Die 87. Infanterie-Brigade war ein von 1897 bis 1918 bestehender Großverband der Preußischen Armee.

Geschichte Die Brigade wurde zum 1. April 1897 im Zuge der Vergrößerung der Preußischen Armee in Thorn errichtet. Ihr waren die Infanterie-Regimenter Nr. 175 und 176 unterstellt. Gemeinsam mit der 69. und 70. Infanterie-, sowie der 35. Kavallerie-Brigade bildete sie die 35. Division des XVII. Armee-Korps.

Zum 1. Oktober 1912 schied das 8. Westpreußische Infanterie-Regiment Nr. 175 aus dem Brigadeverbund und wurde durch das Kulmer Infanterie-Regiment Nr. 141 ersetzt.

Erster Weltkrieg Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der Brigade zusätzlich bis zum 17. August 1914 durch das Pommersche Jäger-Bataillon „Fürst Bismarck“ Nr. 2 verstärkt.Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil VIII: Jäger und Kavallerie mit Schneeschuh- und Gebirgsformationen, Sturmtruppen und Radfahrtruppen.Verlag Militaria, Wien 2023, ISBN 978-3-903341-36-4, S. 12. Im Verbund mit der 35. Infanterie-Division nahm die Brigade an der Ostfront unter anderem an den Schlachten bei Gumbinnen, Tannenberg, an den Masurischen Seen, bei Kutno, und um Łódź teil. Während der Kämpfe an der Rawka-Bzura trat das Infanterie-Regiment „von der Marwitz“ (8. Pommersches) Nr. 61 am 11. Mai 1915 bis Kriegsende zusätzlich unter das Brigadekommando.Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria, Wien 2007, ISBN 978-3-902526-14-4, S. 118.

Ende September 1915 verlegte die Brigade an die Westfront und war hier ab Mitte Oktober in die Stellungskämpfe zwischen Somme und Oise eingebunden. Nach der Teilnahme an der Schlacht an der Somme lagen die Truppen ab Ende November 1916 wieder in Stellungskämpfen und wirkten im April/Mai 1917 an der Schlacht bei Arras sowie Ende des Jahres an der Herbstschlacht in Flandern. Das Jahr 1918 war bis zum Waffenstillstand von Compiègne hauptsächlich durch weitere Stellungskämpfe in Flandern geprägt.

Nach Kriegsende wurde das Brigadekommando im Dezember 1918 aufgelöst.

Kommandeure Dienstgrad Name DatumGeneralmajorArnold Behm1. April 1897 bis 8. Juli 1900GeneralmajorMax Dieckmann22. Juli 1900 bis 31. März 1903OberstOtto Hedicke1. April bis 17. April 1903 (mit der Führung beauftragt)GeneralmajorOtto Hedicke18. April 1903 bis 16. Januar 1905OberstHeinrich Scharch27. Januar bis 15. März 1905 (mit der Führung beauftragt)GeneralmajorHeinrich Scharch16. März 1905 bis 21. März 1907GeneralmajorWerner von Rostken22. März 1907 bis 21. März 1910GeneralmajorGeorg Hildebrandt22. März 1910 bis 18. November 1911GeneralmajorJohannes von Hahn19. November 1911 bis 23. November 1914Oberst/GeneralmajorWalther von der Osten24. November 1914 bis 10. Januar 1917OberstPaul Haehling von Lanzenauer11. Januar 1917 bis Oktober 1918OberstleutnantKarl von KeiserOktober 1918 bis Kriegsende

Das stellvertretende Brigadekommando wurde während der Mobilmachung in der Heimat von Anfang August 1914 bis Mitte Juli 1916 durch die Generalleutnante z. D. Friedrich von Ditfurth und anschließend über das Kriegsende hinaus bis Ende November 1918 durch Karl Brosius geführt.

Literatur Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 311–312. Claus von Bredow: Historische Rang- und Stammliste des deutschen Heeres. Verlag August Scherl, Berlin 1905, S. 706.

Weblinks

Einzelnachweise

Infanteriebrigade 87 Infanteriebrigade 87 Kategorie:Gegründet 1897 Kategorie:Aufgelöst 1918