Die Personenhaltestellen gehörten zur Museumsbahn
Die Bahnstrecke Knappenrode–Laubusch war eine schmalspurige elektrische Förderbahn der Lausitzer Grubenbahn mit 900 mm Spurweite. Die Strecke wurde einige Jahre als Museumsbahn betrieben. Sie berührte den heutigen Knappensee, die Elsterniederungen bei Wittichenau, die ehemaligen Steinbrüche bei Dubring, das Dubringer Moor und die Pechteiche bei der B 97. Sie entstand 1933 als Kohleverbindungsbahn zwischen den Brikettfabriken in Zeißholz und Knappenrode. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie als Verbindungsbahn zur Brikettfabrik in Laubusch verlängert (Streckenlänge etwa 25 km). In dieser Form bestand die Strecke bis 1993.
Von 1994 bis 2001 wurde ein Teil der Strecke mit Diesellokomotiven als Museumsbahn betrieben und anschließend komplett abgebaut.
Geschichte Entstehung mini|links|Gedenkstätte der Lausitzer Grubenbahn Strecke Knappenrode-Zeißholz-Laubusch in Scheckthal Ihren Ursprung hatte die Strecke mit der zum Konzern Werminghoff gehörenden Grube Clara III und der Brikettfabrik Zeißholz. Als sich dort um die 1920er Jahre ein Ende der wirtschaftlichen Förderung abzeichnete, wurde eine Verbindungsbahn von Zeißholz bis Knappenrode (damals Werminghoff) geplant und gebaut. Die Spurweite wurde mit 900 mm festgelegt. Auf der 15 Kilometer langen Strecke wurden die Querungen der bestehenden Straßen größtenteils kreuzungsfrei geplant. Das erforderte die Anlage von bis zu 6 m hohen Dämmen und den Bau von 13 Brückenbauwerken sowie 17 Durchlässen.
Die eingleisige Strecke hatte drei Ausweichstellen, die eine Zugfolge alle 15 Minuten und bei relativ geringen Steigungsunterschieden die Beförderung von Lasten bis 800 t pro Zug ermöglichten. Sie wurde mit 1000 V Gleichspannung elektrifiziert. Die Eröffnung der Strecke fand am 4. November 1934 statt. Damit war eine Belieferung der Brikettfabrik Zeißholz mit Kohle vom Tagebau Werminghoff möglich, weiterhin war eine Verbindung von dort über die Bahnstrecke Bluno–Knappenrode mit dem Hauptfirmensitz in Welzow vorhanden.
Erweiterung nach dem Zweiten Weltkrieg
Im März 1945 endete der Tagebaubetrieb der Grube Werminghoff I in Knappenrode. In den letzten Kriegstagen wurde von der Wehrmacht die Brücke in Maukendorf gesprengt und die Strecke dadurch bis zum Wiederaufbau 1952 unterbrochen. Die Betriebe wurden verstaatlicht und mit weiteren Verbindungsbahnen miteinander verbunden. So entstand ein Schmalspurnetz, was zur Neubildung der Strecke von Zeißholz nach Laubusch mit dem Abzweig nach Heide beim Betriebsbahnhof Koselbruch führte. Die neue Strecke wurde weniger kreuzungsfrei, so wurde die Kreuzung mit der B 97 bei Neukollm als einfacher Bahnübergang ausgeführt. Lediglich für die Bahnstrecke Węgliniec–Roßlau musste ein aufwendiges Bauwerk gebaut werden.Fotos des Kreuzungsbauwerk der Strecke mit der Bahnstrecke Weglinec–Roßlau bei Schwarzkollm unmittelbar vor dem Abriss 2017 auf sachsenschiene.net Dabei wurde die daneben liegende B 96 mit einem Brückenbauwerk überquert.Fotos des Kreuzungsbauwerkes der Strecke mit der B 96 bei Schwarzkollm vor dem Abriss 2000 auf sachsenschiene.net
Die Spannung der Oberleitung wurde auf 1200 V angehoben. Die Beförderung der Züge übernahmen Elektrolokomotiven der Baureihe LEW EL 3. Bei der Ausweichstelle bei Brischko befand sich die Leitstelle für die Gesamtstrecke Laubusch–Knappenrode. Die Ausweichstelle hatte elektrisch bediente Weichen. Pro Tag wurden zwischen Laubusch und Knappenrode bis zu 50 Züge befördert, was eine Zugfolge von 15 Minuten erforderte. Die Züge bestanden aus bis zu neun Wagen mit einem Wagengewicht von 60 bis 80 Tonnen. Das ergab auf der Gesamtstrecke von 25 Kilometern zeitweise einen Umlauf von 14 Zügen gleichzeitig.Filmaufnahme von einer der letzten Fahrten der Museum-Grubenbahn im Jahr 2001 auf youtube.com
