350px|Friedrich Gulda Am 27. Januar 2000 stirbt der österreichische Pianist und Komponist Friedrich Gulda, dessen äußerst exakte, um besondere Werktreue bemühten Mozart- und Beethoven-Interpretationen bis heute als Meilensteine in der Interpretationsgeschichte gelten. Ab Mitte der 1950er Jahre erarbeitete sich Gulda auch einen Ruf als ausgezeichneter Jazz-Interpret und -Komponist. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 2000.

Ereignisse Populäre Musik und Jazz 1. Januar: In New York City feiert der früher als Prince bekannte Künstler um Punkt Mitternacht den Beginn des Jahres 2000, indem er seinen Hit 1999 spielt. 11. Januar: Whitney Houston wird auf einem Flughafen in Hawaii wegen Drogenbesitzes verhaftet, nachdem sie mit 15,2 Gramm Marihuana in ihrer Tasche erwischt wird. 11. Januar: Gary Glitter wird zwei Monate vor Ablauf seiner Haftstrafe wegen Sexualdelikten aus dem Gefängnis entlassen. 11. Januar: Sharon Osbourne tritt nach nur drei Monaten als Managerin der Smashing Pumpkins zurück. In einer Pressemitteilung verkündet sie ihren Rücktritt „aus gesundheitlichen Gründen: Billy Corgan hat mich krank gemacht.“ 14. Januar: Der Rolling Stone enthüllt, dass die beiden Kinder von Melissa Etheridge und ihrer Partnerin Julie Cypher von David Crosby gezeugt wurden. 18. Januar: Spencer Goodman wird in Huntsville (Texas) durch die Giftspritze hingerichtet. Er wurde für die Entführung und Ermordung der Ehefrau von ZZ-Top-Manager Bill Ham im Jahr 1991 verurteilt. Ham ist bei der Hinrichtung anwesend. 11. Februar: Diana Ross lässt sich von Arne Næss Jr., ihrem Ehemann seit 14 Jahren, scheiden. 23. Februar: Bei der 42. Grammy-Verleihung gewinnt Carlos Santana an einem Abend rekordverdächtige acht Grammys für sein im Jahr zuvor veröffentlichtes Comeback-Album Supernatural und stellt damit den Rekord von Michael Jackson ein, der 1984 für sein Album Thriller die gleiche Anzahl an Grammys gewonnen hatte. 24. Februar: Der italienische Motorradhersteller Aprilia gewinnt einen Rechtsstreit gegen die Spice Girls über einen Sponsoringvertrag, der 1998 scheiterte, als Geri Halliwell die Gruppe verließ. 6. März: Foxy Brown wird bei einem Autounfall in Brooklyn verletzt, als ihr Wagen gegen einen Zaun prallt. Die Polizei stellt fest, dass Brown ohne Führerschein unterwegs war und ordnet an, dass sie im April vor Gericht erscheinen müsse. Browns Führerschein war zuvor wegen Nichterscheinens vor Gericht in einem Parkverstoßverfahren entzogen worden. 13. März: Mit ihrer Coverversion des Don-McLean-Klassikers American Pie aus dem Jahr 1971 landet Madonna in Deutschland ihren ersten Nummer-eins-Hit seit La Isla Bonita im Jahr 1987. Das Lied sorgt bei Kritikern für gemischte Reaktionen. So wird zum einen scharf bemängelt, dass Madonna das ursprünglich neunminütige Stück auf etwas über vier Minuten gekürzt, sowie viele wesentliche Textelemente herausgestrichen habe und somit historische Tiefe, die Wehmut und die komplexe Rätselhaftigkeit des Originals durch diese Zerstückelung komplett verloren gingen; zum anderen wird Madonnas tanzbare und fröhliche Coverversion als extremer Widerspruch zum eigentlich düsteren und traurigen Inhalt des Liedes kritisiert. Für zusätzliche heftige Diskussionen in konservativen Kreisen der Vereinigten Staaten sorgt das von Philipp Stölzl inszenierte Musikvideo, das u. a. auch gleichgeschlechtliche Paare zeigt, die sich küssen und Händchen halten. Don McLean selbst lobt hingegen Madonna für ihre Version, bezeichnet sie als „Geschenk“ und würdigt die Sängerin für ihr Durchhaltevermögen gegen die Medienkritik, sowie dafür, dass sie seinem Lied im neuen Jahrtausend ein völlig neues, junges Publikum beschert habe. 13. März: Blink-182 beenden ihre Europatournee vorzeitig, nachdem Gitarrist und Sänger Tom DeLonge und Schlagzeuger Travis Barker an einer Streptokokkeninfektion erkrankt sind. 23. März: Die US-amerikanische Sängerin Tina Turner startet in Minneapolis ihre Twenty Four Seven Tour. Die Tournee endet nach 121 Konzerten am 6. Dezember 2000 in Anaheim. 