Basisdaten Staat Großherzogtum BadenRepublik Baden Landeskommissärbezirk Freiburg Sitz Staufen Bestandszeitraum 1807–1936 Fläche 271,3 km² (1933) Einwohner 21.705 (1933) Bevölkerungsdichte 80 Einw./km² (1933) Gemeinden 27 (1936) mini|Bezirksämter in Baden (Stand 1890) Das Bezirksamt Staufen, im 19. Jahrhundert auch als Oberamt Staufen oder Amt Staufen bezeichnet, war von 1807 bis 1936 ein Verwaltungsbezirk im Großherzogtum Baden und in der Republik Baden. Sein Gebiet gehört heute zum Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg.
Geschichte
Die Stadt Staufen mitsamt den umliegenden Dörfern gehörte im 18. Jahrhundert zu Vorderösterreich. Die Gegend wurde 1793 von den französischen Revolutionstruppen erobert und 1805 von Napoleon Bonaparte dem neugebildeten Großherzogtum Baden zugeschlagen.
In Baden wurde am 17. Oktober 1807 in der Provinz des Oberrheins das neue Oberamt Staufen eingerichtet. Ihm zugeteilt wurden zunächst die Stadt Staufen sowie die Orte Geiersnest, Grubern, Obermünsterthal, St. Ulrich und Untermünsterthal aus dem alten Stabsamt Staufen sowie weitere Orte aus dem Oberamt Freiburg und dem Obervogteiamt Heitersheim.Regierungsblatt des Großherzogtums Baden 1807, S. 231
Durch das Organisationsrescript vom 26. November 1809 wurde das Amt Staufen dem neuen Dreisamkreis zugeordnet. Gleichzeitig kam der Großteil des aufgelösten Amtes Heitersheim zum Amt Staufen, das seinerseits mehrere Orte an das 1. Landamt Freiburg abgab.Großherzoglich Badisches Regierungsblatt 1809, S. 407 In den folgenden Jahren wurde die Abgrenzung des Amtes mehrfach geändert.Großherzoglich-Badisches Regierungsblatt 1810, S. 357 Großherzoglich-Badisches Regierungsblatt 1813, S. 134Großherzoglich-Badisches Regierungsblatt 1819, S. 196
Das Amt Staufen gehörte ab 1832 zum Oberrheinkreis und ab 1864 zum Kreis Freiburg.Großherzoglich Badisches Staats- und Regierungs-Blatt 1832, S. 133Großherzoglich Badisches Regierungs-Blatt 1863, S. 399 1864 wechselten die beiden Gemeinden Hartheim und Hausen an der Möhlin aus dem Bezirksamt Breisach in das nun explizit so bezeichnete Bezirksamt Staufen.Grossherzoglich-Badisches Regierungs-Blatt 1864, S. 311 Das Bezirksamt Staufen hatte damit seinen endgültigen Umfang erreicht und gehörte nun zum Landeskommissärbezirk Freiburg.
Das Bezirksamt hatte seinen Sitz im sogenannten Unteren Schloss, dem ehemaligen Stadtschloss der Herren von Staufen in der Stadt Staufen.www.leo-bw.de: Das Untere Schloss in Staufen
Am 15. August 1920 wurde die Stadt Sulzburg aus dem Bezirksamt Müllheim in das Bezirksamt Staufen umgegliedert.Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt 1920, S. 360
Durch ein vom badischen Staatsministerium erlassenes Gesetz wurde das Bezirksamt Staufen zum 1. Oktober 1936 aufgelöst.Badisches Gesetz- und Verordnungs-Blatt 1936, S. 80 Die Gemeinden Biengen, Bollschweil, Ehrenstetten, Feldkirch, Hartheim, Hausen an der Möhlin, Kirchhofen, Norsingen, Offnadingen, Pfaffenweiler und St. Ulrich kamen zum Bezirksamt Freiburg, während die Gemeinden Bad Krozingen, Ballrechten, Bremgarten, Dottingen, Eschbach, Gallenweiler, Grißheim, Grunern, Heitersheim, Obermünstertal, Schlatt, Staufen, Sulzburg, Tunsel, Untermünstertal und Wettelbrunn an das Bezirksamt Müllheim fielen.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1814 9.607 1834 20.201 1852 20.712 1871 20.036 1890 18.404 1900 17.940 1910 18.211 1925 20.829 verwaltungsgeschichte.de: Landkreis Müllheim 1933 21.705
Gemeinden
Die folgende Tabelle enthält die Gemeinden, die zwischen 1864 und 1936 dem Bezirksamt Staufen angehörten, ihre Einwohnerzahl bei den Volkszählungen von 1864, 1890, 1910 und 1933 sowie ihre heutige Zugehörigkeit. Alle heutigen Gemeinden liegen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Gemeinde 1864 1890 1910 1933 HeutigeZugehörigkeit Bad Krozingen 1299 1183 1386 2215 Bad Krozingen Ballrechten 452 393 323 344 Ballrechten-Dottingen Biengen 737 638 603 644 Bad Krozingen Bollschweil 714 718 648 681 Bollschweil Bremgarten 602 505 419 465 Hartheim am Rhein Dottingen 261 244 224 259 Ballrechten-Dottingen Ehrenstetten 1475 1110 1048 1056 Ehrenkirchen Eschbach 922 761 651 688 Eschbach Feldkirch 320 262 250 280 Hartheim am Rhein Gallenweiler 193 168 134 145 Heitersheim Grißheim 1040 824 743 789 Neuenburg am Rhein Grunern 439 407 378 427 Staufen im Breisgau Hartheim 799 751 695 729 Hartheim am Rhein Hausen an der Möhlin 434 358 338 374 Bad Krozingen Heitersheim (Stadt) 1340 1215 1355 1781 Heitersheim Kirchhofen 1315 1083 1019 1028 Ehrenkirchen Norsingen 503 438 487 521 Ehrenkirchen Obermünstertal 1215 1083 1177 1296 Münstertal/Schwarzwald Offnadingen 220 183 184 218 Ehrenkirchen Pfaffenweiler 1095 991 938 963 Pfaffenweiler Sankt Ulrich 286 246 247 309 Bollschweil Schlatt 460 377 370 409 Bad Krozingen Staufen (Stadt) 1841 1799 1788 2100 Staufen im Breisgau Sulzburg (Stadt) 1296 1125 1081 1010 Sulzburg Tunsel 780 742 673 735 Bad Krozingen Untermünstertal 1865 1658 1863 1927 Münstertal/Schwarzwald Wettelbrunn 375 267 270 312 Staufen im Breisgau
Weblinks Beschreibung des Bezirksamts Staufen im Universal-Lexikon vom Grossherzogthum Baden (1846)
Einzelnachweise
Staufen Kategorie:Organisation (Staufen im Breisgau) Kategorie:Geschichte (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) Staufen Kategorie:Aufgelöst 1936