Kokoroko ist eine britische Band unter der Leitung von Sheila Maurice-Grey und Onome Edgeworth, die eine Fusion aus Jazz und Afrobeat darbietet. Der Bandname stammt von einem Wort aus der Sprache des Volkes der Urhobo in Nigeria und bedeutet „sei stark“ oder „unbeugsam“.
Geschichte Kokoroko wurde 2014 als Oktett gegründet, nachdem sich die beiden Musiker Sheila Maurice-Grey (Trompete, Flügelhorn, Gesang) und Onome Edgeworth (Congas, Percussion, Gesang) auf einer Künstlerreise in Kenia kennenlernten und aufgrund ihrer gemeinsamen Vorliebe für Musik eine Freundschaft schlossen. Zudem hatten sie auf einem dortigen Musikworkshop die Afrobeat-Musik entdeckt. Alle heutigen Mitglieder von Kokoroko sind in London aufgewachsen, haben aber afrikanische Wurzeln. Nachdem die Band ein Jahr lang in kleinen Clubs aufgetreten war, begann sie auf Festivals zu spielen. Zu dem Sampler We Out Here von Brownswood steuerte sie 2018 den Song Abusey Junction bei. Der entwickelte sich zu einem viralen Hit, und er hat mittlerweile über 75 Millionen Streams auf Spotify. 2019 wurde die Formation vom britischen The-Guardian-Journalist Ammar Kalia der Kategorie Ones to Watch (dt. "Die man unbedingt sehen sollte") zugeordnet.
Die Band wurde bei den Urban Music Awards 2020 als „Beste Gruppe“ ausgezeichnet. Ein Jahr später erhielt die Band den prestigeträchtigen Preis als „Jazzensemble des Jahres 2021“ bei den Parliamentary Jazz Awards.
Die Band veröffentlichte 2019 unter dem einfachen Titel Kokoroko ihre erste EP. Über 34 Millionen Klicks hatte eines ihrer Stücke Abusey Junction bis Oktober desselben Jahres generiert. 2022 folgte das Debüt-Album Could We Be More, das gute Kritiken erhielt, in den UK-Album-Charts bis auf den 30. Platz aufstieg und aufgrund seiner mitreißenden Energie für ein Live-Album gehalten wurde. Man sagte auch, Kokoroko spielt eine Art „Afrobeat der Zukunft.“ Im September 2022 gaben sie bei der weltweit ausgestrahlten Veranstaltung BBC Proms in der Royal Albert Hall ein Konzert.
Am 1. November 2024 veröffentlichte Kokoroko ihre EP Get The Message. Der Mitbegründer der Band Onome Edgeworth erklärte dazu: „Wir wollten eine Stimme der Hoffnung und des Trostes sein in einer Zeit, die nicht immer von positiver Energie, Einheit und Zusammengehörigkeit geprägt ist.“
mini|305x305px|Kokoroko am 15. Oktober 2024 im Beanfield Theater in Montréal, Kanada Die Band tourt seit ihrer Gründung außerhalb von Großbritannien in Frankreich, Belgien, Deutschland und den Niederlanden. 2024 und 2025 unternahm Kokoroko eine ausgedehnte Tournee, die sie nach Nordamerika und dann bis nach São Paulo in Brasilien sowie Australien führte. Ein Meilenstein in der internationalen Präsenz der Band war ein Auftritt bei dem US-amerikanischen Rundfunksenders NPR am 20. Oktober 2025: Kokoroko spielte ein Tiny Desk Concert mit vier ihrer bekanntesten Kompositionen. Dabei saß der britische, ehemalige Berklee-Absolvent Joel “JC” Clarke am Schlagzeug.
Das zweite Studio-Album Tuff Times Never Last wurde am 11. Juli 2025 in Septett-Besetzung veröffentlicht. Dazu der Co-Bandleader Onome Edgeworth: „Wir sind so viel auf Tour, da muss es Spaß machen. Wenn alle Songs zu ernst und intensiv sind, kann man manchmal den Spaß daran verlieren“, sagt er über den Schwerpunkt ihrer Musik über die Up-Tempo-Songs des Albums. „Wir haben uns gefragt, wie wir uns die nächsten Jahre vorstellen. Daraufhin haben wir Musik geschrieben, der wir Farbe und Verspieltheit verliehen haben.“ Das Album bewegt sich zwischen Brit-Funk der 80er Jahre, Neo-Soul, westafrikanischer Disco, Bossa Nova, Rock und Funk.
