350px|Gerhard Gundermann Am 21. Juni 1998 stirbt der deutsche Liedermacher und Rockmusiker Gerhard Gundermann im Alter von 43 Jahren. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1998.
Ereignisse Populäre Musik und Jazz 28. Januar: Interscope Records zahlt einem Radiosender in Portland (Oregon) 5000 US-Dollar dafür, dass dieser die Single Counterfeit von Limp Bizkit fünfzig Mal spielt. Dieser Geschäftsschritt wird in den Medien weithin als „Payola“ kritisiert, doch die Kontroverse trägt dazu bei, die Bekanntheit der Band weiter zu steigern. 28. Januar: Weird Al Yankovic unterzieht sich einer LASIK-Operation, um seine Kurzsichtigkeit zu korrigieren. Gleichzeitig lässt er sich die Haare wachsen und rasiert sich seinen markanten Schnurrbart ab, wodurch er sein charakteristisches Aussehen radikal verändert. 29. Januar: Die britische Progressive-Rock-Band Genesis startet in Budapest ihre Calling All Stations Tour. 5. Februar: In einem Interview mit MTV bekennt sich Rob Halford, der langjährige Frontmann von Judas Priest, zu seiner Homosexualität. 6. Februar: Der österreichische Sänger Falco kommt bei einem Autounfall in der Dominikanischen Republik ums Leben. 19. Februar: Danbert Nobacon, Keyboarder von Chumbawamba, schüttet dem britischen Vizepremierminister John Prescott bei der Verleihung der BRIT Awards 1998 einen Eimer Eiswasser über den Kopf. 19. Februar: Brian Setzer reformiert seine ehemalige Band Stray Cats für ein einmaliges Benefizkonzert zugunsten der Carl Perkins Foundation im House of Blues in West Hollywood. 23. Februar: Als Vorab-Single ihres neuen Albums Ray of Light veröffentlicht Madonna ihr Lied Frozen. Das dazugehörige Video begründet einen neuen Modetrend (Gothic-Look und Henna-Tattoos.) Frozen ist Madonnas erste Single, die im Vereinigten Königreich direkt auf Platz 1 einsteigt. In vielen anderen Ländern (darunter auch den USA und Deutschland) erreicht sie mit der Single lediglich Platz 2, da die Spitze wochenlang von Céline Dions Titanic-Filmsong My Heart Will Go On blockiert wird. 24. Februar: Elton John wird von Königin Elisabeth II. im Buckingham Palace zum Ritter geschlagen. 24. Februar: Die Spice Girls gehen erstmals in ihrer Karriere auf Tournee und starten in Dublin ihre Spiceworld Tour. 25. Februar: Die 40. Grammy Awards werden in New York verliehen. Bob Dylan, Alison Krauss und R. Kelly gewinnen jeweils drei Auszeichnungen, wobei Dylan für sein Album Time Out of Mind den Preis für das Album des Jahres erhält. Shawn Colvins Lied Sunny Came Home gewinnt sowohl die Auszeichnung für die Aufnahme des Jahres als auch für den Song des Jahres. Als beste neue Künstlerin wird Paula Cole ausgezeichnet. 27. Februar: Mit Out of the Dark (Into the Light) erscheint drei Wochen nach dessen Unfalltod das erste von zwei Studioalben des österreichischen Pop-Sängers Falco, an denen er bis Ende 1997 gearbeitet hatte. Sowohl das Album als auch dessen Titelsong Out of the Dark avancieren zu Falcos größten posthumen Erfolgen. 28. Februar: Die haitianische Musikgruppe RAM überlebt während eines Auftritts auf einem Karneval einen Mordanschlag, nachdem es zu einer Auseinandersetzung mit dem neu gewählten Bürgermeister von Port-au-Prince gekommen war. 3. März: Mit ihrem Album Ray of Light gelingt Madonna nach etlichen skandalumwitterten Jahren ein erfolgreiches Comeback. 4. März: Die Sänger und Pianisten Billy Joel und Elton John starten in Perth ihre Konzerttournee Face to Face 1998. 6. März: Liam Gallagher wird wegen Körperverletzung angeklagt, weil er angeblich in Brisbane einem Fan die Nase gebrochen hat, nachdem dieser ihn um ein Autogramm und ein gemeinsames Foto gebeten hatte. 10. März: Der in Südkorea hergestellte MPMan F10, der erste in Serie gefertigte digitale Audioplayer, wird auf der Cebit in Hannover erstmals vorgestellt. 12. März: Liam Gallagher wird von der in Hongkong ansässigen Fluggesellschaft Cathay Pacific gesperrt, nachdem er angeblich Passagiere und Besatzungsmitglieder auf einem Flug zwischen Großbritannien und Australien beleidigt hatte. 