What Lies Ahead ist ein Lied des britischen Pop-Rock-Musikers Peter Gabriel aus dem Jahr 2026, dessen Ursprünge auf das Jahr 2014 zurückgehen. Ursprünglich entwickelte es Gabriel aus einer Melodie seines Sohnes Isaac Ralph Gabriel.

Geschichte Peter Gabriel spielt auf Tourneen manchmal neue Songs bevor diese endgültig fertig sind, da er den Entwicklungsprozess genauso interessant findet, wie das Endprodukt. What Lies Ahead entwickelte er aus einer Melodie, mit der sein älterer Sohn Isaac herumspielte. Diese fand Peter Gabriel sehr schön und dachte, dass er daraus etwas machen könne. Obwohl Gabriel den Liedtext noch nicht fertig hatte, spielte er das Lied bei einigen der Back to Front-Shows. Die Weltpremiere war am 20. November 2014 in Turin im Pala Alpitour als Piano-Ballade mit Cello-Begleitung durch Linnea Olsson. Diese Version mit unfertigem Liedtext (in „Gabrielese“, einer Art gesungenem Blindtext) wurde mit den Encore Series-Aufnahmen der entsprechenden Konzerte veröffentlicht, die auch auf dem Online-Musikdienst Bandcamp verfügbar sind.

What Lies Ahead wurde wieder am Anfang der i/o The Tour bei den ersten Konzerten in Europa und dann wieder gegen Ende der Tournee in Nordamerika gespielt. Die erste Aufführung mit vollständigem Liedtext war bei dem ersten Konzert der Tournee am 18. Mai 2023 in Krakau, Polen in der Tauron Arena. Zu hören war What Lies Ahead bei den ersten drei Konzerten der Europa-Tour im Mai in Krakau, Verona und Mailand und bei drei der letzten vier Konzerte in Nordamerika im Oktober in Denver, Austin und Houston.

Das Lied wurde jedoch nicht als Studioaufnahme auf dem Studioalbum i/o veröffentlicht, was seit dem WOMAD Festival 2023 in Charlton Park am 28. und 29. Juli 2023 klar war, bei dem das Album i/o in einer „immersive listening session“ in voller Länge im Luke Jerram Studio's The Museum of the Moon in Hans-Martin Buffs Dolby Atmos-In-Side Mix gespielt wurde. Trotzdem wäre es beinahe bereits auf dem Album i/o veröffentlicht worden. Dort hätte es die Stelle eingenommen an der sich dann tatsächlich So Much befand. Nach den Angaben des Deutschen Genesis Fanclub 'it' wurde wie bei den auf dem Album i/o veröffentlichen Liedern jeweils ein Bright-Side Mix gemixt von Mark „Spike“ Stent und ein Dark-Side Mix gemixt von Tchad Blake und der Atmos In-Side Mix gemixt von Hans-Martin Buff erstellt. Ein In-Side Mix in Dolby Atmos war am 1. Februar 2026 noch nicht angekündigt, es werden jedoch im Laufe des Jahres 2026 weitere Versionen erwartet. Hans-Martin Buff bestätigte am 3. Januar 2026, dass die Veröffentlichung weiterer Versionen der o\i-Titel in Dolby Atmos geplant sei. Im August 2026 gingen Beobachter davon aus, dass die Dolby-Atmos-Versionen der Album-Titel mit dem Album-Release im November veröffentlicht werden würden.

o\i, der Nachfolger von i/o, war Anfang 2025 weiterhin im Entstehungsprozess. Im Rahmen eines Genesis-Specials der britischen Musikzeitschrift Mojo verriet Peter Gabriel, dass er am Nachfolger von i/o arbeitet und dieser o\i heißen soll, was für i/o rückwarts steht. Bereits vor der Veröffentlichung von i/o sagte Gabriel, dass er bereits weitere Lieder fertig hat. Im Rahmen des letzten Full Moon Videos des Jahres 2023 (zum November-Vollmond des Jahres und in Bezug auf Live And Let Live) verriet er zudem, dass das Lied What Lies Ahead „auf dem nächsten Album sein werde“.

Die endgültige Studio-Aufnahme wurde in den Real World Studios in Box, Wiltshire bei Bath und im Beehive und in den Metropolis Studios in London, sowie das New Blood Orchestra in den British Grove Studios in London, der Chor Orphei Drängar im Alfvénsalen in Uppsala, Schweden und Paolo Fresu im ArteSuono Studio in Cavalicco (UD), Italien aufgenommen und von Gabriel produziert.

