Grabowiec ( Grabowitz) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es ist dem Verwaltungsbezirk Landgemeinde Szemud (Schönwalde) im Powiat Wejherowski (Neustädter Kreis) angegliedert.

Geographische Lage Das Dorf liegt im ehemaligen Westpreußen, etwa 13 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Neustadt in Westpreußen, zwölf Kilometer südöstlich de Dorfs Luzino (Lusin) und 2 ½ Kilometer nordöstlich des Dorfs Szemud (Schönwalde). mini|Ortseingang (2023)

Geschichte Das kleine Dorf wird erst 1678 urkundlich erwähnt, als die Region in Pommerellen noch zu Königlich Preußen gehörte.Franz Schultz: Geschichte der Kreise Neustadt und Putzig. Danzig 1907, S. 16 (pbc.gda.pl). Um 1780, nachdem die Region 1772 zum Königreich Preußen gekommen war, gehörte das Dorf zum königlichen Domänenamt Putzig und hatte nur fünf Feuerstellen (Haushaltungen),Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, S. 64 (Google Books). was auch noch 1818 der Fall war. Im Rahmen der Bauernbefreiung gingen in Grabowicz im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts fünf Bauernstellen als uneingeschränktes Eigentum an diejenigen Landwirte über, von denen sie zuvor im Auftrag des Domänenamtes bewirtschaftet worden waren.Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreussen, Danzig 1872, S. 170 (Google Books).

Bis 1919 gehörte das Dorf Grabowitz zum Kreis Neustadt in Westpreußen im Regierungsbezirk Danzig in der Provinz Westpreußen im Deutschen Reich. Als nach dem Ersten Weltkrieg der Versailler Vertrag die Verlegung des Polnischen Korridors durch das Reichsgebiet vorsah, wurde das deutsche Dorf der neugegründeten Zweiten Polnische Republik einverleibt. Nach dem Überfall auf Polen wurde das entnommene Territorium des Polnischen Korridors 1939 wieder in das Reichsgebiet eingegliedert.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee das Kreisgebiet. Bald darauf wurde es von der Sowjetunion zusammen mit Westpreußen und ganz Hinterpommern der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. In der Folgezeit wurden die deutschen Einwohner, einschließlich der Alteinwohner, die hier Grundbesitz hatten, von der polnischen Administration enteignet und vertrieben.

Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1818 33 königliches Dorf;Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 69, Ziffer 2479 (Google Books). sämtlich KatholikenDanziger Regierungs-Departement, Verzeichniß der in den einzelnen Kreisen befindlichen Ortschaften, veröffentlicht ca. 1820 (enthält statistische Angaben von 1818), S. 162–163, Ziffer 86 (Google Books). 1852 90 DorfKraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Decker, Berlin 1856, S. 197 (Google Books). 1864 109 am 3. Dezember, ErhebungsbezirkPreußisches Finanzministerium: Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Danzig. Danzig 1867, Abschnitt 7. Kreis Neustadt in Westpreußen, S. 10–17, Ziffer 56 (Google Books). 1867 100 am 3. Dezember, Gutsbezirk 1871 110 am 1. Dezember, Gutsbezirk, davon sechs Evangelische und 104 Katholiken Königliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt, Berlin 1874. Abschnitt VIII. Kreis Neustadt in Westpreußen, S. 388–389, Ziffer 30 (Google Books). 1910 125 am 1. Dezember, Landgemeinde

Literatur Grabowitz, Dorf, Kreis Neustadt Westpr., Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Grabowitz (meyersgaz.org) Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreussen, Danzig 1872 (Google Books). Franz Schultz: Geschichte der Kreise Neustadt und Putzig. Danzig 1907, S. 442–443 (pbc.gda.pl).

Weblinks

Amtsbezirk Schönwalde, Kr. Neustadt (Westpr.) (Territorial.de)

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Westpreußen) Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Szemud