13. März: The Smashing Pumpkins reichen eine Klage in Höhe von 1 Million US-Dollar gegen das britische Unternehmen Sound And Media Ltd. ein. Sie werfen dem Unternehmen vor, ohne Genehmigung ein Buch und eine CD über die Band veröffentlicht zu haben. 25. März: Mark Morrison wird verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er einen Doppelgänger dafür bezahlt hat, an seiner Stelle den vom Gericht angeordneten gemeinnützigen Dienst zu leisten, während Morrison auf Tournee ging. 28. März: Mit einem Auftritt bei Wetten, dass..? in Frankfurt am Main feiern Dieter Bohlen und Thomas Anders nach elf Jahren Pause ihre Wiedervereinigung als Modern Talking. 1. April: Die Goo Goo Dolls veröffentlichen ihre Single Iris, die auch für den Soundtrack zum Film Stadt der Engel verwendet wird. Sie stellt in den USA einen neuen Rekord in den Billboard Hot 100 Airplay auf, wo sie sich 18 Wochen lang an der Spitze halten kann. 3. April: Nach einem langen und erfolgreichen Drogenentzug ist der Gitarrist John Frusciante bereit, nach fast sechs Jahren wieder bei den Red Hot Chili Peppers einzusteigen. Diese feuern daraufhin ihren aktuellen Gitarristen Dave Navarro. 7. April: George Michael wird in einer öffentlichen Toilette in Beverly Hills von einem verdeckt ermittelnden Polizisten wegen unzüchtigen Verhaltens festgenommen. Michael wird zu einer Geldstrafe von 810 Dollar und 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Kurz darauf bekennt sich Michael zu seiner Homosexualität und thematisiert diesen Vorfall später im Jahr im Video zu seiner Single Outside. 7. April: Mark E. Smith gerät während eines Konzerts seiner Band The Fall in New York in Schlägereien und Auseinandersetzungen auf der Bühne mit seinen Bandkollegen. Der Vorfall führt zum Austritt dreier Bandmitglieder, und am folgenden Tag wird Smith wegen Körperverletzung an Bandmitglied Julia Nagle verhaftet und angeklagt. 14. April: Auf VH1 wird das erste Konzert der Sendereihe VH1 Divas ausgestrahlt; als erste Künstlerinnen treten Aretha Franklin, Gloria Estefan, Céline Dion, Shania Twain und Mariah Carey auf. 16. April: Die US-amerikanische Sängerin Janet Jackson startet in Rotterdam ihre The Velvet Rope Tour. 19. April: Faith No More geben ihre Auflösung bekannt. 4. Mai: Die Ärzte landen mit ihrer Single Ein Schwein namens Männer (Männer sind Schweine) zum ersten Mal in ihrer Karriere einen Nummer-eins-Hit in Deutschland und verdrängen damit sogar den Titanic-Filmsong My Heart Will Go On von Céline Dion nach 13 Wochen von der Chartspitze. Später distanziert sich die Band von ihrem Überraschungshit und spielt ihn auch nicht mehr live. Dies liegt vor allem daran, dass sich das Lied ungewollt zu einer Hymne auf dem Oktoberfest und am Ballermann 6 entwickelt und das ironisch gemeinte Lied plötzlich unironisch von genau der Zielgruppe gefeiert wird, die mit dem Text des Liedes eigentlich parodiert wird. Da Die Ärzte die Verwertung des Songs auf Party-Kompilationen verbieten, engagierten Plattenfirmen Coverbands, um das Lied eins zu eins nachzuspielen. Dies verstärkt den Unmut der Band. 8. Mai: Ein britisches Gericht entschied zugunsten von Paul McCartney, George Harrison, Ringo Starr und John Lennons Witwe Yoko Ono und stoppt die Veröffentlichung einer weiteren Konzertaufnahme der Beatles im Hamburger Star-Club. Sämtliche Kopien der Aufnahme und das Originalband werden den ehemaligen Beatles und Ono zugesprochen, ebenso wie Schadensersatz und die Übernahme der Anwaltskosten. 9. Mai: Der 43. Eurovision Song Contest in Birmingham wird von der israelischen Transgender-Künstlerin Dana International mit dem Lied Diva gewonnen. Guildo Horn landet mit dem von Stefan Raab geschriebenen Lied Guildo hat euch lieb! für Deutschland auf Platz 7. 