Irina Igorewna Gubanowa (; * 3. März 1940 in Leningrad; † 15. April 2000 in Moskau) war eine sowjetische bzw. russische Schauspielerin und Synchronsprecherin.
Leben und Leistungen
Gubanowa entstammte einer Angestelltenfamilie, ihre Eltern waren Antonina Sergejewna Minajewa (1913–2004) und Igor Wiktorowitsch Gubanow (* 1913). Während des Deutsch-Sowjetischen Krieges wurde die Familie nach Orsk evakuiert. Der Vater verließ Frau und Tochter, als Irina Gubanowa sieben Jahre alt war.
Von 1949 bis 1958 besuchte sie das Choreografische Institut Leningrad und gab gegen Ende ihrer Ausbildung auch erste Filmrollen in Кочубей (Kotschubej) und Несчастливое число (Nestschastliwoje tschislo, je 1958). In dieser Zeit lernte sie den Darsteller Sergei Gurso (1926–1974) kennen, der ihr Ehemann wurde. 1959 wurde ihre Tochter Anna geboren († 2007). Das Paar trennte sich später.
Gubanowa wurde nach der Ausbildung vom Lenfilmstudio verpflichtet und trat parallel am Leningrader Theater der Kinodarsteller auf. 1978 wechselte sie infolge ihrer Ehe mit dem Kulturfunktionär Alexander Charitonowitsch Arschanski (1928–2003) nach Moskau.
Im Jahr 1963 gab sie in dem Melodrama Первый троллейбус (Perwy trolleibus), das vom Odessaer Filmstudio produziert wurde, ihre erste Hauptrolle. Dieser sollten bis 1981 noch fünf weitere folgen. Bis Anfang der 1990er Jahre trat Gubanowa, obwohl sie nie eine Schauspielschule absolviert hatte, regelmäßig in Kino- und Fernsehproduktionen auf. Im deutschsprachigen Raum war die dunkelhaarige Minin u. a. in Die Schneekönigin zu sehen, wo ihre Rolle von Ursula Staack gesprochen wurde. Außerdem wirkte Gubanowa an den russischsprachigen Fassungen zahlreicher Filme aus dem Ausland sowie den Unionsrepubliken mit.
Sie starb 60-jährig an Krebs und wurde auf dem Serafimowskoje-Friedhof in ihrer Geburtsstadt beigesetzt.
Filmografie (Auswahl) Schauspielerin 1962: Der Sonne nach (Tschelowek idjot sa solnzem) 1962: 713 erbittet Landeerlaubnis (713 prosit posadku) 1963: Fahrt ohne Fracht (Poroschni reis) 1966: Krieg und Frieden (Woina i mir) 1967: Die Schneekönigin (Sneschnaja korolewa) 1969: Snegurotschka 1970: Hauptrolle für eine Unbekannte (Natschalo) 1970: Liebesträume (Szerelmi álmok - Liszt) 1974: Zement 1977: Stepans Vermächtnis (Stepanowa pamjatka) 1981: Die Frau in Weiß (Schenschtschina w belom) 1982: Das achte Weltwunder (Wosmoje tschudo sweta) 1982: Ein Privatleben (Tschastnaja schisn) 1985: Schlacht um Moskau (Bitwa sa Moskwu) 1986/89: Фитиль (Fitil) (Fernsehreihe, drei Folgen)
Synchronsprecherin 1968: Mord am Montag – für Barbara Brylska 1977: Krieg der Sterne 1978: Der Querkopf – für Annie Girardot 1979: Der Windhund – für Juliette Mills 1980: Death Watch – Der gekaufte Tod – für Romy Schneider 1981: Die Geliebte des französischen Leutnants – für Meryl Streep 1982: Murder Is Easy – für Lesley-Anne Down, Olivia de Havilland und Helen Hayes 1982: Gandhi 1984: Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten – für Holland Taylor 1986: Lady Jane – Königin für neun Tage – für Jane Lapotaire 1987: Angel Heart – für Charlotte Rampling 1990: La batalla de los Tres Reyes – für Claudia Cardinale 1995: Sinn und Sinnlichkeit – für Elizabeth Spriggs
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Synchronsprecher Kategorie:Darstellender Künstler (Sankt Petersburg) Kategorie:Darstellender Künstler (Moskau) Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1940 Kategorie:Gestorben 2000 Kategorie:Frau