Châtellerault [] ist eine westfranzösische Gemeinde im Département Vienne in der Region Nouvelle-Aquitaine und ist Sitz einer Unterpräfektur. Sie hat Einwohner (Stand ), die man auf Französisch Châtelleraudais nennt.
Geographie Die Stadt liegt in einem eher flachen Landstrich an der Mündung mehrerer kleiner Nebenflüsse (Clain, Envigne und Ozon) in die Vienne. Im Fluss liegen die Inseln Cognet und Sainte-Catherine. Die Stadt erstreckt sich über eine Höhe von 42 bis 134 Metern über dem Meeresspiegel und hat eine Gesamtfläche von knapp 52 km2.
Brücken
Mehrere Brücken überqueren den Fluss (in Fließrichtung gesehen): der Pont Nelson-Mandela (im Zuge der Sud D 161), fertiggestellt 2010 der Eisenbahnviadukt der Bahnstrecke Paris–Bordeaux, eingeweiht 1851 der Pont Lyautey, erbaut in den 1960er Jahren der Pont Camille-de-Hogues oder Pont Neuf, ursprünglich Pont de la Manufacture, 1900 als erste Stahlbetonbrücke in Frankreich erbaut der Pont Henri-IV, erbaut im 16. Jahrhundert der Eisenbahnviadukt der Bahnstrecke Loudun–Châtellerault (heutige Nutzung durch Fußgänger und Radfahrer), 1886 eingeweiht le Pont Albert-Camus (le Pont de la rocade Nord D 161), 1977 fertiggestellt
Wappen Beschreibung: In Silber von einem schwarzen Bord mit goldenen Kugeln umgeben ein roter Löwe.
Geschichte Gegründet um 952 durch den Grafen Airaud (Aldraldus), war Châtellerault (Castrum Adraldi – Kastell des Airaud) im Mittelalter eine wichtige Station am Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Vom Hochmittelalter bis zur Französischen Revolution trugen nacheinander drei bekannte Adelsfamilien den Titel eines Vicomte de Châtellerault: die La Rochefoucauld, die Lusignan und seit dem 13. Jahrhundert das Haus Harcourt. 1482 wurde die Vizegrafschaft von König Ludwig XI. in die Krondomäne eingegliedert.
In der Neuzeit gewann die Stadt nationale Bedeutung durch ihre Messerschmieden (seit dem 16. Jahrhundert) und später die Anlage der staatlichen Manufacture d’armes de Châtellerault, die von 1819 bis 1968 hier Waffen produzierte.
Wirtschaft Heute ist Châtellerault Sitz mehrerer Unternehmen der elektronischen und Luftfahrtindustrie.
Verkehr Die zwischen Tours und Poitiers gelegene Stadt ist durch die Autobahn 10 (L'Aquitaine) und die gleichnamige TGV-Strecke Paris–Bordeaux national und international gut angebunden.
Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen Musée Sully, ein regionalhistorisches Museum Gallo-römisches Theater Vieux Poitiers-Naintré (1. Jahrhundert) Fahrzeugmuseum Musée Auto Moto Vélo Das einwöchige Festival Jazzellerault (Ende Mai) Futuroscope, ein Ausstellungs-, Freizeit- und Gewerbegelände mit dem Themenschwerpunkt Multimedia (rund 25 km südlich, bei Jaunay-Clan) Zisterzienser-Abtei Notre Dame de l’Étoile (12. Jahrhundert) in Archigny In Châtellerault werden regelmäßig Wettfahrten für Montgolfières veranstaltet Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Châtellerault
Städtepartnerschaften Partnerstädte und -regionen von Châtellerault sind:Website der Stadt – Villes jumelles, (), abgerufen am 6. November 2017 Velbert (Deutschland; seit 1965) Kaya (Burkina Faso) Corby (Vereinigtes Königreich) Provinz Nouveau-Brunswick (Kanada) Castellón (Spanien) Hamilton (Vereinigtes Königreich) Piła (Polen)
Persönlichkeiten mini|hochkant|Maison Descartes (Monument historique) In der Stadt geboren: Clément Janequin (≈1485–1558), Komponist Rodolphe Salis (≈1851–1897), Le Chat Noir Pierre Gervais(1870–1960), Segler Louis Sire (1875–1935), Automobilrennfahrer Jules Pichon (1880–1939), Sprachlehrer, Schriftsteller und Journalist Pierre Goutte (1897–1965), Automobilrennfahrer Claude Colette (1929–1990), Radrennfahrer Bernard Kardinal Panafieu (1931–2017), Erzbischof von Marseille Claude Gabard (1935–2015), Radrennfahrer Philippe Alexandre Autexier (1954–1998), französischer Musikwissenschaftler. Philippe Croizon (* 1968), Behindertensportler Benoît Cauet (* 1969), Fußballspieler Antoine Hervier (* 1971), Jazzmusiker Sylvain Chavanel (* 1979), Radsportler Sébastien Chavanel (* 1981), Radsportler Dany Tollemer (* 1985), Schauspielerin und Chansonnière
Mit der Stadt verbunden: René Descartes (1596–1650), Philosoph, verlebte hier bis 1604 einen Teil seiner Kindheit Édith Cresson (* 1934), Politikerin (PS), war u. a. Bürgermeisterin der Stadt, erste französische Premierministerin, EU-Kommissarin Christiane Martel (* 1932), Schauspielerin, Miss Châtellerault 1952 und Miss Universe 1953. Jean-Pierre Thiollet (* 1956), Schriftsteller.
Literatur
Le Patrimoine des Communes de la Vienne. Band 1, Flohic Editions, Paris 2002, ISBN 2-84234-128-7, S. 87–109.
Weblinks
Website der Stadt (französisch)
Einzelnachweise
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