Der Bright-Side Mix von Mark „Spike“ Stent wurde für das Album o\i am dritten Vollmond des Jahres 2026 (Blood Moon oder Worm Moon) am 3. März 2026 offiziell veröffentlicht und ist kürzer als die Version im unfertigen Zustand von 2014. Die endgültige Studio-Fassung von What Lies Ahead ist mit unter drei Minuten eines der bisher kürzesten Lieder von Peter Gabriel.

Am Tag am Tag vor dem Neumond am 18. März 2026 wurde dann der Dark-Side Mix von Tchad Blake veröffentlicht, der 2 Sekunden länger ist als der Bright-Side Mix.

Artwork Das Cover-Artwork der Single zeigt ein 52 × 70 cm großes auf Seide gesticktes Bild, entworfen von der legendären US-amerikanischen feministischen Künstlerin und Schriftstellerin Judy Chicago aus dem Jahr 1982.Bildunterschrift auf der Webseite: „Judy Chicago, Birth Tear, 1982, embroidery on silk, 20.5 x 27.5 in., embroidery by Jane Gaddie Thompson, private collection. © Chicago Woodman LLC, Judy Chicago/Artists Rights Society (ARS), New York; Photo © Chicago Woodman LLC, Donald Woodman/ARS, NY“ (= „Judy Chicago, Birth Tear, 1982, Stickerei auf Seide, 52 x 70 cm, Stickerei von Jane Gaddie Thompson, Privatsammlung). © Chicago Woodman LLC, Judy Chicago/Artists Rights Society (ARS), New York; Foto © Chicago Woodman LLC, Donald Woodman/ARS, NY“ Birth Tear / Tear zeigt die Schmerzen der Geburt. Gabriels Ansicht nach wird kein Mann jemals wirklich verstehen können, was das bedeutet. Die Geburt einer Idee hätte jedoch viele jedoch weniger schmerzhafte Parallelen. Er freut sich, dass Chicago der Verwendung ihres Werks gestattet hat. Judy Chicago beschäftigte von 1980 bis 1985 über 150 Mitarbeiter, die an ihren Entwürfen arbeiteten, die sich alle mit dem Thema Geburt befassten, da sie der Meinung war, dass in dem westlichen Kulturraum die Geburt nicht wirklich als eigenständiges Thema behandelt wurde. Das hier verwendete besondere Design wurde im Rahmen des Projekts, in dem sich 150 Frauen an der Erschaffung der einzelnen Objekte beteiligten, von Jane Gaddie Thompson in Houston, Texas gestickt und ist laut Gabriel ein wirklich beeindruckendes Werk. Es gäbe ein wunderbares Zitat von Judy Chicago, in dem sie sagt: „Truth can be found in the ignored, the forgotten, and the left out.“ (= „Die Wahrheit ist in dem zu finden, was ignoriert, vergessen und ausgelassen wird.“). Das erinnerte Gabriel ein wenig an ein Zitat von Gaetano Pesce: „that beauty in the future will lie in the imperfection“ (= „Die Schönheit der Zukunft wird in der Unvollkommenheit liegen“). Gabriel bezieht das insbesondere auf die Welt der künstlichen Intelligenz und Robotik, in die wir gerade eintreten. Ihm scheint es, als würde sich unsere Gesellschaft von offenem Denken entfernen. Auch die kreativen Künste und Universitäten waren bisher Orte, an denen Ideen erforscht und Debatten geführt wurden. Gabriel hasst die Bestrebungen, all das zu unterbinden. Auf dem Bild sind verschlungene Ornamente in dunklem Rot zu sehen, die erst auf den zweiten Blick die Darstellung einer Frau mit überweit aufgerissener Vulva offenbaren. Es wird der quälende und schmerzhafte Aspekt einer Geburt gezeigt. Das Gesicht der Frau ist verzerrt in einem enormen Schrei. Die Stickerin Thompson erfreute sich daran, dass die Nabelschnur im Bild „rund und sanft gedreht, voller Magie und Leben ist“. Dieses Bild ist das erste für o\i, das im Querformat ausgeführt ist.