Zeit als Museumsbahn mini|links|Kohleverladung für beide Spurweiten in der Energiefabrik Knappenrode mini|links|Draisinenrundkurs mit 900 mm Spurweite um die Energiefabrik Knappenrode (2026) mini|rechts|Erhaltener Bahndamm der Lausitzer Grubenbahnstrecke südlich von Wittichenau (2026) Da 1992 der Betrieb der Brikettfabriken in Laubusch, Zeißholz und Knappenrode sowie die Belieferung des Lautawerkes eingestellt wurden, war die Grubenbahn überflüssig geworden. Am 2. November 1992 gründete sich der Förderverein Lausitzer Grubenbahn, um einen Teil der Strecke zu erhalten. Unterstützung fand der Verein von den Bürgermeistern aus Hoyerswerda, Wittichenau, Bernsdorf, Knappenrode und Oßling. Die erste Fahrt fand gleichzeitig mit der Eröffnung der Energiefabrik Knappenrode am 18. Juni 1994 zwischen der Energiefabrik und dem Endbahnhof Auerhahn an der B 97 statt.Skizze der Route der Museumsbahn auf sachsenschiene.net
Da die Fahrleitung schon abgebaut war, bestand die Zuggarnitur aus einer LKM V 10 C und bis zu vier Personenwagen, bei denen einer als offener Wagen für den Fahrradtransport verwendet wurde. Ein wirtschaftlicher Betrieb war auf Dauer nicht möglich, da die Einnahmen für die Streckensanierung nicht ausreichten und kein Betreiber gefunden werden konnte. So war ein geplanter Weiterbetrieb bis Laubusch nicht machbar. Am 12. Januar 2002 wurde die letzte Fahrt auf der schon verkürzten Strecke durchgeführt, da die Brücke über die S 95 bei Dubring schon gesprengt und abgetragen war.Reiner Kiesel: Der kleine Kohlering der Deutschen Reichsbahn im Lausitzer Kohlerevier. Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf, ISBN 978-3-941908-41-3, Seite 70
Inzwischen gibt es beim ehemaligen Brückenbauwerk über die K 9227 in Scheckthal ein kleines Denkmal über die Lausitzer Grubenbahnlinie. Im Gelände der Energiefabrik Knappenrode existiert ein Rundkurs in 900 mm Spurweite mit Fahrzeugausstellung. Südlich von Wittichenau existiert zwischen der Schwarzen Elster und der Straße nach Saalau noch ein letzter erhaltener Bahndamm, der an die ehemalige Förderbahnstrecke in 900 mm erinnert. Da alle Brückenbauwerke abgebrochen sowie viele Dämme weitgehend abgetragen wurden, gibt es so gut wie nur noch einige wenige Anhaltspunkte über die Grubenbahnstrecke.Vor zehn Jahren endete der Grubenbahn-Traum, Zeitungsartikel auf Hoyte24-Nachrichten, 1. Juli 2011. Im Bereich des Dubringer Moores existiert ein Wander-/Fahrradweg an der ehemaligen Museumsbahnstrecke vorbei, nördlich der B 97 ist noch die ehemalige Trasse zum Koselbruch zu erahnen. Auch dieser Streckenabschnitt wurde als Wander-/Fahrradweg an Schwarzkollm vorbei weiter verwendet. Als letztes Bauwerk wurde die Brücke über die Bahnstrecke Węgliniec–Roßlau 2017 abgerissen.
Literatur Reiner Kiesel: Der kleine Kohlering der Deutschen Reichsbahn im Lausitzer Kohlerevier, Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2012, ISBN 978-3-941908-41-3, S. 68–70 Holger Neumann: Lausitzer Braunkohle, in: Ralph Lüderitz: Werk- und Industriebahnen in Ostdeutschland, EK-Verlag, Freiburg 1997, ISBN 3-88255-580-7, S. 44–57 Reiner Preuß: Auf schmaler Spur durch Sachsen, Schmalspurbahnen zwischen Zwickauer Mulde und Neiße, Bildverlag Böttger, Witzschdorf 1998, S. 24–25
Weblinks
Beschreibung der Lausitzer Grubenbahn auf www.sachsenschiene.net Dokumentation des LMBV über die Lausitzer Grubenbahnen Bericht über die Bahnstrecke Knappenrode–Zeißholz auf www.kuladig (2022) Bericht über die Bahnstrecke Laubusch–Zeißholz auf www.kuladig (2022)
Einzelnachweise
Kategorie:Bahnstrecke in Sachsen Kategorie:Werksbahn Kategorie:Montanbahn Kategorie:Lausitzer Braunkohlerevier