24. März: Nachdem er gegen eine frühere Bewährungsauflage verstoßen hatte, indem er sich betrank, wird Ol’ Dirty Bastard angewiesen, sich einer 90-tägigen diagnostischen Untersuchung im California Institute For Men in Chino (Kalifornien) zu unterziehen. 28. März: Der ehemalige Led-Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page gewinnt einen Prozess gegen das Magazin Ministry. Die Zeitschrift hatte behauptet, Page habe zum Tod seines 1980 verstorbenen Bandkollegen John Bonham beigetragen, indem er während Bonhams Sterben ein satanisches Gewand trug und okkulte Zaubersprüche sang. Das Magazin entschuldigt sich und bietet an, Pages Anwaltskosten zu übernehmen. Page spendet das Geld aus dem Fall an den Action for Brazil’s Children Trust. 1. April: Ted Nugent bringt Hispanics in Texas gegen sich auf, nachdem er während eines Konzerts in The Woodlands auf der Bühne rassistische Bemerkungen gemacht hat, in denen er sagt, dass diejenigen, die kein Englisch sprechen, Amerika verlassen sollten. Daraufhin wird ihm künftig der Zutritt zu diesem Veranstaltungsort verboten. 4. April: Mick Jagger besucht die Eröffnung eines nach ihm benannten Kunstzentrums an der örtlichen Grammar School in seinem Geburtsort Dartford. 6. April: Shawn Colvin, James Taylor, Cyndi Lauper, Richard Thompson, Sweet Honey in the Rock, Elton John, Cassandra Wilson, Wynonna Judd, K.d. lang, Bryan Adams und Mary Chapin Carpenter treten in New York City im Rahmen eines Tributkonzertes für Joni Mitchell auf. 12. April: Metallica verklagen die Musiktauschbörse Napster sowie die Yale University, die University of Southern California und die Indiana University Bloomington wegen Urheberrechtsverletzung. Yale und Indiana werden später aus der Klage ausgeschlossen, als sie den Zugriff auf Napster auf den Campus-Computern sperren. 1. Mai: In Los Angeles wird eine Zivilklage wegen Betrugs gegen Neil Young eingereicht. Die Klage richtet sich gegen einen ehemaligen Journalisten der Village Voice und fordert 1,8 Millionen US-Dollar. Young soll gegen eine Vereinbarung verstoßen haben, indem er die Veröffentlichung einer Biografie verhinderte. 5. Mai: Rod Stewart unterzieht sich im Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles einer einstündigen Halsoperation, um ein Geschwulst an seiner Schilddrüse zu entfernen, das sich als gutartig herausstellt. 6. Mai: John Mellencamp erhält als Festredner des Abschlussjahrgangs 2000 der Indiana University Bloomington die Ehrendoktorwürde der Musik. 10. Mai: Bei den World Music Awards in Monaco werden Michael Jackson und Mariah Carey jeweils zum meistverkaufenden männlichen und weiblichen Künstler des Jahrtausends gekürt. 13. Mai: Die Olsen Brothers aus Dänemark gewinnen den Eurovision Song Contest in Stockholm. Stefan Raab landet mit Wadde Hadde Dudde Da? auf Platz fünf. 16. Mai: Da sein Plattenvertrag mit Warner Chappell Music ausgelaufen ist, nimmt Prince wieder seinen ursprünglichen Künstlernamen „Prince“ an, nachdem er diesen 1993 aus Protest gegen seinen „Knebelvertrag“ ablegte und seinen Künstlernamen in ein unaussprechbares Symbol änderte. 23. Mai: Eminem veröffentlicht sein drittes Studioalbum The Marshall Mathers LP, das sich in der ersten Woche allein in den Vereinigten Staaten über 1,76 Millionen Mal verkauft und damit zum sich am schnellsten verkaufenden Hip-Hop-Album aller Zeiten in der ersten Verkaufswoche wird. 24. Mai: 50 Cent wird in Queens neunmal angeschossen. Nach einem Krankenhausaufenthalt nimmt er seine Arbeit im Studio und seine Auftritte wieder auf. 25. Mai: Eddie Van Halen beginnt eine Behandlung zur Vorbeugung von Zungenkrebs im University of Texas MD Anderson Cancer Center in Houston. 8. Juni: In einem Interview mit der Zeitschrift Curve outet sich Sinéad O’Connor als lesbisch. 17. Juni: Aaliyahs Single Try Again erreicht Platz eins der Billboard Hot 100. Es ist der erste Radiosong der Geschichte, der nach den 1998 eingeführten neuen Chartregeln, die erstmals Radiosingles in die Charts brachten, die Chartspitze in den Vereinigten Staaten erreicht. 