mini|Amerikanische Truppen landen auf Saipan

Die Schlacht um Saipan war eine Schlacht während des Zweiten Weltkrieges. Sie war Teil von Operation Forager, der Eroberung der Marianen-Inseln im Pazifik. Sie fand zwischen dem 15. Juni und dem 9. Juli 1944 statt. Es war eine bedeutende Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Kaiserreich Japan. Die US-amerikanischen Streitkräfte planten, Saipan als strategischen Stützpunkt zu erobern, um von dort aus Luftangriffe auf Japan durchzuführen. Die Schlacht begann mit einer intensiven Bombardierung durch US-amerikanische Flugzeuge und Schiffe, gefolgt von einer amphibischen Landung. Die japanischen Verteidiger, darunter Soldaten, Marineinfanteristen und Zivilisten, leisteten einen verzweifelten Widerstand und führten mehrere Gegenangriffe durch. Das Gelände auf Saipan, gekennzeichnet durch Klippen, Dschungel und Verteidigungsstellungen, erschwerte den Vormarsch der US-Truppen erheblich. Die Eroberung wurde durch heftige Kämpfe, Artilleriebombardements und Nahkampfgefechte geprägt. Die US-Truppen erzielten schließlich einen Durchbruch, indem sie die japanischen Verteidigungslinien durchbrachen und wichtige Punkte eroberten. Die japanischen Verteidiger erlitten hohe Verluste und viele begingen Suizid, um einer Gefangennahme zu entgehen. Am Ende erlangten die Vereinigten Staaten die Kontrolle über Saipan, was einen Wendepunkt im Pazifikkrieg darstellte und den Weg für weitere Operationen in der Region ebnete. Der Erfolg der Operation Forager ermöglichte den USA auch wie geplant die strategische Bombardierung Japans mit den seinerzeit neuen, erst kurz zuvor in Dienst gestellten Langstreckenbombern vom Typ B-29 und führte schließlich zum Abwurf von Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki.

Vorgeschichte Saipan stand von 1899 bis 1914 unter deutscher Verwaltung (Deutsch-Neuguinea). Nach dem Abzug der deutschen Kolonialtruppen 1918 übernahm das Japanische Kaiserreich die Insel und baute dort 1930 ein Flugfeld. Seit 1935 operierten landgestützte japanische Flugzeuge von diesem Rollfeld aus. 1940, kurz vor dem Ausbruch des Pazifikkrieges, befahl die japanische Regierung unter Premierminister Tōjō Hideki den Bau starker Verteidigungsanlagen auf den Inseln des Zentralpazifiks, unter ihnen auch die Marianen. Saipan und Tinian wurden 1941 zu starken Festungen ausgebaut, während die Insel Guam, die Anfang 1942 von japanischen Soldaten erobert worden war, 1943 befestigt wurde. Auf Saipan waren Ende 1942 etwa 6.000 Soldaten stationiert, die im Laufe des Jahres 1943 durch weitere 20.000 verstärkt wurden. Auch die japanische 2. Panzerbrigade wurde auf der Insel stationiert. Hierzu wurden auch zahlreiche Zwangsarbeiter aus der koreanischen Zivilbevölkerung rekrutiert, die am Ausbau der noch nicht vollendeten Verteidigungsanlagen arbeiten sollten.

Nach der Schlacht um Midway zeichnete sich für die US-Streitkräfte eine Wende im Pazifikkrieg ab; Grund hierfür war die neuentwickelte Taktik des sogenannten „Island Hoppings“, bei der die am stärksten befestigten feindlichen Stützpunkte nicht angegriffen wurden und nur einige Inseln erobert wurden. Mit dieser Taktik waren bereits die Salomonen, die Gilbert- und Marshallinseln sowie fast ganz Neuguinea zurückerobert worden. Der US-Stab beschloss Anfang 1944, mit derselben Taktik auch die 6.000 km von Hawaii entfernten Marianen unter US-Kontrolle zu bringen.

Auftakt USA +Streitkräfte der USANorthern Troops and Landing ForceHoffman: Saipan. U.S. Government Printing Office, Washington D.C. 1950, S. 270–273.OberkommandoGeneralleutnant: Holland M. SmithChief Of StaffBrigadegeneral: Craves B. Erskine2. Marine DivisionKommandoGeneralmajor: Thomas E. WatsonAssistant Division CommanderBrigadegeneral: Merritl A. EdsonChief Of StaffOberst: David M. Shoup2. Marine-Regiment Oberst: Water J. Stuart 1. Bataillon – Oberstleutnant: Wood B. Kyle 2. Bataillon – Oberstleutnant: Richard C. Nutting 3. Bataillon – Oberstleutnant: Arnold F. Johnston (15. Juni bis 21. Juni, 5. Juli bis 9. Juli), Major: Harold „K“ Throneson (21. Juni bis 4. Juli)6. Marine-Regiment Oberst: James P. Riseley 1. Bataillon – Oberstleutnant: William K. Jones

