Johann Heinrich von Stammer (* 27. Juli 1603 in Westdorf; † 8. Mai 1654 auf Schloss Rammelburg) war Domherr am Naumburger Dom und am Dom zu Magdeburg und Besitzer des Amtes Rammelburg und des Ritterguts Wahren.

Leben und Wirken Er entstammte dem Adelsgeschlecht Stammer, das anfangs auf das Adelsprädikat von verzichtete. Sein Vater war der Genealogie entsprechend Echard Heinrich von Stammer († 1630) auf Westdorf und Arnstedt und seine Mutter Barbara von Treschkau († 1641) aus dem Hause Niedermark,Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. 1914. Jahrgang 15, Justus Perthes, Gotha 1913, S. 782–783. die auf der Burg Rammelburg starb. Über seinen jüngeren Bruder, den schwedischen Hauptmann Eckard Adam von Stammer (* 1608; † 1673) auf Westdorf und Ballenstedt folgten die weiteren Familien-Generationen bis weit in das 20. Jahrhundert hinein.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1916. Jahrgang 17, Justus Perthes, Gotha 1915, S. 793–794.

Mit 12 Jahren besuchte er in Quedlinburg die Lateinschule und studierte ab 1617 drei Jahre an der Universität Wittenberg. Danach lebte er einige Zeit am Hof in Wien und später in Frankreich und England. 1641 erwarb Stammer am Magdeburger Dom ein Kanonikat und 1647 am Dom zu Naumburg. Daneben stand er ab 1634 als Oberstleutnant im Dienst des Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen. Daher erwarb er im Kurfürstentum Sachsen 1650 auch das Rittergut Wahren bei Leipzig.

Nach dem Tod seines Vetters Adrian Arndt von Stammer, der mit Caspar von Berlepsch zu Rammelsburg verschwägert war, übernahm er ab 1636 das Schloss Rammelburg im Harz, wo er 1654 starb.

Sein Epitaph befindet sich im Magdeburger Dom, ist aber denkmalsgerecht dort nicht wie andere DomherrentafelnC. L. Brandt: Der Dom zu Magdeburg. Historische, architektonische und monumentale Beschreibung der Cathedrale. Verlag von Wilhelm Baensch, Magdeburg 1863, S. 119. näher beschrieben. Ein Informatio Facti in Sachen des Domkapitels zur Einlösung des Amtes Friedeburg aus dem Juli 1649, veröffentlicht 1665, bestätigt nochmals seine (ohne Adelsprädikat von) Domherrenstelle und die desNum. XVIII, In: Informatio Facti In Sachen Eines HochEhrwürdigen DomCapituls der Primat- und Erz-Bischöflichen Kirchen zu Magdeburg. Magdeburg 1665, Unpagnierte Seiten: 4. Georg Heinrich von Bernstein.

Literatur Heinz Wießner (Bearb.): Das Bistum Naumburg. Die Diözese. In: Germania Sacra, N.F., Band 35: Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg, (Teilbände 1 und 2). de Gruyter, Berlin 1997 (Teilband 1, ISBN 3-11-015193-6) und 1998 (Teilband 2, ISBN 3-11-015570-2). (Digitalisat, PDF) Matthias Ludwig: Das Bistüm Naumburg. Das Domstift Naumburg. In: Germania Sacra. Dritte Folge, 19,1; Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2021/2022, S. 1128, 1352, (Register), S. 1428.

Weblinks Johann Heinrich von Stammer, In: Germania Sacra (Digitalisat) (Abgerufen: 1. September 2024). Eintrag bei der FAU Erlangen-Nürnberg

Einzelnachweise

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