20. Juni: Die britische Progressive-Rock-Band Yes startet in Reno ihre Masterworks Tour. 23.–25. Juni: Das Experience Music Project (seit 2016: Museum of Pop Culture) eröffnet in Seattle. 30. Juni: Während eines Auftritts der Band Pearl Jam auf dem Roskilde-Festival werden neun Zuschauer zu Tode getrampelt. 12. Juli: Die US-amerikanische Rockband Bon Jovi startet in Tokio ihre Crush Tour. 26. Juli: Ein US-Bezirksrichter ordnet Napster an, den Handel mit urheberrechtlich geschützter Musik unter seinen Nutzern einzustellen, was faktisch einer Schließung gleichkommt. Zwei Tage später wird die einstweilige Verfügung vorläufig ausgesetzt, sodass die Website vorerst weiter betrieben werden kann. 8. August: Eine Koalition aus 28 US-Bundesstaaten reicht eine Klage gegen die großen Plattenfirmen ein und wirft ihnen vor, die Preise für CDs seit 1995 künstlich hoch gehalten zu haben. 11. August: Madonna bringt ihr zweites Kind, Sohn Rocco, zur Welt. Vater ist der britische Filmregisseur Guy Ritchie. 14. August: Vor dem Parteitag der Demokraten in Los Angeles gibt die Gruppe Rage Against the Machine ein kostenloses Konzert gegen das US-amerikanische Zweiparteiensystem. Nach dem Auftritt kommt es zu chaotischen Szenen, bei denen die Polizei die Menge gewaltsam auseinandertreibt und mehrere Personen festnimmt. 16. August: Eminem reicht die Scheidung von seiner Frau Kim Mathers ein. 19. und 20. August: Bon Jovi geben zwei ausverkaufte Konzerte im Londoner Wembley-Stadion. Es sind die letzten Konzerte an diesem Ort, da in der darauffolgenden Woche mit dem Abriss des Stadions begonnen wird. 7. September: Tim Commerford, Bassist von Rage Against the Machine, wird verhaftet, weil er nach der Niederlage seiner Band bei den MTV Video Music Awards in der Kategorie „bestes Rockvideo“ gegen Limp Bizkit auf das Set geklettert war. Michael Moore, der Regisseur des Videos zu Sleep Now in the Fire, vermutet, Commerford sei von der Show wahrscheinlich einfach nur gelangweilt gewesen. 11. September: Mit Overload erscheint die Debütsingle der britischen Girlgroup Sugababes. 13. September: Im Staples Center in Los Angeles finden die ersten Latin Grammy Awards statt, bei denen Musikpreise für herausragende Leistungen in der lateinamerikanischen Musikbranche verliehen werden. 26. September: In Rio de Janeiro stirbt der brasilianische Gitarrist Baden Powell, ein Pionier des Bossa Nova. 1. Oktober: Bei der Abschlussfeier der Olympischen Sommerspiele 2000 in Sydney spielt die australische Rockband Midnight Oil ihren Hit Beds Are Burning und tragen dabei Outfits, auf denen das Wort „sorry“ deutlich zu sehen ist. Dies ist eine Anspielung auf die Weigerung des australischen Premierministers John Howard, sich im Rahmen der Spiele bei den Gestohlenen Generationen zu entschuldigen. 2. Oktober: Radiohead veröffentlichen ihr viertes Studioalbum Kid A. Obwohl es im Vorfeld mit Spannung erwartet wurde, stößt das Album bei Fans und Kritikern auf geteilte Reaktionen, da es stilistisch vom vielschichtigen Alternative Rock des 1997 erschienenen Vorgängeralbums OK Computer zu elektronisch angehauchtem Post-Rock wechselt. Sein Ruf wird jedoch im Laufe der Jahre einhellig positiv, und Musikkritiker betrachten es schließlich als eines der besten Alben aller Zeiten. 3. Oktober: Green Day veröffentlichen ihr sechstes Album Warning. Trotz positiver Kritiken bleibt es im Vergleich zu ihren vorherigen Werken kommerziell hinter den Erwartungen zurück. 5. Oktober: EMI und die Warner Music Group ziehen ihren Antrag bei der Europäischen Kommission für eine geplante Fusion im Wert von 20 Milliarden US-Dollar aufgrund von Bedenken der Regulierungsbehörden zurück. Die Fusion hätte 80 % des europäischen Musikmarktes in den Händen von nur vier großen Plattenfirmen konzentriert. 6. Oktober: Der britische Sänger Robbie Williams startet in Reading seine The Sermon on the Mount Tour.