mini|hochkant=1.25|Grundschule in der Rummelsburger Straße hinter einem Ikarus-Bus (1970)

Die Evangelische Schule Lichtenberg ist eine Grundschule in der Rummelsburger Straße 3 im Ortsteil Friedrichsfelde des Berliner Bezirks Lichtenberg.

Geschichte Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Dorfes Friedrichsfelde kam es in den 1890er Jahren zum Bau von zwei Schulgebäuden: zum einen der Gemeinde-Knabenschule an der Rummelsburger Straße 1 (zur Bauzeit Nr. 64), die 1893 fertiggestellt wurde und hier beschrieben wird, zum anderen der Gemeinde-Mädchenschule an der Ecke Alfred-Kowalke-Straße (frühere Wilhelmstraße) / Straße am Tierpark (frühere Schloßstraße). Zwischen 1920 und den 1930er Jahren war die frühere Knabenschule nun die 1. Volksschule Lichtenberg, Anfang der 1940er Jahre wurde sie die 27. Gemeindeschule Lichtenberg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Schule zur 24. Grundschule Lichtenberg. Im Jahr 1975 wird die Einrichtung im Adressbuch als 24. Oberschule in Friedrichsfelde geführt, nun unter der Hausnummer 3. Ab 1986 trug die 10-klassige POS den Zusatznamen Hermann Duncker nach dem Leiter der Gewerkschaftshochschule „Fritz Heckert“ Dessen Namen ließ die Schulleitung nach dem Mauerfall streichen.

Die Evangelische Schule Lichtenberg wurde 2001 gegründet. Ihre ersten Räumlichkeiten bezog sie im Königin Elisabeth Herzberge Krankenhaus. Zunächst galt sie als Außenstelle der Evangelischen Schule Steglitz, da der dortige Kirchenkreis der Partner des Kirchenkreises Lichtenberg war. Im Sommer 2003 wurde das jetzige Gebäude in der Rummelsburger Straße bezogen, nachdem der Senat die sich vorher in diesem Gebäude befindliche Zweigstelle der Friedrichsfelder Grundschule geschlossen hatte. Die Evangelische Schulstiftung übernahm die Schule zunächst zur Miete und konnte sie später kaufen. Es erfolgte eine umfangreiche Sanierung einschließlich der Herstellung barrierefreier Zugänge, der Anlage eines Pausenhofs und der Installation einer gesicherten Fahrradabstellmöglichkeit.

Die Schule kooperiert mit der Evangelischen Schule Berlin Zentrum in der Wallstraße und der Hermann-Gmeiner-Schule in der Harnackstraße 17.

Schulprofil Die Schularbeit umfasst ein System aus interdisziplinären Klassenteams mit dem Klassen- und Teamlehrer und ggf. mit Erziehern. Lernschwerpunkte der einzelnen Klassenstufen sind:

Deutsch, Englisch, Sachunterricht, Kunst, Musik, Sport, Fremdsprachen, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften, Schwerpunktbildung; Computerunterricht (Klassen 4 und 5, je eine Wochenstunde). Dazu kommen Religionsunterricht mit zwei Unterrichtsstunden pro Woche und in der sechsten Klasse Diakonisches Lernen mit einem Praxisprojekt.

Neben den üblichen Fächern gibt es wöchentliche ausgewählte Themenkurse, einen Schulchor, ein Schulorchester, einen als „Drumbo-Cup“ bezeichneten Fußballwettkampf im Bezirk und die Konfliktlotsen-Ausbildung. Dazu kommen monatliche Schulandachten, Ausflüge und Projekte in den Klassen wie Theater- und Museumsbesuche, Klassenfahrten, Projekttage, Zukunftswerkstätten, Kooperationen mit einigen Sportvereinen und mit der Schostakowitsch-Musikschule sowie einmal jährlich eine Projektwoche für alle Klassen, ein Sommerfest mit Eltern, einen Tag der offenen Tür sowie Weihnachtssingen mit allen Schülern in der Aula und schließlich ein Weihnachtsfest mit Eltern.

Die Arbeit der Schule wird von einem im Jahr 2000 gegründeten Schulverein finanziell und personell unterstützt, insbesondere die jährliche Projektwoche, das Sommerfest, die Schuleinführung der neuen 1. Klassen und das Sportfest.

Leiter, Lehrer und Schüler dieser Schule (Auswahl)

1896–1900: W. Steltner, HauptlehrerAdressbuch 1896 1920: F. Maat, Rektor 1943: Dr. Hermann Rahne, Rektor 2001–2003: Marierose Zacher, Direktorin 2003 bis 2005: Holger Grenz, Direktor seit 2005: Beate Sommerfeldt, Direktorin

Gebäude Das Bauwerk mit einem L-förmigen Grundriss befindet sich nahe dem U-Bahnhof Friedrichsfelde und der Kreuzung der Rummelsburger Straße mit der Zachertstraße. Die Bauachse entlang der Straße ist von Südwest nach Nordost ausgerichtet, ein Flügel, leicht versetzt, steht rechtwinklig dazu. Die einzeln stehende Turnhalle wendet sich von der Straße ab und wird seit den 1970er Jahren durch die davor errichtete Poliklinik (heute Ärztehaus am Tierpark) teilweise verdeckt.