2. Bataillon – Oberstleutnant: Raymond L. Murray, Major: LeRoy P. Hunt, Jr. (ab 15. Juni) 3. Bataillon – Oberstleutnant: John W. Easley, Major: John K. Rentsch (15. Juni bis 2. Juli)8. Marine-Regiment Oberst: Clarence R. Wallace 1. Bataillon – Oberstleutnant: Lawrence C. Hays. Jr

2. Bataillon – Oberstleutnant: Henry P. Crowe, Major: William O. Chamberlin (ab 15. Juni) 3. Bataillon – Oberstleutnant: John C. Miller, Major: Stanley E. Larsen (ab 15. Juni)10. Marine-Regiment Oberst: Raphael Griffin 1. Bataillon – Oberst: Presley M. Rixey, Major: Wendell H. Best (ab 25. Juni)

2. Bataillon – Oberstleutnant: George R. E. Shell, Major: Kenneth C. Houston (ab 16. Juni) 3. Bataillon – Major: William L. Crouch, Major: James O. Appleyard (ab 8. Juli) 4. Bataillon – Oberstleutnant: Kenneth A. Torgensen18. Marine-Regiment Oberstleutnant: Russel Lloyd, Oberstleutnant: Ewart S. Laue (ab 26. Juni) 1. Bataillon – Oberstleutnant: August L. Vogt29. Marine-Regiment 1. Bataillon – Oberstleutnant: Guy E. Tannyhill, Oberstleutnant: Rathvon M. Tompkins (17. Juni bis 2. Juli), Oberstleutnant: Jack P. Juhan (2. Juli bis 4. Juli), Major: William W. McKinley (ab 4. Juli)Artillerie 2. 155 mm Haubitzen-Bataillon – Oberstleutnant: Marvin H. FloomPanzer 2. Panzer-Bataillon – Major: Charles W. McCoy4. Marine DivisionKommandoGeneralmajor: Harry SchmidtAssistant Division CommanderBrigadegeneral: Samuel C. CummingChief Of StaffOberst: William W. Rogers14. Marine-Regiment Oberst: Louis G. DeHaven 1. Bataillon – Oberstleutnant: Harry J. Zimmer

2. Bataillon – Oberstleutnant: George B. Wilson, Jr. 3. Bataillon – Oberstleutnant: Robert E. MacFarlane 4. Bataillon – Oberstleutnant: Carl A. Youngdale20. Marine-Regiment Oberstleutnant: Nelson K. Brown 1. Bataillon – Major: Richard G. Ruby

2. Bataillon – Major: John H. Partridge23. Marine-Regiment Oberst: Louis R. Jones 1. Bataillon – Oberstleutnant: Ralph Haas

2. Bataillon – Oberstleutnant: Edward J. Dillon 3. Bataillon – Oberstleutnant: John J. Cosgrove Jr., Major: Paul S. Treitel (ab 19. Juni)24. Marine-Regiment Oberst: Franklin A. Hart 1. Bataillon – Oberstleutnant: Maynard C. Schultz, Major: Robert N. Fricke (16. Juni bis 18. Juni), Oberstleutnant: Austin R. Brunelli (18. Juni bis 4. Juli), Oberstleutnant: Otto Lessing (ab 4. Juli)

2. Bataillon – Oberstleutnant: Richard Rothwell 3. Bataillon – Oberstleutnant: Alexander A. Vandegrift. Jr.25. Marine-Regiment Oberst: Merton J. Batchelder 1. Bataillon – Oberstleutnant: Hollis U. Mustain

2. Bataillon – Oberstleutnant: Lewis C. Hudson, Jr 3. Bataillon – Oberstleutnant: Justice M. ChambersArtillerie 4. 102-mm Haubitzen-Bataillon – Oberstleutnant: Douglas E. ReevePanzer 4. Panzer-Bataillon – Major: Richard K. Schmidt Die Einnahme von Saipan im Verlauf des Krieges gegen Japan begann am 14. Januar 1943 in Casablanca. Auf einer Sitzung der Combined Chiefs of Staff bemerkte Admiral Ernest J. King: Die Marianen sind der Schlüssel zu dieser Situation, weil sie auf der japanischen Kommunikationslinie liegen. Am 12. März 1944 erteilte der Generalstab Admiral Nimitz die Weisung für den Angriff auf die Marianen. Ziel war es, die Inseln als vorgeschobene Marinebasen und die Flugfelder für die neuen amerikanischen B-29-Bomber zu nutzen.Die Bomber hatten eine Reichweite von etwa 2800 Kilometern. Damit konnten sie die rund 2.400 km entfernten japanischen Hauptinseln erreichen. Die US-Streitkräfte für Saipan bestanden aus der 2. Marinedivision unter dem Kommando von Generalmajor Thomas E. Watson, der 4. Marinedivision unter Generalmajor Harry Schmidt sowie der 27. Infanteriedivision unter Generalmajor Ralph Smith.Morison: New Guinea and the Marianas. Little, Brown and Company, Boston 1981, S. 5, S. 9.

