks, Regie: Lars Jessen 2016: Von komischen Vögeln, Regie: Eike Weinreich 2017: UnRuhezeiten, Regie: Eike Weinreich 2021: Schwerelos, Regie: Eike Weinreich 2022: Cudowne życie, Regie: Błażej Grzechnik 2025: The Course of Empire, Regie: Micha Strecker

Theater (Auswahl) 2013: Titus Andronicus, Regie: Sebastian Klink, Volksbühne Berlin 2015: Gefährliche Liebschaften, Bearbeitung für das Theater, Regie: Lily Sykes, Theater Oberhausen 2016: GB84, Regie: Peter Carp, Theater Oberhausen 2017: Ein Sommernachtstraum, Regie: Ewelina Marciniak, Theater Freiburg 2018: Die Bartholomäusnacht, Bearbeitung für das Theater, Regie: Ewelina Marciniak, Theater Freiburg 2019: Kasimir und Karoline, Regie: Christina Tscharyiski, Theater Freiburg 2020: Das kalte Herz, Bearbeitung für das Theater, Regie: Michael Schachermaier, Theater Freiburg 2020: Der Widerspenstigen Zähmung, Regie: Ewelina Marciniak, Theater Freiburg 2021: Orpheus und Eurydike, Regie: Erna Ómarsdóttir, Theater Freiburg 2022: Faust I und II, Regie: Krzysztof Garbaczewski, Theater Freiburg und SEGA Filmfestival New York 2023: Das Wintermärchen, Regie: Yair Sherman, Theater Freiburg 2024: Mutter.Liebe, Regie: Susanne Heinrich, Theater Freiburg 2024: Der große Gopnik, Regie: Eike Weinreich, Theater Freiburg 2024: Die Familie Schroffenstein, Regie: Johannes Lepper, Theater Freiburg 2024: Peer Gynt, Regie: Yair Sherman, Theater Freiburg 2025: Der Prozess, Regie: Amir Reza Koohestani, Theater Freiburg 2025: Die Erwartung, Regie: Peter Carp, Theater Freiburg 2025: Rauflust oder Fifty Shades of Green, Regie: Herbert Fritsch, Theater Freiburg 2025: Macbeth, Regie: Johannes Lepper, Vorarlberger Landestheater Bregenz 2026: Parzival, Regie: Michael Schachermaier, Bad Hersfelder Festspiele

Auszeichnungen 2017: Jurytheaterpreis Theater Oberhausen 2026: Großer Hersfeldpreis der Stadt Bad Hersfeld für seine Titelrolle des "Parzival" bei den Bad Hersfelder FestspielenPreise bei den Bad Hersfelder Festspielen 2026, nachtkritik.de vom 13. Juli 2026, abgerufen am 14. Juli 2026

Weblinks

Thieß Brammer bei castforward.de

Thieß Brammer bei Theater Freiburg

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Freiburg im Breisgau) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1990 Kategorie:Mann