Roberto Mancini (* 27. November 1964 in Jesi) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler und heutiger ‑trainer. Als Spieler gewann er zwei Mal, als Trainer drei Mal die italienische Meisterschaft. Seit Juli 2026 ist er erneut Cheftrainer der italienischen Nationalmannschaft, was er bereits von Mai 2018 bis August 2023 war. Mit der Mannschaft gewann er die Europameisterschaft 2021.
Spielerkarriere Vereine Der Stürmer Roberto Mancini startete seine Profilaufbahn 1981 beim FC Bologna, für den er in seiner ersten Saison 30 Spiele in der Serie A bestritt und neun Tore erzielte. Zwischen 1982 und 1997 spielte er dann für Sampdoria Genua, wo er gemeinsam mit seinem kongenialen Sturmpartner Gianluca Vialli maßgeblich dazu beitrug, dass diese Jahre die erfolgreichsten der Vereinsgeschichte wurden. Mancini bestritt für Genua 424 Ligaspiele und erzielte dabei 132 Tore. Viermal gewann er mit Sampdoria den italienischen Pokal und 1991 führte er den Verein zu seiner bislang einzigen italienischen Meisterschaft. Zudem gewann Genua mit Mancini 1990 den Europapokal der Pokalsieger und erreichte zwei Jahre später das Finale des Europapokals der Landesmeister, wo sich die Mannschaft erst in der Verlängerung dem FC Barcelona geschlagen geben musste.
Nach 15 Jahren in Genua wechselte Mancini 1997 für drei Jahre zu Lazio Rom und bestritt dort 87 Ligaspiele und erzielte 15 Tore. Mit Lazio wurde er 2000 italienischer Meister, zweimal (1998 und 2000) Pokalsieger und gewann 1999 erneut den Europapokal der Pokalsieger in seiner letztmaligen Austragung sowie den europäischen Supercup.
Im Sommer 2000 wurde er Assistent von Trainer Sven-Göran Eriksson bei Lazio und wechselte im Januar 2001 noch einmal als Spieler zum englischen Club Leicester City, wo er nur einen Monat blieb.
Nationalmannschaft In der italienischen Nationalmannschaft setzte sich Mancini nie endgültig durch. Zwischen 1984 und 1994 spielte er 36 mal im Nationaltrikot, erzielte dabei vier Tore und nahm an der Fußball-Europameisterschaft 1988 in Deutschland sowie an der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien teil. Nach einem Streit mit Trainer Arrigo Sacchi im Vorfeld der Weltmeisterschaft 1994 beendete er seine Nationalmannschaftskarriere.
Trainerkarriere mini|Mancini als Trainer der italienischen Nationalmannschaft (2021) Anfänge Unmittelbar nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn übernahm Mancini im Februar 2001 als Cheftrainer den italienischen Erstligisten AC Florenz, den er im selben Jahr zum Gewinn des italienischen Pokals führte. Nach seinem Rücktritt bei der AC Florenz im Januar 2002 wurde er im Juli 2002 Trainer von Lazio Rom, wo er zwei Jahre blieb und seine Tätigkeit mit dem Pokalsieg 2004 krönte. Zudem qualifizierte sich das Team unter seiner Führung 2002/03 für die UEFA Champions League 2003/04, aus der man nach der Gruppenphase ausschied.
Inter Mailand Von 2004 bis 2008 war Mancini Trainer von Inter Mailand und gewann in seiner ersten Saison den italienischen Pokal und den italienischen Supercup. 2005/06 wurde Inter Mailand nachträglich der Meistertitel zuerkannt, da Juventus Turin und der AC Mailand wegen des Manipulationsskandals Punktabzüge erhielten. Damit war das Double perfekt, denn der Pokalsieg wurde wiederholt. 2006/07 gewann Inter Mailand erneut die italienische Meisterschaft. Am 12. März 2008 erklärte Mancini seinen Rücktritt zum Saisonende, welchen er einen Tag später, mit der Absicht seinen Vertrag bis 2012 zu erfüllen, widerrief. Am 29. Mai 2008 wurde Mancini trotz des kurz zuvor gewonnenen dritten Meistertitels in Folge nach immer größer werdenden Differenzen mit Spielern und Betreuern entlassen.
