Die 21. Infanterie-Brigade war ein von 1852 bis 1919 bestehender Großverband der Preußischen Armee.

Geschichte Die Brigade wurde am 29. April 1852 in Breslau errichtet. Ihr waren das 10. Infanterie- und das 10. Landwehr-Regiment sowie das Landwehr-Bataillon (Wohlau) des 38. Infanterie-Regiments (6. Reserve-Regiment) unterstellt. Gemeinsam mit der 22. Infanterie- und der 12. Kavallerie-Brigade bildete sie die 11. Division des VI. Armee-Korps.

An Stelle des 10. Infanterie-Regiments war das 19. Infanterie-Regiment von 1855 bis 1859 der Brigade unterstellt. Mit der Heeresreform 1860 formierte sich sie sich wie folgt: 1. Schlesisches Grenadier-Regiment Nr. 10, 3. Niederschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 50, 3. Niederschlesisches Landwehr-Regiment Nr. 50 und Landwehr-Bataillon Wohlau Nr. 38. Nach dem Deutschen Krieg schied 1866 das 3. Niederschlesische Infanterie-Regiment Nr. 50 aus dem Brigadeverbund und wurde durch das 1. Posensche Infanterie-Regiment Nr. 18 ersetzt. Zwei Jahre später traten Veränderungen der Landwehr ein, die bis zur Auflösung der Einheiten und Schaffung der Bezirkskommandos 1888 Bestand haben sollten: 1. Schlesisches Landwehr-Regiment Nr. 10, 3. Niederschlesisches Landwehr-Regiment Nr. 50, Reserve-Landwehr-Bataillon (1. Breslau) Nr. 38. 1871 trat an Stelle des 1. Posenschen Infanterie-Regiments Nr. 18 das Schlesische Füsilier-Regiment Nr. 38 unter das Brigadekommando und 1897 erhielt die Brigade Schweidnitz als neue Garnison zugewiesen.

Deutsch-Dänischer Krieg 1864 Die Brigade kämpfte während des Deutsch-Dänischen Krieges im Verband der 11. Division.

Deutscher Krieg 1866 Im Krieg gegen Österreich nahm die Brigade im Verband des VI. Armee-Korps an der Schlacht bei Königgrätz teil. Mit dem Eingreifen der 11. Infanterie-Division unter General Adolf von Zastrow gegen die rechte Flanke der Österreicher wurde diese zum Rückzug gezwungen.

Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 Im Deutsch-Französischen Krieg beteiligte sich die Brigade vom 19. September 1870 bis zum 28. Januar 1871 an der Einschließung und Belagerung von Paris. Während dieser Zeit war sie auch in die Gefechte bei Chevilly am 30. September und bei Thiais am 30. November 1870 eingebunden.

Erster Weltkrieg Mit der Mobilmachung anlässlich des Ersten Weltkriegs im August 1914 kam die Brigade im Verband der 11. Infanterie-Division ausschließlich an der Westfront zum Einsatz. Während der Stellungskämpfe in der Champagne wurde sie ab dem 9. November 1916 um das 4. Niederschlesische Infanterie-Regiment Nr. 51 verstärkt.Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria, Wien 2007, ISBN 978-3-902526-14-4, S. 104.

Kommandeure Dienstgrad Name DatumGeneralmajorAlexander von Monts4. Mai 1852 bis 16. Februar 1853Oberst/GeneralmajorKarl Maximilian von Mauschwitz17. Februar 1853 bis 6. Januar 1858Oberst/GeneralmajorHermann von Walther und Croneck7. Januar 1858 bis 21. Juni 1861Oberst/GeneralmajorEmil von Bornstedt22. Juni 1861 bis 12. August 1864Oberst/GeneralmajorLouis von Hanenfeldt13. August 1864 bis 29. Oktober 1866Oberst/GeneralmajorKarl von Avemann30. Oktober 1866 bis 8. August 1868Oberst/GeneralmajorWilhelm von Malachowski und Griffa9. August 1868 bis 12. April 1872GeneralmajorWilliam von Voigts-Rhetz13. April 1872 bis 11. Dezember 1873OberstRudolf von Wechmar12. Dezember 1873 bis 13. Februar 1874 (mit der Führung beauftragt)Oberst/GeneralmajorRudolf von Wechmar14. Februar 1874 bis 12. Januar 1880GeneralmajorEduard von Jena3. Februar 1880 bis 13. Oktober 1884GeneralmajorAdalbert von Frankenberg und Ludwigsdorf14. Oktober 1884 bis 2. Juli 1888OberstAlbert von Boguslawski10. Juli bis 1. August 1888 (mit der Führung beauftragt)GeneralmajorAlbert von Boguslawski2. August 1888 bis 17. November 1890GeneralmajorFriedrich von Petersdorff18. November 1890 bis 28. März 1892GeneralmajorLeo von Schleinitz29. März bis 25. November 1892OberstWilhelm von Fircks26. November 1892 bis 26. Januar 1893 (mit der Führung beauftragt)GeneralmajorWilhelm von Fircks27. Januar 1893 bis 15. Juni 1894OberstWilhelm Schilling von Canstatt23. Mai 1894 bis 15. Juni 1894 (kommandiert zur Vertretung)GeneralmajorWilhelm Schilling von Canstatt16. Juni 1894 bis 31. März 1898GeneralmajorGeorg von Rechenberg1. April 1898 bis 21. Mai 1900GeneralmajorErnst von Kamienietz22. Mai 1900 bis 17. April 1903GeneralmajorReimar von Raven18. April 1903 bis 17. August 1905GeneralmajorSylvester Jordan18. August 1905 bis 20. März 1908GeneralmajorOtto Rost21. März 1908 bis 19. März 1911GeneralmajorHans von Müller20. März 1911 bis 19. Juli 1912OberstCarl Wachsmuth20. Juli bis 30. September 1912 bis (mit der Führung beauftragt)GeneralmajorCarl Wachsmuth1. Oktober 1912 bis 21. März 1914GeneralmajorPaul von Drabisch-Waechter22. März 1914 bis 23. April 1916OberstGustav Wilhelm Hoebel24. April 1916 bis 30. Juli 1917OberstHans von Tippelskirch1. August 1917 bis 29. Oktober 1918OberstHans von Dewall30. Oktober 1918 bis 21. Januar 1919GeneralmajorFriedrich von Passow22. Januar bis 30. April 1919 (Demobilisierung)

Literatur Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 245–246. Claus von Bredow: Historische Rang- und Stammliste des deutschen Heeres. Verlag August Scherl, Berlin 1905, S. 421.

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Einzelnachweise

Infanteriebrigade 21 Infanteriebrigade 21 Infanteriebrigade 21 Kategorie:Gegründet 1852 Kategorie:Aufgelöst 1919