mini|Das Schinkeldenkmal in Neuruppin

Das Schinkeldenkmal auf dem Schinkelplatz in Neuruppin erinnert an den deutschen Architekten Karl Friedrich Schinkel. Das klassizistische Standbild wurde 1883 nach einem Entwurf von Max Wiese errichtet.

Beschreibung Das Denkmal steht an der Stelle des ehemaligen Pfarrhauses, dem früheren Wohnhaus Schinkels, auf dem Schinkelplatz südöstlich der ehemaligen Pfarrkirche. Es handelt sich um eine Bronzefigur des jungen Schinkel auf einem roten Granitsockel. Das rechte Bein angewinkelt, ist der Fuß auf einem Stein abgestellt. Dahinter ein ionisches Kapitell. In der rechten Hand hält Schinkel eine Grundrisszeichnung des Schauspielhauses in Berlin. Die Einfriedung folgt dem Original: ein rundes Podest aus Backstein, dahinter eine halbrunde Wand aus demselben Material – verziert mit Akroterien.

Schinkel wurde am 13. März 1781 in Neuruppin geboren und lebte hier, bis er 13 Jahre alt war. Beim Großen Stadtbrand 1787 wurde das Wohnhaus Schinkels, das Pfarrhaus, zerstört. Im selben Jahr starb sein Vater Johann Christoph Schinkel, der evangelischer Geistlicher und zuletzt Inspektor war. Anschließend wohnte die Familie im Predigerwitwenhaus. Im Jahr 1794 zog die Familie nach Berlin. Für die Klosterkirche der Stadt entwarf er Pläne zur Sanierung (diese dauerte von 1834 bis 1841), wobei auch Veränderungen an der Kirche vorgenommen wurden, so die Rosette über dem Hauptportal und ein Holzturm auf dem Südgiebel. Auch wirkte er mit seinem Entwurf am Denkmal für Friedrich Wilhelm II. mit, von dem Teile übernommen wurden.

Geschichte mini|Teilansicht mini|Gesamtansicht

Das Denkmal geht auf zwei Initiativen zurück. So regte Ferdinand von Quast 1866 die Bildung eines Schinkel-Komitees um Bürgermeister von Schultz an. Zur gleichen Zeit wurde beim Berliner Architekten-Verein eine Denkmalskommission gegründet. Im Jahr 1881 wurde der Grundstein gelegt, zwei Jahre später am 28. Oktober 1883 erfolgte die feierliche Einweihung auf dem Kirchplatz. Die Plastik stammt vom Professor und Bildhauer Max Wiese,Matthias Metzler (Bearb.): Stadt Neuruppin. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1996, ISBN 3-88462-135-1, S. 111 (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Brandenburg, Band 13, Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Teil 1). während die Einfriedung (Podest und halbrunde Wand aus Mauerziegel)Cerstin Meschonat und Peter Pusch: Neuruppin – eine Stadt in der Entwicklung vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. Regional-Verlag-Ruppin KG Pusch Co. 2003, S. 36. von Paul Graef entworfen wurde.

1938 wurde das Denkmal ohne die Einfriedung auf den Schulplatz versetzt. Im Jahr 1959 folgte die Rücksetzung an den alten Standort. Doch wurde vorher noch die gründerzeitliche Einfriedung abgerissen, „um durch eine würdige Neugestaltung des Platzes dem Werke eines Großen der klassizistischen Baukunst gerecht zu werden.“Cerstin Meschonat und Peter Pusch: Neuruppin – eine Stadt in der Entwicklung vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. Regional-Verlag-Ruppin KG Pusch Co. 2003, S. 104. Die Rückkehr des Denkmals stand im Zusammenhang mit der folgenden Teilumgestaltung des Schulplatzes und der dortigen Aufstellung des Marx-Denkmals.

Eine Neueinweihung des Schinkel-Denkmals erfolgte am 28. Oktober 2003. Vorangegangen waren eine umfassende Sanierung sowie die Rekonstruktion der Einfassung. Die Mittel dazu stammten aus Spendengeldern, akquiriert durch die Schinkel-Gesellschaft und dem Neuruppiner Lions Club. Dazu kamen Geldmittel aus der Städtebauförderung. Im Jahr 2005 wurden ein Weg zum Denkmal angelegt sowie Bodenleuchten installiert. Darüber hinaus wurden im Oktober desselben Jahres Informationstafeln auf Steinquadern aufgestellt. Am 18. März 2023 wurde es durch die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ als Denkmal des Monats ausgezeichnet. Jährlich findet an diesem Ort eine Gedenkfeier am 9. Oktober, dem Todestag Schinkels, statt. Im Jahr 2026 wurde der Kirchplatz in ‚Schinkelplatz‘ umbenannt.

Literatur Matthias Metzler (Bearb.): Stadt Neuruppin. (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Brandenburg, Band 13, Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Teil 1.) Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1996, ISBN 3-88462-135-1, Seite 111. (Abschrift) Cerstin Meschonat und Peter Pusch: Neuruppin – eine Stadt in der Entwicklung vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. Regional-Verlag-Ruppin KG Pusch Co. 2003, S. 36, 102–104. Lisa Riedel: Schinkel und Neuruppin. Edition Rieger, Karwe 2020, ISBN 978-3-947259-28-1.

Weblinks

Schinkel-Denkmal auf dem Tourismusportal der Stadt Neuruppin Neuruppin - Schinkeldenkmal, in der Schinkelgalerie der Karl-Friedrich-Schinkel-Gesellschaft Schinkel-Denkmal in Neuruppin, auf kudaba, die Kulturdatenbank Schinkeldenkmal, Neuruppin. Architekturmuseum der TU Berlin; h alternativ

Einzelnachweise

Schinkeldenkmal Schinkeldenkmal Kategorie:Denkmal in Brandenburg Kategorie:Personendenkmal (Künstler) Kategorie:Karl Friedrich Schinkel Kategorie:Kunstwerk im öffentlichen Raum in Brandenburg Kategorie:Bronzeskulptur in Brandenburg Kategorie:Skulptur (1883)