Hugo Carl Theodor Skopnik (* 29. Dezember 1857 in Bromberg, Westpreußen; † 14. Juli 1943 in Gleiwitz, Oberschlesien) war ein deutscher Kolonialbeamter, Berliner Notar und (kommissarischer) Landeshauptmann der Neuguinea-Kompagnie.
Leben Hugo Skopnik war ein Sohn des aus Königsberg stammenden Amtsgerichtsrats in Bromberg Theodor Skopnik und seiner Ehefrau Adele, geb. Raabe, verw. Henning. Bei seiner Taufe am 9. Februar 1858 fungierten als Paten Justizrat August Geßler, Kreisphysikus Dr. Junker, Regierungsassessor le Juge sowie die „Fräuleins“ Lina Deekens, Rosa Pohl und Emma Raabe.
Hugo Skopnik war zweimal verheiratet. Am 29. November 1901 heiratete er die aus Oerden (heute Uradz), Kreis Neustettin, gebürtige Franziska Kirchenwitz.
Am 19. August 1886 wurde in der Thorner Presse bekannt gemacht: „Der Rechtsanwalt Skopnik in Mewe ist zur Rechtsanwaltschaft bei dem Landgericht zu Stolp zugelassen.“
Hugo Skopnik starb am 14. Juli 1943 im Städtischen Krankenhaus von Gleiwitz. Damals hatte er mit seiner Ehefrau Franziska im Haus Seminarstraße 10 in Myslowitz im Kreis Kattowitz gewohnt.
Im Dienst der Neuguinea-Kompagnie Nachdem Landeshauptmann Curt von Hagen, Generaldirektor der Neu-Guineagesellschaft, auf einer Reise durch das Schutzgebiet von Eingeborenen ermordet worden war, wurde Hugo Skopnik, der zuletzt in Stolp i. P. als Rechtsanwalt arbeitete, als dessen Nachfolger auserkoren. Er trat am 27. Juli 1897 von Genua aus die Ausreise an.Die Aufklärung des Mordes am Reiseschriftsteller Otto Ehrenfried Ehlers (1895) kostete nicht nur Curt von Hagen das Leben, sondern auch den mutmaßlichen Mördern von Ehlers, zwei Polizeisoldaten aus Buka (Salomon-Inseln), die zur Strafe mit Speeren getötet und ihre Köpfe zur Abschreckung in Stephansort aufgestellt wurden. Hermann Joseph Hiery (Hrsg.): Die Deutsche Südsee 1884–1914. Ein Handbuch. Ferdinand Schönigh Verlag, Paderborn 2001, S. 281.
mini|200px|Deutsch-Neuguinea (Grenzen vor 1898). Das Amt des Landeshauptmanns der Neuguinea-Co. bekleidete Rechtsanwalt Hugo Skopnik kommissarisch vom 11. September 1897 bis 16. Oktober 1898.Vgl. Michael Fröhlich: Imperialismus – Deutsche Kolonial- und Weltpolitik 1880–1914. Deutscher Taschenbuch Verlag dtv, München 1994, S. 211. Die Neuguinea-Kompanie war 1884 in Berlin durch den Bankier Adolph von Hansemann zum Erwerb von Kolonialbesitz im westlichen Teil der Südsee gebildet worden. Nach dessen Anweisungen hatte Skopnik nach den Erinnerungen des Richters und stellvertretenden Gouverneurs in Deutsch-Neuguinea Heinrich Schnee zu arbeiten.Heinrich Schnee: Erinnerungen. Als letzter Gouverneur in Deutsch-Ostafrika. Quelle und Meyer, Heidelberg 1964, S. 26.
Hugo Skopnik blieb der letzte Landeshauptmann der Neuguinea-Kompagnie. Nach der Erinnerung von Zeitgenossen war die auf ihn gefallene Wahl allerdings nicht die beste gewesen. So schreibt der Lieutenant a. D. Hans Blum später:Hans Blum war ehemaliger Angestellter der Neuguinea-Kompagnie, die in Kaiser-Wilhelms-Land Plantagen betrieb. Er verfasste seine Doktorarbeit über das „Bevölkerungsproblem“.
mini|Postkarte aus der Handelsstation Stephansort, welche noch die 1901 aufgegebenen Tabakpflanzungen zeigt. „Die Geschäfte der bisherigen Landeshauptmannschaft der Neu-Guinea-Kompagnie wurden mir von dem Generaldirektor und bisherigen Landeshauptmann der Neu-Guinea-Kompagnie, Herrn Skopnik, welcher zu diesem Zweck von Stephansort nach Herbertshöhe herübergekommen war, übergeben“, erinnerte sich später Heinrich Schnee.Heinrich Schnee, früher Kaiserlicher Ritter in Deutsch-Neu-Guinea: Bilder aus der Südsee: Unter den kannibalischen Stämmen des Bismarck-Archipels. Reimer, Berlin 1904.
In der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung vom 6. Oktober 1909 annoncierte Hugo Skopnik: „Bin als Rechtsanwalt zugelassen bei Königl. Landgericht II Berlin, Büro: W. 57, Bülowstr. 73, I. 9700 / Justizrat Hugo Skopnik, bis Juli 1908 Kgs.-Wusterhausen.“
Hugo Skopnik bewarb sich 1910 beim Reichskolonialamt. Inzwischen lebte er mit der Amtsbezeichnung Justizrat in Friedenau, Hähnelstr. 20.
Im Juli 1912 wurde Justizrat Skopnik für die Dauer seiner Zulassung zur Rechtsanwaltschaft zum Notar im Bezirk des Amtsgerichts Berlin-Schöneberg ernannt.Berliner Börsen-Zeitung, 7. Juli 1912. Er praktizierte noch im Jahr 1939, inzwischen in Berlin-Charlottenburg, Leibnizstraße 44, wie aus einer öffentlichen Zustellung im Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger vom 3. November 1939 ersichtlich ist.
Literatur Joachim Schultz-Naumann: Unter Kaisers Flagge. Deutschlands Schutzgebiete im Pazifik und in China einst und heute. München 1985. Wolfgang Boochs: Deutsche Kolonien: Neuguinea und Samoa. BoD – Books on Demand, 2021. Jürgen Kilian: Des Kaisers Gouverneure: Sozialprofil, Deutungsmuster und Praktiken einer kolonialen Positionselite, 1885–1914. Global- und Kolonialgeschichte, Bd. 21, 2024, ISBN 978-3-8376-7205-3. Hans-Jürgen Bauer: Des Kaisers Platz an der Sonne: Die Kolonie Deutsch Neuguinea. 2024 (E-Book).
Weblinks Deutsche Südsee-Schutzgebiete, Deutsche Schutzgebiete.de
Einzelnachweise
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