mini|Blick aus der Luft über den Sieverner See hinweg auf Sievern
Sievern () ist eine Ortschaft in der Stadt Geestland im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.
Geografie Lage Das an der Landesstraße 135 gelegene Dorf liegt nördlich vom Stadtteil Langen.
Nachbarorte
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Geschichte Frühgeschichte In Sievern lässt sich eine frühere Besiedlung der Gegend seit ungefähr 3000 vor Chr. nachweisen.
Funde, darunter vier Goldhorte (Goldbrakteaten), und eine für den norddeutsch-südskandinavischen Raum einzigartige Konzentration befestigter Siedlungen aus der späten Vorrömischen Eisenzeit, der römischen Kaiserzeit, der Völkerwanderungszeit sowie des frühen Mittelalters zeigen, dass im Raum Sievern während des 1. Jahrtausends n. Chr. ein Zentrum bestanden hat, das den politischen, wirtschaftlichen und kultischen Mittelpunkt für das Elbe-Weser-Dreiecks darstellte. Sievern weist deutlich Parallelen zu den in den vergangenen Jahrzehnten in Südskandinavien erforschten Zentralplätzen oder Reichtumszentren wie Gudme (DK), Sorte Muld (DK) und Uppåkra (S) (neuerdings auch Füsing an der Schlei) auf.
Geschichte bis heute Sievern wurde 1139 erstmals in einer Urkunde des Bremer Erzbischofs Adalbero erwähnt.
Sievern im Kirchspiel Debstedt gehörte früher zur Börde Debstedt und um 1768 bis 1852 zum Amt Bederkesa. 1840 bekam das Dorf den Status einer Landgemeinde. Die Zugehörigkeit der Gemeinde änderte sich später zum Amt Lehe (1852–1885), Kreis Lehe (1885–1932), Landkreis Wesermünde (1932–1977) beziehungsweise Landkreis Cuxhaven. Das Dorf Sievern brannte 1857 fast vollständig ab. Der Wiederaufbau geschah planmäßig entlang der Straße Schlipp und der Langen Straße mit giebelständigen Backsteinbauten.
1942 fand ein Bauer beim Torfstechen nahe der Heidenschanze zwölf Goldbrakteaten aus dem späten 5. und frühen 6. Jahrhundert.
Das Dorf mit dem Wochenendgebiet Sieverner See, den Attraktionen am Vorgeschichtswanderweg und der Lage am Alten Postweg ist auch ein Ferienort.
Seit 2003 wird der Ort über das VBN-Sammeltaxi angebunden.Siehe Artikel der Nordsee-Zeitung vom 29. August 2003
Eingemeindungen Sievern schloss sich der Samtgemeinde Langen von 1971 bis 1974 als Mitgliedsgemeinde an.
Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen vom 1. März 1974 gehörte Sievern zur Gemeinde Langen.
Am 1. Januar 2015 wurde Langen in die Stadt Geestland eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1910 1925 1933 1939 1950 1956 1973 20172023 Einwohner 625 681 703 746 1136 943 982 1631 ¹1700 Quelle ¹ laut Infobox
Politik Ortsrat Der Ortsrat von Sievern setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.Aus den Ergebnissen der vergangenen Ortsratswahlen ergaben sich folgende Sitzverteilungen: WahljahrSLCDUBFGSPDEinzelGesamt20217 – – – –7 Sitze2016 –13127 Sitze__________________________SL: Sieverner ListeBFG: Bürgerfraktion – WG Stadt Geestland Ortsbürgermeister Der Ortsbürgermeister von Sievern ist Reiner Feldmann (CDU). Sein Stellvertreter ist Frank Kunkel (Bürgerfraktion, WG in Geestland).
Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Sievern stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Bülzenbett bei Sievern, Großsteingrab der Trichterbecherkultur Baudenkmale
Wohn- und Wirtschaftsgebäude Lange Straße 11 im Kern von um 1692, 1850 und um 1857 erneuert Wohn- und Wirtschaftsgebäude Lange Straße 13 von um 1860 Wohn- und Wirtschaftsgebäude Schlipp 8 von 1857
Naturdenkmal Die Pipinsburg erhebt sich am Sieverner Auetal als ein mächtiger Rundwall. Diese Burg ist während des Normanneneinfalls entstanden. Das genaue Alter ist unbekannt. In der Nähe befinden sich mit Bülzenbett und Heidenschanze bei Sievern (Grabhügel) weitere Kultstätten.
Museum Das John-Wagener-Haus, Lange Straße 11, befindet sich im Privatbesitz.
Sportvereine Der TSV Sievern von 1911 e. V. bietet an: Yoga, Badminton, Fußball, Turnen/Bokwa/Zumba, Schwimmen und Tischtennis. Die 1. Herren-Fußballmannschaft war bis 2002 in der Niedersachsenliga vertreten, der höchsten Spielklasse in Niedersachsen. Im Jugendfußball gibt es eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Holßel und dem TSV Neuenwalde. In jeder Altersklasse existiert mindestens eine Mannschaft.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter des Ortes
John-Andreas Wagener, auch John Wagener (1816–1876), Amerika-Auswanderer, General der Konföderierten Staaten von Amerika, ab 1871 Bürgermeister von Charleston (South Carolina), er verhalf deutschen Einwanderern in Charleston durch erschaffen zahlreicher Vereine, der Herausgabe einer deutschen Zeitung, durch den Bau einer deutschen Kirche mit Schule und durch den Erwerb von fruchtbaren Farmlandes sich zu einer Gemeinschaft zusammenzuschließen, nach ihm wurde 1994 das neue Heimatmuseum John-Wagener-Haus benannt Wilhelm F. Huck, auch William Huck (1899–1983), Amerika-Auswanderer, Schiffbauer, Vize-Präsident für Maschinenbau in den USA, er wurde auf dem Sieverner Friedhof beigesetzt
Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen
Johann Jakob Hoops (1840–1916), Bremer Pädagoge, mit nur 14 Jahren war er Gehilfslehrer in Sievern Hans Gummel (1891–1962), Prähistoriker und Museumsleiter, der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit lag in der Geschichte der Altertumsforschung, er publizierte unter anderem zu den Goldbrakteaten von Sievern Friedrich Huck (* 1936), Elektrotechniker, NASA-Mitarbeiter, er war u. a. für potenzielle Apollo-Landungsstellen auf dem Mond verantwortlich, er wuchs in Sievern auf
Sagen und Legenden Die Hexe von Sievern Der Blaue Mann im Maisfeld
Literatur zur Frühgeschichte
Weblinks
Internetauftritt der Ortschaft Sievern auf der Seite der Stadt Geestland Internetauftritt des Ferienortes Sievern
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Cuxhaven Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Cuxhaven) Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Ortschaft von Geestland Kategorie:Ersterwähnung 1139