mini|hochkant=1.25|Mariä Reinigung in Konzenberg Die römisch-katholische Pfarrkirche Mariä Reinigung steht in Konzenberg, einem Gemeindeteil von Haldenwang im schwäbischen Landkreis Günzburg in Bayern. Das Bauwerk ist in der Liste der Baudenkmäler in Haldenwang als Baudenkmal unter der Nr. D-7-74-140-11 eingetragen.
Baubeschreibung Langhaus und Turm Die Kirche Mariä Reinigung wurde 1853/54 anstelle der Kapelle von Schloss Haldenwang als Saalkirche gebaut, nachdem diese der Kirchengemeinde nicht mehr zur Verfügung stand. Am 17. Mai 1868 wurde die neue Kirche geweiht. Sie besteht aus einem innen 15 Meter × 8,7 Meter großen Langhaus, einem eingezogenen, sechs Meter tiefen, dreiseitig geschlossenen Chor im Süden und dem Fassadenturm im Norden, in dem sich das Portal befindet. Dieser mit einem spitzen Helm bedeckte Turm wurde 1954 gebaut. Er ersetzt einen hohen Giebelreiter, der zur Renovierung eingerüstet bei einem Unwetter am 18. Juli 1953 zerstört worden war. Am 18. Juli 1954 weihte Weihbischof Josef Zimmermann den neuen Turm. Architekt war Michael Kurz aus Göggingen.Florian Mayr: Aus der Geschichte der Gemeinde und Pfarrei Konzenberg. Hrsg. Kath. Pfarramt Konzenberg, S. 27–38.
Im obersten Geschoss des Turms hängt ein vierstimmiges Geläut, dessen Geschichte verwirrend erscheint. 1854 wurden die Glocken aus der Schlosskapelle übernommen, 85 und 42,5 Kilogramm schwer, und in den Turm der neuen Kirche verbracht. 1917 musste die kleinere für Kriegszwecke abgeliefert werden. Die 1922 als Ersatz gelieferte Glocke harmonierte aber nicht mit der verbliebenen, woraufhin zwei neue bestellt und die alten in Zahlung gegeben wurden; die neuen waren 225 Kilogramm und 100 Kilogramm schwer. Die größere Glocke wurde 1943 für den Krieg eingezogen. 1950 kaufte die Gemeinde wieder zwei neue Glocken, 160 und 65 Kilogramm schwer. Die größte der insgesamt vier Glocken kam 1953. Seit 1961 werden sie elektrisch geläutet. Unter den Schallöffnungen an der Nord- und Südseite sind die Zifferblätter Turmuhr angebracht.
Im Frühjahr 1940 wurde an den vorderen nördlichen Teil des Langhauses und an den Chor bis zu dem dreiseitigen Schluss die Sakristei angebaut. In Verbindung damit wurde die Kanzel versetzt, sodass sie von der Sakristei aus betreten werden kann. Vorher gab es eine Treppe vor dem linken Seitenaltar.
Innenraum Der Innenraum des Langhauses ist mit einer Flachdecke überspannt, der Chor mit einem Gewölbe. Im Zuge einer Renovierung im Jahr 1945 malte Alfons Epple die Decken aus, über dem Chor das Lamm Gottes und über dem Kirchenschiff die Darstellung des Herrn oder Darstellung Jesu im Tempel, umgeben von Kassettenmalereien. Ein früher gebräuchlicher Titel dieses Gemäldes war Mariä Reinigung – so wie die Kirche benannt ist –, weil auch die Gottesmutter Maria nach der Geburt des Kindes entsprechend dem Gesetz des Alten Testaments 40 Tage als unrein galt. Nach diesen 40 Tagen brachte sie zusammen mit Josef das Kind in den Tempel, um es Gott zu weihen und den Reinigungsritus zu vollziehen.
1985 wurde versucht, die neugotische Ausstattung der Kirche wiedererstehen zu lassen. So wurden unter anderem die 1945 abgerissenen Seitenaltäre auf die Wand aufgemalt. Außerdem wurde das Lamm Gottes über dem Chor durch ein Monogramm der Gottesmutter ersetzt.