Japan Die wesentlichen Kampfverbände waren die 43. Division unter dem direkten Kommando von Saito, die 47. gemischte Brigade unter Oberst Ōba Sakae sowie das 9. Panzerregiment unter Oberst Goto mit 48 leichten und mittleren Panzern. An verschiedenen Punkten entlang der Küste wurden so weit wie möglich Verteidigungsanlagen errichtet. Insgesamt standen den Japanern acht 152-mm-, neun 140-mm- und acht 120-mm-Kanonen sowie vier 200-mm-Mörser zur Verfügung. Außerdem gab es verteilt über die Insel mehrere Betonbunker. Als der Angriff auf Saipan begann, waren die Verteidigungsanlagen auf Saipan nur teilweise fertig gestellt. Dies hatte vor allem drei Gründe: Durch den schnellen Vorstoß der Vereinigten Staaten durch die Gilbert- und Marshallinseln und die Umgehung der Karolinen blieb den Japanern wenig Zeit für den Transport von Baumaterial. Die effektive U-Boot-Aktivität der USA führte zur Versenkung vieler Schiffe auf dem Weg nach Saipan. Die fälschliche Annahme der Japaner, dass das nächste Ziel der Vereinigten Staaten die Palauinseln sein würden, was sie dazu veranlasste, diesen Inseln Vorrang bei der Lieferung von Baumaterial zu geben. Anstatt die Verteidigungsmöglichkeiten von Saipan voll auszuschöpfen, war der gesamte japanische Verteidigungsplan darauf ausgerichtet, die feindlichen Landungstruppen am Strand zu vernichten. Auch wenn das Oberkommando über das Gebiet bei Generalleutnant Hideyoshi Obata lag, befand sich die eigentliche Befehlsgewalt über die Verteidigung von Saipan bei Generalleutnant Yoshitsugu Saitō.Hoffman: S. 9ff.Morison: S. 169.

Schlacht Am 11. Juni 1944 begann die Bombardierung zur Vorbereitung der Invasion. Vizeadmiral Marc Andrew Mitscher, Befehlshaber von Task Force 58, ließ am Nachmittag des gleichen Tages einen Luftangriff mit 200 Flugzeugen auf die völlig überraschten japanischen Verteidiger starten. Bei diesem Angriff wurden 150 japanische Flugzeuge zerstört. Am 13. Juni eröffnete Task Group 58.7 – bestehend aus sieben Schlachtschiffen, vier Kreuzern und mehreren Zerstörern – das Feuer auf die Insel. Durch die mehrere Tage andauernden Luftangriffe und Bombardierungen wurde ein Großteil der Verteidigungsfähigkeit der Japaner ausgeschaltet.Rohwer: Chronology of the war at sea. Naval Institute Press, Annapolis 2005, S. 335.

15. Juni Um 8:12 Uhr fuhr die erste Welle, bestehend aus 96 LVT, 68 gepanzerten Amphibienschleppern und einem Dutzend Kontrollschiffen, in Richtung der Landezonen. Bei Afetna Point stürmten das 6. und das 8. Marine-Regiment der 2. Marinedivision die mit Red und Green gekennzeichneten Landeplätze. Bei Charan Kanoa südlich von Afetna Point befanden sich die beiden Landezonen Blue und Yellow, auf denen das 23. und das 25. Marineregiment der 4. Marinedivision landeten. Das Manövrieren der Landungsboote führte zu keiner Reaktion der japanischen Geschütze, außerdem war keine Verstärkung in dem bedrohten Sektor zu sehen. Um etwa 8:43 Uhr eröffneten die Japaner jedoch das Feuer auf die amerikanischen Soldaten. Trotz des feindlichen Beschusses, bei dem es zu schweren Verlusten kam, waren innerhalb von 20 Minuten 700 LVTs und 8.000 Soldaten an Land gegangen.Shaw, Nalty, Turnbladh: Central Pacific Drive History of U. S. Marine Corps Operations in World War II. U.S. Government Printing Office, Washington D.C. 1966, S. 264ff. mini|Der Landungsstrand Red Beach 2 um 13:00 Uhr, Marineinfanteristen werden durch japanische Truppen beschossen

Red Auf dem Strandabschnitt Red stießen das 2. und 3. Bataillon des 6. Marineregiments auf heftigen Widerstand und erlitten schwere Verluste an Personal und Ausrüstung. Die wenigen LVTs, denen es gelang, das Feuer zu überstehen und einen Weg von den Stränden zu finden, wurden bald von Felsen oder Sümpfen aufgehalten. Nach der Landung konnte das 6. Regiment nur einen flachen, 70 bis 90 Meter breiten Brückenkopf auf der Küstenstraße errichten. Die mit der Errichtung verbundenen Schwierigkeiten wurden durch Granatenexplosionen von mehreren brennenden LVT(A) in der Nähe noch vervielfacht.