mini|St. Veit in Leipheim

Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Veit steht in Leipheim, einer Stadt im schwäbischen Landkreis Günzburg in Bayern. Das Bauwerk ist in der Liste der Baudenkmäler in Leipheim als Baudenkmal unter der Nr. D-7-74-155-12 eingetragen. Die Kirche gehört zum Dekanat Neu-Ulm des Kirchenkreises Augsburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Beschreibung Die Pseudobasilika aus einem Mittelschiff und zwei niedrigeren Seitenschiffen wurde am Ende des 14. Jahrhunderts erbaut. An das Mittelschiff ist in Nordosten ein dreiseitig geschlossener Chor, der von Strebepfeilern gestützt wird, angebaut. An der Nordostwand des Chors steht ein Chorflankenturm, der auf einen spätromanischen Chorturm zurückgeht. Er wurde aufgestockt, um die Turmuhr und den Glockenstuhl unterzubringen, und zwischen den mit Fialen verzierten Giebeln mit einem Satteldach bedeckt.

Der ältere Bruder von Bonifacius Stöltzlin hat das Altarretabel des Hochaltars mit dem Abendmahl Jesu versehen.

Orgel Eine erste Orgel in St. Veit wurde 1687 von Paul Prescher aus Nördlingen aufgestellt. Im Zuge des Neubaus von 1766 wurde dieses Instrument nach Oberfahlheim verkauft.

1766 erbaute der Ulmer Orgelbauer Georg Friedrich Schmahl ein einmanualiges Barockinstrument süddeutscher Prägung.

Die Disposition der Schmahl-Orgel lautete wie folgt:

Manual C–c3Principal 8′Oktave 4′Quinte 3′Oktave 2′Cimbel 3fach 1½′Bordun 16′ (C-H 8')Quintade 8′Gedackt 8′Viola 8′Gedackt 4'Viola Gamba 8'Pedal C–c1SubBass 16′OktavBass 8′ Koppeln: Pedakoppel Die Taste Cis ist in Manual und Pedal mit dem Ton cis verbunden.

Bis 1963 sind gelegentliche Ausbesserungen belegt. 1822 reparierte Joseph Speidel die Orgel gründlich und baute einen neuen Posaunenbass 16' ein.

Zwischen 1911 und 1922 sammelte die Kirchengemeinde für eine neue Orgel nach einem Entwurf von Steinmeyer. Diese wäre nach dem Ideal einer romantischen Orchesterorgel mit zwei Manualen, Pedal, 26 klingenden Registern und zahlreichen Spielhilfen ausgestattet worden, sowie mit einem neuen neogotischen Prospekt. Die Hyperinflation vernichtete die Ersparnisse und machte das Vorhaben zunichte.

Im Frühjahr 1932 führte Paul Ott eine gründliche Renovierung durch.

1960 erhielt der Orgelbauer Gerhard Schmid aus Kaufbeuren den Auftrag für einen Orgelneubau, im Wesentlichen das heutige Instrument. Die beiden Windladen des Manuals wurden wiederverwendet, ebenso wie 291 Pfeifen des Schmahlschen Werkes, die jedoch zum Teil umgesetzt und klanglich erheblich verändert wurden. Auch das Gehäuse der alten Orgel wurde in umgestalteter Form wiederverwendet, wobei ein Rückpositiv hinzukam.

Das neue Instrument hatte zwei Manuale und Pedal auf mechanischen Schleifladen und wurde am 7. Juli 1963 eingeweiht.

Nachdem das Instrument von Gerhard Schmid über die Jahre erhebliche Mängel zeigte, strebte die Gemeinde nach Abschluss der allgemeinen Renovierungsarbeiten an der Kirche 2020 erneut eine umfassende Renovierung der Orgel an. Diese wurde 2026 von der Orgelbauwerkstatt Lenter durchgeführt. Hinter dem alten Gehäuse wurde eine Zusatzlade errichtet. Die sehr dichte Platzierung der Orgelpfeifen durch Schmid wurde aufgelockert. Eine vollständige Neuintonation strebte einen Orgelklang an, der dem von Schmahl wieder sehr nahe kommt, ohne die Erweiterungen von Schmid aufzugegeben.

Die Disposition des neuen Instrumentes lautet wie folgt: I Rückpositiv C–g3Coppel 8′Rohr Floethen 4′Wald Floethen 2′Quinte 1'Terz 1′Tremulant II Hauptwerk C–g3Borduen 16′Principal 8′Quintathen 8′Viola di Gamba 8′Holz Floethen 8′Octave 4′Floethen 4′Quinte 2′Super Octave 2'Mixtur major 4–5fMixtur minor 2–3fTrompete 8'Pedal C–f1Sub Bass 16′Quinten Bass 5′Floethen Bass 8′Cello Bass 8'Tenor Flöte 4'Posaune 16' Koppeln: II/I, I/P, II/P

Literatur Erich Broy: Die evangelische St.-Veits-Kirche. In: Erich Broy (Hrsg.): Leipheim. Heimatbuch einer schwäbischen Stadt an der Donau. Band 1. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn 1991, ISBN 3-87437-310-X. S. 253–319

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