Kokoroko trat am 29. April 2026 vor 20.000 Zuschauern in der O2-Arena in London im Vorprogramm der britischen Neo-Soul-Sängerin und Grammy-Preisträgerin Olivia Dean auf. Bei deren „The Art of Loving“-Tournee fungierte Kokoroko in Glasgow und Manchester zwei weitere Male als Vorgruppe. 2026 traten Kokoroko auf verschiedenen Festivals in Europa, USA und Kanada auf, darunter auf dem Victoria International JazzFest.
Kokoroko hat eine neue Remix-EP mit dem Titel Brownswood Remix Editions 009 – Kokoroko Remixes fertiggestellt, die am 12. Juni 2026 erschien. Das Projekt interpretiert die besten Stück ihres 2025er-Albums Tuff Times Never Last neu. Eine kuratierte Auswahl an Produzenten bietet neue Soundperspektiven von drei, bei den Kokoroko-Fans, besonders beliebten Songs: Sweetie (IZCO Remix – 4:27), Time & Time (IG Culture Remix – 5:20) sowie Just Can’t Wait (musclecars extended mix – 9:27). Die EP vereint ein Trio von Remixtalenten mit den Künstlernamen IG Culture von Ian Grant, IZCO von Izzy Cofie und musclecars von Brandon Weems und Craig Handfield aus New York. mini|225x225px|Anoushka „Noushy“ Nanguy (2019)
2026 erhielt Kokoroko in Montreal/Kanada den Prix Antônio-Carlos-Jobim, der an Künstler verliehen wird, die sich im Bereich der Weltmusik besonders hervorgetan haben und deren Einfluss auf die Entwicklung des Jazz und des kulturellen Crossovers weithin anerkannt ist. Die Band wurde für den UK Jazz Act of the Year bei den Jazz FM Awards 2026 nominiert.
Diskografie Alben 2025: Tuff Times Never Last – Kokoroko (Brownswood – BWOOD0408) 2023: Could We Be More Remixes – Kokoroko (Brownswood – BWOOD0337DD) 2022: Could We Be More – Kokoroko (Brownswood – BWOOD0228)
EPs 2026: Brownswood Remix Editions 009 – Kokoroko Remixes (Brownswood – BWOOD457) 2026: Live From Metropolis Studios – Kokoroko (Brownswood – BWOOD0450DD) 2024: Get The Message – Kokoroko (Brownswood – BWOOD0383DD) 2021: Baba Ayoola / Carry Me Home – Kokoroko (Brownswood – BWOOD0252) 2019: Kokoroko (Brownswood – BWOOD0199)
Singles 2022: Something’s Going On – Kokoroko (Brownswood – BWOOD0241DD) 2020: Baba Ayoola – Kokoroko (Brownswood – BWOOD0235DD) 2020: Carry Me Home – Kokoroko (Brownswood – BWOOD0224DD)
Nominierungen und Auszeichnungen 2019: Listung von The Guardian in der Kategorie "Ones to Watch" (dt. "Die man unbedingt sehen sollte") 2019: Auszeichnung als Musikstück des Jahres "Abusey Junction" bei den Gilles Peterson's Worldwide Awards 2020: Auszeichnung mit dem Urban Music Award 2020 als „Beste Gruppe“ 2020: Listung bei den The Austin 100 (Musik-Redakteure von National Public Radio wählen 100 Künstler pro Jahr in Austin/Texas für das SXSW-Musikfestival) 2021: Auszeichnung als „Jazzensemble des Jahres 2021“ bei den Parliamentary Jazz Awards 2022: Listung für das Debütalbum Could We Be More als eines der 10 besten Jazz-Alben des Jahres von der Zeitung The Guardian 2022: Nominierung als Musikgruppe des Jahres Band of the Year bei den Jazz FM Awards 2022: Nominierung in der Kategorie „Best Jazz Act“ bei den MOBO Awards 2022 in Großbritannien 2026: Auszeichnung mit dem Prix Antônio-Carlos-Jobim beim Festival International de Jazz de Montréal. 2026: Nominierung für den UK Jazz Act of the Year als „Jazzensemble des Jahres 2026“ bei den Jazz FM Awards
Weblinks
Offizielle Internetseite
Bandporträt (Global Sounds) Brownswood Recordings (Label)
Einzelnachweise
Kategorie:Britische Band Kategorie:Fusion-Band Kategorie:Jazzband