Hintergrund Bei der Back to Front Tour wurde Gabriel von Linnea Olsson und Jennie Abrahamson als Begleitsängerinnen begleitet, Linnea Olsson spielte zudem den Cello-Part bei What Lies Ahead. Dieser gefiel Gabriel so gut, dass er ihn auch für die endgültige Studio-Fassung von o\i verwendete. John Metcalfe fügte für die Orchester-Sessions erneut mit dem ständigen New Blood Orchestra im Jahr 2022 noch einige weitere Elemente hinzu. Außerdem ist bei der endgültigen Studio-Fassung der ebenfalls schwedische Männerchor Orphei Drängar zu hören, der auch schon bei dem Lied This Is Home auf dem Album i/o zu hören war. Laut Gabriel schafft dieser eine „sehr seltsame Stimmung, kraftvoll und emotional“, was eine großartige Art sei, einen Song zu beginnen. Dabei handelte es sich um einen Vorschlag von Brian Eno.

Der Bright-Side Mix der Single wurde am vierten Vollmond des Jahres 2026 veröffentlicht, genannt Blood Moon oder Worm Moon. Gabriel kündigte bereits bei der Veröffentlichung des ersten Titels des Albums an, dass weitere Bright-Side Mixe von Titeln des Albums von Mark „Spike“ Stent und weitere Dark-Side Mixe von Tchad Blake veröffentlicht werden. Der erste Mix aller Titel des Albums o\i wird jeweils bei Vollmond und der andere bei Neumond veröffentlicht. Diese Art der Veröffentlichungspolitik der einzelnen Lieder des Albums o\i zu in diesem Fall der ersten 13 Vollmonde des Jahres begründete er bereits 2023 bei der Veröffentlichung der 12 einzelnen Titel des vorhergehenden Albums i/o auf die gleiche Weise damit, dass die Menschen wegen der Technologie vergessen haben, woher sie kommen. Er würde eine Fusion aus Natur und technischem Fortschritt bevorzugen.

Inhalt und Bedeutung In dem Liedtext sinniert Gabriel über die Zukunft und ihre unvorhersehbaren Wendungen. Das Lied ist seinem Vater Ralph Parton Gabriel gewidmet, wie auch schon zuvor der Titel Father, Son auf dem Soundtrack-Album OVO. Gabriel mochte nach seiner Aussage spirituelle, inspirierende Musik schon immer, weil Menschen manchmal an einen anderen Ort gelangen, wenn sie sich zurückziehen und einfach nur dieses Gefühl von etwas anderem da draußen wahrnehmen. Obwohl er selbst nicht religiös sei, habe er definitiv ein Gespür dafür. Genau das habe er sich mit dem Chor im Vordergrund erhofft, dass man sofort in diese andere Welt eintaucht.

Außerdem handelt es sich bei What Lies Ahead um ein Lied über Erfinder und Erfindungen. Gabriels Vater Ralph Parton Gabriel war Elektroingenieur und Erfinder und hielt rund sieben verschiedene Patente, darunter eines für das Dial-a-Program aus dem Jahr 1971, das erste Glasfaser-Kabelfernsehsystem. Gabriel erlebte mit, wie frustrierend es für seinen Vater war, nicht nur eine Idee zu verwirklichen, was normalerweise viele Anläufe erfordert, sondern sie dann auch noch an Leute zu verkaufen, die das nötige Kleingeld haben, und schließlich an die Außenwelt. Deshalb interessierte er sich schon immer für den kreativen Prozess und dafür, wie er bei Erfindern abläuft. Grundsätzlich verweist Gabriel außerdem darauf, dass sich der Song allgemein auf Menschen bezieht, die kreativ die Welt gestalten wollen. What Lies Ahead besteht nur aus zwei Strophen. Der Liedtext der ersten beinhaltet eine Momentaufnahme von einem Hügel auf dem eine Werkstätte steht. Ein Mast reicht vom Dach in den Himmel, fängt Blitze und Lichtkränze ein und leitet sie durch Kupferspulen bis in den Grund. Die zweite Strophe wechselt die Situation und Beschreibung komplett und spricht mit „du“ eine unbekannte Person an, die „aus dem nirgendwo“ („pulled from nowhere“) kommend und „im Scheitern geschmiedet“ („forged in failure“) gegen den Strom schwimmt. Diese würde ganz klar sehen, „was voraus liegt“ („what lies ahead“). Im Schlussteil werden diese Gedanken zusammengefasst in „Was vor dir liegt, formt sich in deinen Händen“ („What lies ahead Is forming in your hands“).

Musik What Lies Ahead ist in der unfertigen Version von 2014 eine einfache essentielle sanfte Piano-Ballade mit stimmungsvoller, zarter Atmosphäre, die durch Gabriels raue Stimme und durch das Cello-Solo und die Chorparts noch verstärkt wird.