15. Mai: Der britische Sänger Robbie Williams startet in Pontypridd seine The Ego Has Landed Tour. 31. Mai: Während der laufenden Europatournee der Spice Girls gibt Geri Halliwell ihren Ausstieg aus der Gruppe bekannt. Diese Trennung macht weltweit Schlagzeilen und wird zu einem der beherrschenden Boulevard-Themen des Jahres. 20. Juni: Die US-amerikanische Sängerin Whitney Houston startet in Halle (Westf.) ihre The European Tour. 5. Juli: Mit ihrer Single Because We Want To ist die zu diesem Zeitpunkt 15-jährige Billie Piper die jüngste britische Solokünstlerin, die auf Platz 1 der britischen Singlecharts einsteigt. 29. Juli: Aerosmith veröffentlichen ihre Hitsingle I Don’t Want to Miss a Thing, die als Titelsong für den Film Armageddon – Das jüngste Gericht verwendet wird. Sie avanciert zum ersten und einzigen internationalen Nummer-eins-Hit der Band in ihrer gesamten Karriere und erreicht die Chartspitzen in den Vereinigten Staaten sowie im deutschsprachigen Raum. Das Lied wird für einen Oscar, jedoch auch für den Negativ-Filmpreis Goldene Himbeere nominiert. 1. August: Das Management der britisch-niederländischen Boygroup Caught in the Act gibt deren Auflösung bekannt. Die Gruppenmitglieder erfahren erst durch die Trennungsmeldung vom Aus der Band. 16. August: In Magdeburg geben Caught in the Act ihr Abschiedskonzert. 18. August: Korn veröffentlichen ihr drittes Studioalbum Follow the Leader, das sich weltweit über 14 Millionen Mal verkauft und dem Nu Metal zum Durchbruch im Mainstream verhilft. 2. September: Die britische Synthie-Pop-/Synth-Rock-Band Depeche Mode startet im Tähtvere Puhkepark in Tartu ihre The Singles Tour. Die Tournee endet am 22. Dezember 1998 nach 65 Konzerten im Arrowhead Pond in Anaheim. 4. September: Auf der Horse Guards Parade in London findet die Live-Premiere des Albums Tubular Bells III von Mike Oldfield statt. 14. September: Die beliebte Musiksendung Total Request Live wird zum ersten Mal auf MTV ausgestrahlt. 15. September: Mit … Baby One More Time erscheint die Debüt-Single der zu diesem Zeitpunkt 16-jährigen Britney Spears. 16. September: Lou Reed tritt im Weißen Haus für US-Präsident Bill Clinton und den tschechischen Präsidenten Václav Havel auf. 8. Oktober: Die Recording Industry Association of America (RIAA) reicht Klage gegen Diamond Multimedia ein, um die Markteinführung des ersten tragbaren MP3-Digital-Audioplayers Rio PMP300 zu verhindern. Die RIAA argumentiert, es sei ein Gerät zur Musikpiraterie. Der Antrag der RIAA wird am 26. Oktober abgewiesen, wodurch der Weg für den PMP300 als ersten kommerziell erfolgreichen MP3-Player frei wird. 19. Oktober: Mit Believe erscheint die Comeback-Single der zu diesem Zeitpunkt 52-jährigen Sängerin Cher, der damit als bis dato ältester Sängerin ein Nummer-eins-Hits im Vereinigten Königreich gelingt. Das Lied macht zudem den durch Auto-Tune erzeugten Stimmeneffekt, den sogenannten „Cher-Effekt“, populär, der seitdem in der Pop-Szene häufig nachgeahmt wurde. 23. Oktober: Der ehemalige Stone-Roses-Sänger Ian Brown wird wegen Bedrohung einer Stewardess an Bord eines British-Airways-Fluges von Paris nach London inhaftiert. Er bestreitet die Vorwürfe. Brown wird schließlich zu vier Monaten Haft im Strangeways-Gefängnis in Manchester verurteilt und nach zwei Monaten Haft wieder freigelassen. 27. Oktober: Der Copyright Term Extension Act, ein Gesetz zur Verlängerung der Urheberrechtsschutzfrist, wird unterzeichnet und gewährt der Unterhaltungsindustrie für weitere 20 Jahre ausschließliche Rechte an allen musikalischen Werken, die seit 1923 entstanden sind. 9. November: Mit Roman Cycowski stirbt das letzte lebende frühere Mitglied der Comedian Harmonists. 12. November: Bei der Verleihung der MTV Europe Music Awards 1998 in Mailand gewinnen Massive Attack die Auszeichnung für das beste Video (Teardrop). Der Preis wird ihnen von Sarah Ferguson, Herzogin von York, überreicht, die sich verhaspelt und den Bandnamen falsch ausspricht. Die Bandmitglieder reagieren darauf mit einer gegen Ferguson gerichteten Beleidigung und obszönen Flüchen in ihrer Dankesrede, bevor sie die Bühne verlassen.