Manchester City Am 19. Dezember 2009 übernahm Mancini den Trainerposten bei Manchester City in der englischen Premier League als Nachfolger des entlassenen Mark Hughes., fussballtransfers.com, 20. Dezember 2009. 2011 gewann er mit seiner Mannschaft den englischen Pokal. In der folgenden Saison fixierte er mit Manchester City am letzten Spieltag die englische Meisterschaft. Nachdem er mit Manchester City den Meistertitel nicht verteidigt hatte, in der Champions League Gruppenletzter geworden war und auch das FA-Cup-Finale gegen Wigan Athletic verloren hatte, wurde Mancini am 13. Mai 2013 von der Vereinsführung entlassen.Manchester City entlässt Trainer Roberto Mancini, welt.de, 14. Mai 2013.
Galatasaray Istanbul und Zenit St. Petersburg Am 30. September 2013 unterzeichnete Mancini beim türkischen Rekordmeister Galatasaray Istanbul einen Dreijahresvertrag,, galatasaray.org, 30. September 2013. der im Juni 2014 aufgelöst wurde., sport1.de, 11. Juni 2014.
Ab November 2014 war Mancini erneut Cheftrainer von Inter Mailand. Er löste Walter Mazzarri ab., inter.it, 14. November 2014. Am 8. August 2016 wurde er entlassen. Im Juni 2017 wurde er von Zenit St. Petersburg verpflichtet. Im Mai 2018 wurde die Zusammenarbeit zwischen Mancini und Zenit beendet.
Italienische Nationalmannschaft Im Mai 2018 verpflichtete der italienische Fußballverband Mancini als Cheftrainer der italienischen Nationalmannschaft. Bei der durch die COVID-19-Pandemie um ein Jahr verschobenen, kontinental ausgetragenen Europameisterschaft gewann er mit dem Team den Titel, nachdem man sich im Finale mit 3:2 nach Elfmeterschießen gegen England durchgesetzt hatte.
Im August 2023 trat Mancini als italienischer Nationaltrainer zurück.
Saudi-Arabische Nationalmannschaft Kurz nach seinem Rücktritt als Trainer der Azzurri wurde Mancini im August 2023 Nationaltrainer Saudi-Arabiens. Im Oktober 2024 wurde der Vertrag aufgelöst.
Al-Sadd Nach über einem Jahr ohne Verein wurde Mancini im November 2025 Cheftrainer beim katarischen Meister al-Sadd, wo er einen Vertrag bis zum Jahr 2028 erhielt. Er gewann in der Saison 2025/26 mit der Mannschaft die Qatar Stars League. Im Juni 2026 verkündete Mancini, dass er den Verein verlassen werde.
Zweite Amtszeit bei der italienischen Nationalelf Im Juli 2026 wurde Mancini erneut als italienischer Nationaltrainer vorgestellt, nachdem zuvor Gennaro Gattuso von seinem Amt zurückgetreten war und die Kandidaten Pep Guardiola sowie Andrea Pirlo dem Verband nicht mehr zur Verfügung standen.
