XPl ist die Abkürzung einer Inschrift von Xerxes I. (X). Sie wurde in Persepolis (P) entdeckt und von der Wissenschaft mit einem Index (l) versehen. Die Inschrift liegt in altpersischer Sprache vor.

Inhalt

Beschreibung Die einsprachige Inschrift XPl ist in zwei Versionen aus Kalkstein überliefert, die mit einem zusätzlichen Index unterschieden werden: XPla und XPlb. Der Text ist weitgehend mit den ersten 49 Zeilen der Inschrift von Dareios I. von Naqsch-e Rostam, DNb, identisch. Durch den besseren Zustand von XPl konnte DNb, die schwerer beschädigt ist, mehr oder weniger rekonstruiert werden.

Die Inschrift XPla wurde Anfang 1967 von einem Bauern gefunden, der mit seinem Traktor den Acker umpflügte. Der Acker befand sich etwa 2 km nordwestlich der Terrasse von Persepolis und etwa 100 m links neben der Straße in nördlicher Richtung, die von Schiras nach Isfahan führt. Dabei wurde möglicherweise eine Seite der Inschrift beschädigt. Beim Träger der Inschrift handelt es sich um einen quadratischen konvexen Kalkstein mit einer Seitenlänge von 53,5 cm und einer Dicke von 10 cm. Die Steintafel ist beidseitig mit 26 Zeilen und an der Ober- und der Unterkante mit je zwei Zeilen beschriftet, so dass die ganze Inschrift 56 Zeilen umfasst. Die Inschrift beginnt auf der beschädigten Seite, führt von der unteren Kante weiter auf die Rückseite und endet an der oberen Kante. Die Steintafel befindet sich im Museum von Persepolis. Die Inschrift wurde 1968 von Badr al-Zaman Gharib publiziert.

Die Inschrift XPlb wurde in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts im Bereich des sogenannten Frataraka-Tempels aus post-achämenidischer Zeit, ungefähr 300 m nordwestlich von der Terrasse von Persepolis, gefunden und 1938 veröffentlicht. Es handelt sich um drei Bruchstücke. Das Fragment mit der archäologischen Objektnummer PF 416 enthält Ausschnitte der Zeilen 1–6 und der Zeilen 55–56. Es befindet sich im Museum des Institute for the Study of Ancient Cultures, West Asia & North Africa (ISAC) der University of Chicago und trägt die Museumsnummer A19350. Das Fragment mit der archäologischen Objektnummer PF 417 enthält Ausschnitte der Zeilen 1–4 und der Zeilen 52–56. Es befindet sich im Museum des ISAC und trägt die Museumsnummer A19351. Das Fragment mit der archäologischen Objektnummer PF 415 enthält Ausschnitte der Zeilen 11–16 und der Zeilen 39–46. Es befindet sich im Museum des ISAC und trägt die Museumsnummer A19349. Der Text wurde 1938 von Ernst Herzfeld publiziert. Er ordnete die Fragmente noch der Inschrift DNb zu. 1973 wurde sie von János Harmatta in XPl unbenannt. Die Zuordnung wird seither beibehalten.

Literatur Ernst Herzfeld: Altpersische Inschriften. Erster Ergänzungsband zu den Archaeologischen Mitteilungen aus Iran. Berlin 1938, S. 4 und Tafel V. (archive.org) Badr al-Zaman Gharib: A Newly Found Old Persian Inscription (=Iranica Antiqua. Band 8). Leiden 1968, S. 54–69. Walther Hinz: Eine neue Xerxes-Inschrift aus Persepolis. In: Altpersische Funde und Forschungen. Berlin 1969, S. 45–51. (degruyter.com) János Harmatta: Altiranische Funde und Forschungen. Zu einem Buch von Walther Hinz. In: Die Sprache, Band 19. Wien 1973, S. 68–79. Manfred Mayrhofer: Supplement zur Sammlung der altpersischen Inschriften (= Sitzungsberichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, philosophisch‐historische Klasse 338). Wien 1978, S. 21–25, §4.5. Manfred Mayrhofer: Zu übergangenen Inschriftenfragmenten aus Susa. In: Anzeiger der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Band 118, Wien 1981, S. 128–132 und Tafel 1. Rüdiger Schmitt: Epigraphisch-exegetische Probleme der altpersischen Texte „DNb“ und „XPl“. Teil 1. In: Bulletin of the Asia Institute. Band 10. 1996 (1998), S. 15–23 und Figuren 1–2. (jstor.org) Pierre Lecoq: Les inscriptions de la Perse achéménide traduit du vieux-perse, de l’élamite, du babylonien et de l’araméen. Paris 1997, S. 105–106 und 259–261. (elamit.net) Günter Schweiger: Kritische Neuedition der achaemenidischen Keilinschriften. 2 Bände. Schweiger VWT-Verlag, Taimering 1998, 1. Band S. 40–47 und 2. Band S. 119–143. Rüdiger Schmitt: The Old Persian Inscriptions of Naqsh-i Rustam and Persepolis. (= Corpus Inscriptionum Iranicarum. Part I Inscriptions of Ancient Iran. Vol. I The Old Persian Inscriptions. Texts II). School of Oriental and African Studies, London 2000, ISBN 0-7286-0314-4, S. 99–105 und Tafeln 50–53. Amélie Kuhrt: The Persian Empire. A Corpus of Sources from the Achaemenid Empire. London/New York 2007. ISBN 978-0-415-43628-1, S. 503–505. Rüdiger Schmitt: Die altpersischen Inschriften der Achaimeniden. Editio minor mit deutscher Übersetzung. Reichert, Wiesbaden 2009. (Digitalisat) 2. Auflage Wiesbaden 2023. ISBN 978-3-7520-0716-9, S. 21 und 170–176.

Einzelnachweise

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