Opalino (deutsch Oppalin, früher Opalin) ist ein Dorf im Verwaltungsbezirk Landgemeinde Gniewino in der polnischen Woiwodschaft Pommern und gehört zum Powiat Wejherowski.
Geographische Lage Das Dorf liegt in der Nähe der früheren Grenze zwischen Hinterpommern und Westpreußen, südlich der Einmündung des Piasnitzbachs in den Zarnowitzer See, etwa 33 Kilometer nordöstlich von Lębork, 17 Kilometer nordwestlich von Wejherowo und sechs Kilometer ostsüdöstlich des Dorfs Gniewino.
Geschichte Zur Zeit des Deutschen Ordens gehörte Oppalin zu den Panendörfern des Putziger Landes mit polnischem Recht.Franz Schultz: Geschichte der Kreise Neustadt und Putzig. Danzig 1907, S. 486. (Digitalisat) Im Jahr 1425 belohnt der Komtur zu Danzig Conrad von Baldersheim den um den Orden verdienten Verwalter Matzke Floder durch Verleihung des Gutes Oppalin zu kulmischem Recht.Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreussen. Danzig 1872, S. 64. (Digitalisat) 1590 besaß ein Mitglied der Familie Kolkow einen Anteil von Opalino, und 1642 sind die Kolkows und die Chinowskis in Opalina erbberechtigt. 1776 bestand das Dorf aus sechs Adelsanteilen, 1789 nur noch aus vier mit insgesamt 12 Feuerstellen (Haushaltungen);Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement. S. 156. (Digitalisat) unter dem Besitzer von Rybinski wurde es später in einer Hand vereinigt. Anschließend folgte im Besitz die Familie von Zanthier, 1836 dann die Familie Strehlke, die mit Ernst Strehlke noch 1903 hier vertreten war.Paul Niekammer: Westpreussisches Güter-Adressbuch, Niekammer, Stettin 1903, S. 52–53. (Digitalisat)
Im Jahr 1865 betrug die Grundsteuer für den Gutsbezirk Oppalin 109 Reichstaler, zehn Silbergroschen und neun Pfennige.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Danzig, Jahrgang 1865, Extra-Amtsblatt vom 7. Januar 1865, S. 26 (Digitalisat) Um 1905 hatte der Gutsbezirk 67 deutsche und 34 polnische Einwohner.
Als nach dem Ersten Weltkrieg der Versailler Vertrag die Verlegung des Polnischen Korridors durch das Reichsgebiet vorsah, wurde Oppalin aus dem Kreis Neustadt in Westpreußen am 2. August 1919 in den Kreis Lauenburg in Pommern eingegliedert.Rolf Jehke-Herdecke (Hrsg.): Amtsbezirk Kolkau (Territorial.de).
Am 1. April 1927 hatte das Gut Oppalin eine Flächengröße von 642 Hektar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk Oppalin 164 Einwohner. Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirks Oppalin aus dem Amtsbezirk Rieben in die Landgemeinde Rauschendorf eingegliedert. 1939 wurde das Gut weiterhin mit 428 ha beziffert, Gutsherrin war Adelheid Margull.H. Seeliger (Hrsg.): Landwirtschaftliches Adreßbuch der Provinz Pommern. 1939. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band I, 9. Auflage, Selbstverlag von Niekammer's Adreßbüchern G.m.b.H. Leipzig 1939, S. 317.
Bis 1945 bildete Oppalin eine Wohnstätte in der Landgemeinde Rauschendorf im Landkreis Lauenburg in Pommern im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern im Deutschen Reich. Rauschendorf war dem Amtsbezirk Kolkau zugeordnet.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte Anfang März 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde der Kreis Lauenburg von der Sowjetunion zusammen mit ganz Hinterpommern der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Anschließend begann die Zuwanderung polnischer Zivilisten, von denen die deutschen Dorfbewohner aus ihren Häusern und Gehöften gedrängt wurden. Oppalin wurde zu Opalino polonisiert. In der darauf folgenden Zeit wurden die einheimischen Dorfbewohner von der polnischen Administration aus Oppalin vertrieben.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1818 86 Dorf, adlige Besitzung;Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 3: Kr–O, Halle 1822, S. 317, Ziffer 587 (Google Books). davon 63 Lutheraner und 23 KatholikenDanziger Regierungs-Departement, Verzeichniß der in den einzelnen Kreisen befindlichen Ortschaften, veröffentlicht ca. 1820 (enthält statistische Angaben von 1818), S. 172–173, Ziffer 194. (Digitalisat) 1852 164 DorfKraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Decker sen., Berlin 1856, S. 443. (Digitalisat) 1864 188 am 3. Dezember, GutsbezirkPreußisches Finanzministerium: Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Danzig. Danzig 1867, Abschnitt 7. Kreis Neustadt in Westpreußen, S. 18–25, Ziffer 120. (Digitalisat) 1867 178 am 3. Dezember, Gutsbezirk 1871 150 am 1. Dezember, Gutsbezirk, davon 100 Evangelische und 50 Katholiken Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt, Berlin 1874. Abschnitt VIII. Kreis Neustadt in Westpreußen, S. 394–395, Ziffer 155. (Digitalisat) 1910 153 am 1. Dezember, Gutsbezirk 1925 164 am 16. JuniKurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke. In: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 398. (Digitalisat)
Kirche Kirchspiel bis 1945 Die vor 1945 hier lebenden Dorfbewohner gehörten mehrheitlich der evangelischen Konfession an. Die evangelischen Einwohner von Oppalin gehörten zum evangelischen Kirchspiel in Gnewin.
Das katholische Kirchspiel war in Wierschutzin.
Polnisches Kirchspiel seit 1945 Die seit 1945 anwesenden polnischen Einwohner sind überwiegend katholisch.
Hier lebende evangelische Polen sind dem weit entfernten Pfarramt der Kreuzkirchengemeinde in Słupsk in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet, deren nächstgelegene Predigtstätte in Lębork ist.
Literatur Rg Oppalin, Rauschendorf, In: H. Seeliger (Hrsg.): Landwirtschaftliches Adreßbuch der Provinz Pommern. 1939. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band I, 9. Auflage, Selbstverlag von Niekammer's Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1939, S. 317. Oppalin, Rittergut, Kreis Neustadt Westpr., Regierungsbezirk Danzig, Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon. (Mit historischer Landkarte der Umgebung von Oppalin). Ausgabe 1912. (Digitalisat) Franz Schultz: Geschichte der Kreise Neustadt und Putzig. Danzig 1907, S. 486. (Digitalisat) Paul Niekammer: Westpreussisches Güter-Adressbuch. 1903. Selbstverlag Niekammer (Friedrich Nagel), Stettin 1903, S. 52–53. (Digitalisat) Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreussen. Danzig 1872. (Digitalisat)
Weblinks Amtsbezirk Kolkau/Kreis Lauenburg in Pommern (Territorial.de). Amtsbezirk Rieben (Territorial.de). (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011.)
Fußnoten
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Gmina Gniewino