Ausstattung Altäre Zur Kirchenausstattung gehört der 1945 ohne den ursprünglich hohen giebelförmigen Aufbau neu gestaltete Hochaltar. Es ist ein Flügelaltar mit einem dreiteiligen Relief der vierzehn Nothelfer, das im späten 15. Jahrhundert geschaffen wurde und ursprünglich in der früheren Burgkapelle stand. Als es in die Kirche übernommen wurde, bekam es seinen Platz zunächst unter der Empore. Acht Figuren stehen im Mittelteil und jeweils drei in den Seitenflügeln. Durch ihre Körpergröße herausgehoben sind Achatius mit dem Dornenzweig und Ägidius mit der Hirschkuh, die ihn der Legende nach mit ihrer Milch nährte, nachdem er bei einer Jagd sich schützend vor sie gestellt hatte. Über dem Relief steht eine Kreuzigungsgruppe. Der Zelebrationsaltar von 2004 ist ein Werk des Bildhauers Egon Stöckle aus Hohenfurch. Schlanke senkrechte Stützen und Bögen greifen die gotischen Formen des Hochaltars auf und bilden eine Einheit mit dem ähnlich gestalteten Ambo. Fundament dieses Altars ist eine Bodenplatte aus Jurastein, in die Reliquien des Bistumspatrons St. Simpert und der Kaufbeurer Ordensfrau St. Kreszentia eingelegt sind.Kirchenführer Konzenberg Mariä Reinigung, Hrsg. Pfarrer Richard Harlacher, Grundremmingen 2006.
In der Nische des rechten Seitenaltars steht eine Madonna mit Jesuskind, deren Entstehung in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts angenommen wird. Aus der Schlosskapelle kam sie in eine Nische des Pfarrhauses und 1901 in die Kirche, wo sie fürs Erste unter der Kanzel aufgestellt wurde. Eine damals neue farbliche Fassung wurde 1945 entfernt. Bei einer Untersuchung 1980 stellte sich heraus, dass die Figur nicht aus Stein, sondern aus einem speziellen Gips besteht. In der Darstellung fasst der Kleine die Mutter am Kinn, ein wohl seltener Ausdruck der Liebe in einer Marienstatue. Seit 1985 trägt die Gottesmutter eine goldene Krone.
In der Nische des linken ehemaligen Seitenaltars steht eine St.-Josef-Statue.
Kreuzweg Seit 1961 hängen in der Kirche in schmalen Goldrahmen 14 Tafelbilder des Kreuzwegs, geschaffen von dem Maler Karl Radinger aus Augsburg. Sie werden als eine Verbindung von „altchristlicher Kunsttradion mit modernem Stilempfinden“ beschrieben. Bis zur zwölften Station ist jeweils im Hintergrund eine einfarbig dunkle Gestalt in drohender Haltung zu erkennen, die die dämonischen Kräfte des heutigen Zeitgeschehens symbolisiert.
Orgel Die erste Orgel der Kirche war anscheinend ein altes Instrument, das schon in den 1890er-Jahren „nicht mehr richtig funktionierte“, wie es in der Chronik heißt. Deshalb baute G. F. Steinmeyer & Co. eine neue Orgel mit 10 Registern, die am 17. Juni 1898 geweiht wurde. Den Kaufpreis von 3.000 Mark streckte Lehrer Saule in bar vor. 1979 wurde die Orgel von Orgelbau Sandtner aus Dillingen an der Donau restauriert. Im Zuge einer weiteren Überarbeitung 1992 erhielt sie 27 neue Prospektpfeifen. Die Kosten der Maßnahme beliefen sich auf 50.000 DM und wurden durch Haussammlungen und den Verkauf der alten Orgelpfeifen gedeckt.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Günzburg Kategorie:Baudenkmal in Haldenwang (Landkreis Günzburg) Kategorie:Marienkirche Kategorie:Saalkirche in Bayern Kategorie:Pfarrkirche des Bistums Augsburg Kategorie:Darstellung-des-Herrn-Kirche Kategorie:Erbaut in den 1850er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Bauwerk in Haldenwang (Landkreis Günzburg)