Der L-förmige Grundriss hat die Maße 46 m lang bei einer Breite von 2 m und 31 m lang, 18 m breit. Die Höhe des Hauses beträgt (bis Mitte Dachfirst) um 20 m. mini|hochkant|Eingang (nordöstliche Giebelseite)

An der Ecke der beiden Gebäudeflügel wurde nach Übernahme der Schule durch die evangelische Kirche auf einer glatten Putzfläche das Schulmotto aufgetragen: „Wir leben Schule“ (siehe auch Bilder in der Galerie).

Auf dem Dach befindet sich ein Uhrentürmchen, dessen Uhr bei den Sanierungsarbeiten wieder in Gang gesetzt werden konnte.

Der Seiteneingang auf der Nordostseite des Gebäudes ist über eine kurze steinerne Treppe erreichbar. Das Portal wird von einem Segmentbogen überwölbt, die passend geformte hölzerne Tür weist gefärbte Glaseinsätze auf, die wohl im ursprünglichen Zustand erhalten sind. Dahinter gibt es eine zweite gleiche Tür mit einfachem Fensterglas, beide zusammen bilden einen Windfang. Eine Treppe mit schmiedeeisernem Geländer führt in das erste Stockwerk, wo sich Klassenräume befinden. Ein barrierefreier Eingang befindet sich auf der Hofseite im östlichen Flügel. Er wird von einem Halbrundbogen gestützt. Die Eingangstür aus der Bauzeit ist erhalten und originalgetreu renoviert, sie besteht aus einer dreiteiligen Holztür mit einem neunteiligen Sprossenfenster, darüber ist eine Halbrosette aus Glas eingearbeitet.

Die historischen Decken im Haus sind nicht mehr erhalten, sie wurden vom Stuck befreit, geglättet und geweißt. Tragende Elemente aller Gänge im Hochparterre sind Kreuzgewölbe. Jeder Klassenraum erhält durch vier gleichartige mehrteilige Sprossenfenster Tageslicht. Die gusseisernen Heizkörper unter den Fenstern werden von einer Zentralheizung aus dem Kellerbereich gespeist. Einige Gestaltungselemente mit flachen Rundbögen sind an den Glastüren, die die Gänge abschließen können, erhalten. Großzügige Flächen entstanden im Winkel des „L“, zu dem die Gänge und Treppen hinführen. In diesem Bereich wurde ein Fahrstuhl über alle Etagen eingebaut. Das Treppenhaus im Eckgebäude wird mittels eines dreiteiligen Sprossenfensters je Etage mit Tageslicht versorgt, die Gestaltung der Glaseinsätze und der Oberlichter wurde den ursprünglichen Scheiben nachgestaltet. In der vierten Etage erstreckt sich die mit Parkett-Fußboden ausgelegte Aula.Innenbeschreibung dem virtuellen Rundgang entnommen.

Pausenhof

Auf dem Schulhof sind zahlreiche alte Bäume erhalten, er bietet darüber hinaus Spielmöglichkeiten wie einen aus Beton geformten und mit Mosaiksteinchen belegten liegenden Dinosaurier, einen Sandkasten, ein „Wasserhaus“, ein Basketballfeld, eine Mehrpersonensitzschaukel und vieles mehr.

Turnhalle

Die Turnhalle des Schulgebäudes steht unter Denkmalschutz, das Schulhaus selbst ist wegen mehrfacher starker baulicher Veränderungen vor allem im Inneren nicht denkmalgeschützt. Ihre Grundmaße betragen: 28 m lang, 13 m breit; der Turm hat einen Durchmesser von ungefähr 4 m.

Die Turnhalle ist ein Solobau, der in einigem Abstand zum Schulkomplex errichtet wurde. Sie präsentiert sich eher wie ein kleines Schlösschen mit angebautem runden Treppenturm und einer zweistöckigen Ausführung; Fenster jedoch nur nach Osten. Im Obergeschoss befand sich anfangs (wohl) die Dienstwohnung für den Schulleiter. Nach 1945 wurden hier die Umkleide- und Sanitärräume eingerichtet. An der straßenseitigen Fassade oberhalb des Eingangs ist ein Emblem aus Backsteinen eingearbeitet, eine Kreuzform innerhalb eines schildartigen Rahmens. Dies könnte das frühere Schulwappen darstellen (siehe Foto).

Die seit den 1990er Jahren nur noch eingeschränkt nutzbare Turnhalle wurde in den Jahren 2022 und 2023 samt Nebenräumen erneuert, modernisiert und in Teilen in ihren ursprünglichen Zustand (Eloxal-Tür ausgetauscht) zurückgebaut. Die Wiedereröffnung ihrer Turnhalle feierte die Schule im Juni 2023 bei einem Schulfest.

Weblinks

Einzelnachweise

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