Paul Friedrich Karchow (* 17. Februar 1874 in Berlin; † 10. Februar 1943 in Berlin-Wilmersdorf) war ein deutscher Architekt.

Leben Paul Friedrich Karchow war ein Sohn des gleichnamigen Kaufmanns und dessen Frau Marie Albertine Karchow, geb. Vermeng. Er hatte vier Geschwister, darunter der Schauspieler Albert Karchow. Im Juni 1899 heiratete er in der damals noch eigenständigen Stadt Charlottenburg Wilhelmine Katharina Sackur, eine Tochter des Chemikers und Fabrikbesitzers Hugo Sackur.Standesamt Charlottenburg, Heiratsregister, Eintrag Nr. 278/1899 vom 14. Juni 1899; eingesehen am 30. September 2024. Aus der Ehe gingen die Töchter Rita Käthe Anne Marie und Edit Marianne hervor. Nach der Scheidung von seiner langjährigen Ehefrau Wilhelmine im Februar 1937 war er in zweiter Ehe ab dem 21. Dezember 1937 mit Margarete Hedwig (geb. Zimmermann) verheiratet.

Paul Karchow starb am 10. Februar 1943 – wenige Tage vor Vollendung seines 69. Lebensjahres – in seiner Wohnung in Berlin-Wilmersdorf.Standesamt Berlin-Schmargendorf, Sterberegister, Eintrag Nr. 389/1943 vom 11. Februar 1943; eingesehen auf ancestry.de am 30. September 2024. Sein Familiengrab liegt auf dem Friedhof der St.-Petri-Gemeinde in Berlin-Friedrichshain.

Werk mini|Agfa-Fabrik in Berlin, 2011 mini|GIZ-Haus am Reichpietschufer mini|Elsnerhaus, 2012 Karchow spezialisierte sich auf Wohngebäude und Geschäftshäuser, er war für eine Vielzahl von Bauprojekten in der Hauptstadt verantwortlich. Während seiner Berufstätigkeit entwickelte er einen Stil, der Elemente des Historismus mit dem beginnenden Einfluss der Moderne verband. Seine Gebäude zeichneten sich durch ihre handwerkliche Qualität und den Sinn für Details aus, die sie von anderen Projekten der Zeit absetzten. Karchows Entwürfe trugen zur Entwicklung des Berliner Stadtbildes in einer Zeit bei, in der die Stadt rasch wuchs und sich veränderte.

Bauten und Entwürfe (Auswahl) 1900–1904: Schmiede, Werkstatt und Lager (Haus 6) im Gaswerk Schöneberg, Berlin-Schöneberg 1901–1912: Agfa-Fabrik in Berlin-Lichtenberg 1903: Gaswerk Mariendorf, Berlin-Mariendorf 1905: Kesselhaus in Berlin-Oberschöneweide 1907: Wasserturm im Gaswerk Mariendorf, Berlin-Mariendorf 1911: Eisentragwerk im Gaswerk Schöneberg, Berlin-Schöneberg 1912–1913: GIZ-Haus in Berlin-Tiergarten 1912–1914: Elsnerhaus in Berlin-Kreuzberg 1912–1916: Agfa-Fabrik in Berlin-Lichtenberg 1913: Wohnhaus, heutige Botschaft der Republik Polen, in Berlin-Grunewald 1914: Landhaus Grund in Berlin-Lichterfelde 1914: Wohnhaus in Berlin-Neukölln, Weserstraße 1923–1924: Umspannwerk Mariendorf, Berlin-Mariendorf 1927–1930: Wohnanlage Chrysanthemenstraße / Oderbruchstraße in Berlin-Prenzlauer Berg 1938: Verwaltungsgebäude Fritz-Elsas-Straße 9/10 in Berlin-Schöneberg

Literatur H. Werner: Bauten von Architekt Paul Karchow, Berlin. In: Der Profanbau, Zeitschrift für Architektur und Bauwesen, 1914, S. 201–202, S. 215

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Einzelnachweise

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