Świetlino (deutsch Schweslin, früher Schweßlin oder Schwesslin) ist ein Dorf im Verwaltungsbezirk Landgemeinde Łęczyce in der polnischen Woiwodschaft Pommern und gehört zum Powiat Wejherowski.
Geographische Lage Das Dorf liegt in Hinterpommern, an der Łeba, in der Nähe der früheren Grenze zu Westpreußen, etwa 30 Kilometer südöstlich der Stadt Łeba an der Ostsee, 13 Kilometer nordöstlich von Lębork, 20 Kilometer westlich von Wejherowo und vier Kilometer ostnordöstlich von Łęczyce.
Geschichte Zur Zeit des Deutschen Ordens wurde zeitweilig zwischen den Nachbarorten Swislin Nadol und Swislin Ragor (Nieder und Hoch Schweslin) unterschieden; in den Zinstabellen von 1437 wird nur noch Swislin Nadol aufgezählt.Franz Schultz: Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern. H. Badengoths Buchdruckerei, Lauenburg 1912, S. 437–438 (ub.uni-greifswald.de). Schweslin ist immer ein fiskalisches Dorf gewesen, das angrenzende Forstrevier unterstand der unmittelbaren Aufsicht des Hauptmanns von Lauenburg.
Das Amtsdorf Schweslin des königlichen Amts Lauenburg hatte um 1780 einen Oberförster, der einen Bauernhof besaß, einen Freischulzen, zehn Bauern, einen Freibauern, einen Büdner, der als Schulmeister fungierte, und 17 Feuerstellen (Haushaltungen); ebenfalls zur Ortschaft gehörte die Meddersiner Mühle, eine Erbwassermühle, in der die Einwohner von Schweslin Zwangsmahlgäste waren.Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. II. Teil, 2. Band: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 1049, Ziffer (2) (Google Books).
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Schweslin eine Flächengröße von 7,1 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 57 bewohnte Wohnhäuser an neun verschiedenen Wohnstätten:
Das Dorf Schweslin war kreisförmig angelegt worden, die Dorfstraße wurde „der Ring“ genannt.
Um 1935 gab es in Schweslin unter anderem zwei Gasthöfe, eine Schmiede und eine Stellmacherei.Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1113 (Google Books).
Bis 1945 bildete Schweslin eine Landgemeinde im Landkreis Lauenburg in Pommern im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern im Deutschen Reich. Der Ort war Sitz des Amtsbezirks Schweslin.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte Anfang März 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde der Kreis Lauenburg von der Sowjetunion zusammen mit ganz Hinterpommern der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Anschließend begann die Zuwanderung polnischer Zivilisten, von denen die einheimischen Dorfbewohner aus ihren Häusern und Gehöften gedrängt wurden. Der Ortsname Schweslin wurde zu Świetlino polonisiert. In der darauf folgenden Zeit wurden die Alteinwohner Schweslins von der polnischen Administration aus Schweslin vertrieben.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1818 269 Dorf, königliche BesitzungAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 4: P–S, Halle 1823, S. 295, Ziffer 3667 (Google Books) 1822 285 Amtsdorf, mit dem Katen Spruth und der Meddersiner WassermühleFriedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht. Berlin/Stettin 1827, S. 286, Ziffer 16 (Google Books). 1852 511 DorfKraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Decker, Berlin 1856, S. 566 (Google Books). 1867 513 am 3. Dezember, LandgemeindePreußisches Statistischen Landesamt: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung (Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Pommern). Berlin 1873, 166–167, Ziffer 56 (Google Books). 1871 550 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 542 Evangelische, sieben Katholiken und ein sonstiger Christ 1910 509 am 1. Dezember, davon 469 in der Landgemeinde und 40 im Forstgutsbezirk 1925 453 darunter 418 Evangelische und 25 Katholiken (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) 1933 461 1939 461
Kirche mini|hochkant|Dorfkapelle (2011) Kirchspiel bis 1945 Die vor 1945 hier lebenden Dorfbewohner gehörten mit großer Mehrheit der evangelischen Konfession an. Das evangelische Kirchspiel war in Bresin.
Das katholische Kirchspiel war in Lauenburg in Pommern.
Polnisches Kirchspiel seit 1945 Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft ist überwiegend katholisch.
Hier lebende evangelische Polen sind dem weit entfernten Pfarramt der Kreuzkirchengemeinde in Stolp in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen zugeordnet, deren nächstgelegene Predigtstätte in Lębork (Lauenburg in Pommern) ist.
Persönlichkeiten Arthur Will (1848–1912), deutscher Politiker, Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und des Deutschen Reichstags, kaufte 1886 einen Bauernhof in Schweslin,Herrmann A. L. Degener: Wer ist's?, V. Ausgabe, Degener, Leipzig 1911, S. 1611 (Google Books). wurde hier Gemeindevorsteher und fungierte von Oktober 1903 an bis zu seinem Tod als Amtsvorsteher des Amtsbezirks SchweslinAmtsbezirk Schweslin (Territorial.de)
Literatur Schweslin, Dorf und Forstgutsbezirk, Kreis Lauenburg Pomm., Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 (meyersgaz.org) Lanz, Dorf, Amtsbezirk Schweslin, Kreis Lauenburg Pomm., Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Lanz (mit dem östlichen Nachbardorf Schweslin und dem Schwesliner Forst) (meyersgaz.org) Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. II. Teil, 2. Band: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 1051, Ziffer (17) (Google Books), und S. 1053, Ziffer (7) (Google Books). Franz Schultz: Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern. H. Badengoths Buchdruckerei, Lauenburg 1912, S. 437–438 (ub.uni-greifswald.de).
Weblinks
Amtsbezirk Schweslin (Territorial.de) (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
Fußnoten
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