Titel als Spieler International Europapokalsieger der Pokalsieger (2): 1990 (Sampdoria Genua), 1999 (Lazio Rom) UEFA-Super-Cup-Sieger: 1999 (Lazio Rom)
National Italienischer Meister (2): 1991 (Sampdoria Genua), 2000 (Lazio Rom) Italienischer Pokalsieger (6): 1985, 1988, 1989, 1994 (alle Sampdoria Genua), 1998, 2000 (beide Lazio Rom) Italienischer Supercupsieger (2): 1991 (Sampdoria Genua), 1998 (Lazio Rom)
Persönliche Auszeichnungen Oscar del Calcio (Bester Spieler der Serie A laut italienischem Spielerverband): 1997 Guerin d’Oro (Bester Spieler der Serie A laut italienischer Sportpresse): 1988, 1991
Titel als Trainer mini|Roberto Mancini beim Treffen der Nationalmannschaft mit dem italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella in Rom am 12. Juli 2021 nach dem Gewinn der Europameisterschaft Als Nationaltrainer Europameister: 2021 (Italien)
Als Vereinstrainer Italien Meister (3): 2006, 2007, 2008 (alle Inter Mailand) Pokalsieger (4): 2001 (AC Florenz), 2004 (Lazio Rom), 2005, 2006 (beide Inter Mailand) Supercupsieger (2): 2005, 2006 (beide Inter Mailand)
England Meister: 2012 (Manchester City) Pokalsieger: 2011 (Manchester City) Supercupsieger: 2012 (Manchester City)
Türkei Pokalsieger: 2014 (Galatasaray Istanbul)
Katar Meister: 2026 (al-Sadd)
Persönliche Auszeichnungen Panchina d’Oro: 2007/08 Trainer des Monats der Premier League: Dezember 2010, Oktober 2011 Enzo Bearzot Award: 2019 Gazzetta Sports Award: Italiens Sportler des Jahres / Italiens Trainer des Jahres 2019 World Soccer (Trainer des Jahres): 2021 Globe Soccer Award (Bester Trainer des Jahres): 2021 IFFHS Welt-Nationaltrainer: 2021 Premio Bulgarelli Number 8 – Trainer der Saison: 2020/21
Ehrungen 1991: Verdienstorden der Italienischen Republik (Ritter) 2021: Verdienstorden der Italienischen Republik (Großoffizier) 2021: Ehrendoktor in Sportwissenschaft (Scienze motorie e sportive) der Università degli Studi di Urbino „Carlo Bo“, Urbino 2021: Botschafter der Stadt Jesi
Privates Roberto Mancini ist verheiratet. Das Paar hat drei Kinder, eine Tochter und die beiden Söhne Filippo und Andrea, welche beide Fußballspieler sind.
Literatur Gianluca Vialli, Roberto Mancini: La bella stagione Arnoldo Mondadori Editore, 2021, ISBN 978-88-04-73864-0. Marco Ansaldo, Renzo Parodi: Il bacio al pallone. Lo spirito vincente di Mancini e Vialli dallo scudetto della Sampdoria alla Nazionale. Il Canneto Editore, 2021, ISBN 979-12-80239-14-3. Marco Gaetani: Roberto Mancini, senza mezze misure 66thand2nd, 2021, ISBN 978-88-3297-177-4.
Weblinks
Roberto Mancini auf der Website der FIGC
Offizielle Website (italienisch, englisch, französisch, spanisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Fußballnationalspieler (Italien) Kategorie:Teilnehmer an einer Fußball-Weltmeisterschaft (Italien) Kategorie:Teilnehmer an einer Fußball-Europameisterschaft (Italien) Kategorie:Sieger des Fußball-Europapokals der Pokalsieger Kategorie:Fußballspieler (FC Bologna) Kategorie:Fußballspieler (Sampdoria Genua) Kategorie:Fußballspieler (Lazio Rom) Kategorie:Fußballspieler (Leicester City) Kategorie:Italienischer Meister (Fußball) Kategorie:Coppa-Italia-Sieger Kategorie:UEFA-Super-Cup-Sieger Kategorie:Fußballnationaltrainer (Italien) Kategorie:Fußballtrainer (AC Florenz) Kategorie:Fußballtrainer (Lazio Rom) Kategorie:Fußballtrainer (Galatasaray Istanbul) Kategorie:Fußballtrainer (Inter Mailand) Kategorie:Fußballtrainer (Manchester City) Kategorie:Fußballtrainer (Zenit St. Petersburg) Kategorie:Fußballtrainer (al-Sadd Sports Club) Kategorie:Fußballeuropameister (Nationaltrainer) Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Ritter) Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großoffizier) Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1964 Kategorie:Mann