mini|Die Kirche San Domenico im Plan Venedigs von Jacopo de’ Barbari, entstanden um 1500 (Detail) mini|Gedenktafel zur Erinnerung an Tiepolos Geburtshaus Das Geburtshaus des venezianischen Barock- und Rokokomalers Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) befand sich einst im Corte San Domenico in Venedig. Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel in der Calle San Domenico, unweit der Anlegestelle Giardini gelegen, an diesen Ort.

Geschichte mini|Der Künstler selbst – Detail aus dem Fresko in der Würzburger Residenz, 1750–53 Giovanni Battista Tiepolo wurde am 5. März 1696 als sechstes Kind der Orsetta und des Domenico Tiepolo geboren. Seine Taufe fand am 16. April 1696 in der Kirche San Pietro di Castello statt.Andrea Bayer: A Documented Chronology of Tiepolo's Life and Work, in: Keith Christiansen (Hrsg.): Giovanni Battista Tiepolo, 1696–1770. Metropolitan Museum of Art, New York 1996: S. 29. Der Taufpate Giambattistas war der Adlige Giovanni Donà. Diese Tatsache nährte jahrzehntelang in der Forschung die Annahme, dass die Familie Giambattista Tiepolos ursprünglich mit den in den Adelsstand erhobenen Tiepolo verwandt war.Filippo Pedrocco The Early Years: 1716–1730. Becoming Tiepolo, in: Keith Christiansen (Hrsg.): Giovanni Battista Tiepolo, 1696–1770. Metropolitan Museum of Art, New York 1996, S. 50. Später entdeckte Dokumente belegen jedoch, dass die Mutter Orsetta eine „Marangon“ (venez. Zimmermann) war – sie stammte also aus einer Zimmermannsfamilie. Der Vater Domenico taucht zudem in keiner Genealogie des Adels des 17. und 18. Jahrhunderts auf. Er wird in zeitgenössischen Dokumenten als „mercante“ (Händler), als „capitano da mar“ (Admiral) sowie als „percenevolo di vascello“ (Miteigentümer von Handelsschiffen) bezeichnet.Filippo Pedrocco: The Early Years: 1716–1730. Becoming Tiepolo, in: Keith Christiansen (Hrsg.): Giovanni Battista Tiepolo, 1696–1770. Metropolitan Museum of Art, New York 1996: S. 50. Der Vater starb, als Giambattista sich im ersten Lebensjahr befand.Filippo Pedrocco: The Early Years: 1716–1730. Becoming Tiepolo, in: Keith Christiansen (Hrsg.): Giovanni Battista Tiepolo, 1696–1770. Metropolitan Museum of Art, New York 1996: S. 37. Bereits im Alter von 14 Jahren kam der talentierte Junge in die nahegelegene Werkstatt des Malers Gregorio Lazzarini (1655–1730), die sich ebenfalls auf der Insel San Pietro di Castello befand.

Lage in Venedig Der Corte San Domenico lag in unmittelbarer Nähe der Kirche San Domenico, der ein Kloster angeschlossen war. Der Komplex erstreckte sich auf dem Areal an der Ecke der heutigen Via Garibaldi und der Viale Garibaldi. Der Doge Marino Zorzi hatte die Errichtung der Anlage, die 1317 fertiggestellt wurde, testamentarisch verfügt. Ab dem Jahr 1560 wurde das Inquisitionsgericht nach San Domenico verlegt. Dort befand sich auch ein angeschlossenes Gefängnis und am 29. April jeden Jahres wurden verbotene und konfiszierte Bücher von den Mönchen auf einer Brücke verbrannt. Das Kloster und die Kirche wurden auf Befehl Napoleons im Jahre 1806 geschlossen und später abgerissen. Danach entstanden dort die Giardini (die napoleonischen Gärten), wo sich heute das Gelände der Biennale di Venezia befindet.

Literatur Andrea Bayer: A Documented Chronology of Tiepolo's Life and Work, in: Keith Christiansen (Hrsg.): Giovanni Battista Tiepolo, 1696–1770. Metropolitan Museum of Art, New York 1996, S. 29–34 (Digitalisiert im Internet Archive). Ernst H. Gombrich: Die Geschichte der Kunst. Stuttgart/Zürich 1987. Franz Hermann Meißner: Tiepolo (Künstler-Monographien, Band 22). Bielefeld/Leipzig 1897. Filippo Pedrocco: The Early Years: 1716–1730. Becoming Tiepolo, in: Keith Christiansen (Hrsg.): Giovanni Battista Tiepolo, 1696–1770. Metropolitan Museum of Art, New York 1996, Seite 37–104 (Digitalisiert im Internet Archive). Carlo Sgorlon: Die Fresken der Tiepolo in Venetien. Trezzano 1989 (ital.: Gli affreschi di Tiepolo nel Veneto, De Agostini, Novara 1982).

Weblinks

Video bei Youtube

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in Venedig Kategorie:Geburtshaus einer berühmten Person