alternativtext=Elektronisches Schießkino mit Laser Schussmarkierer|mini|hochkant=2|Elektronisches Schießkino, Schussmarkierer innerhalb Mündungsfeuerdämpfer einer Softairwaffe HK416, gefilmt und ausgewertet mit 120 Frames pro Sekunde (fps) einer Global-Shutter Industriekamera mit Variofocal low distortion Objektiv
Ein elektronisches Schießkino ist eine Schießanlage für reale Schusswaffen oder für elektronisch modifizierte Waffen mit einem Laser als Schussmarkierer. Anstelle konventioneller Schießscheiben werden die Ziele auf einer Bildwand mit einem Videoprojektor abgebildet.
Die gebräuchlichsten Varianten der Positionsermittlung eines Treffers erfolgt unter anderem aus der Auswertung der Position des Laserpunktes eines Schussmarkierers auf der Bildwand mittels einer Kamera Auswertung der Position der Wärmesignatur des Projektils, welche beim Durchschlagen einer schusssicheren Bildwand entsteht, mittels einer Wärmebildkamera Auswertung der Position des Unterbruchs innerhalb eines Lichtgitters, welche das Projektil beim Durchschreiten erzeugt Auswertung der Position des Einschusslochs, welches das Projektil beim Durchschlagen einer Bildwand erzeugt Auswertung unterschiedlicher Laufzeiten des Schalls, welche das Projektil beim Durchschreiten erzeugt Bei der Auswertung mittels einer Kamera wird die gefilmte Bildwand aus dem Videostream ausgeschnitten. In diesem Bildwandausschnitt werden der Treffer erkannt und die Koordinaten berechnet. Diese Koordinaten werden auf den zu steuernden Monitor (Videoprojektor) gemappt, auf welchem dann ein Steuerevent, zum Beispiel ein Mausklick, generiert wird.
Schussmarkierung Die Auslösung des Laserimpulses zur Berechnung der Trefferkoordinaten erfolgt bei Laserpistolen oder Trainingswaffen mit integriertem Laser durch Betätigung des Abzuges. Reale Waffen oder Softairwaffen können mit Schussmarkierern ausgerüstet werden. Die Auslösung der Schussmarkierer erfolgt je nach Ausführung über Zentralfeuerpatronen auslösende Schlagbolzen oder über Vibrationen, welche durch den Schlagbolzen, eine Schussabgabe oder dem Repetieren des Schlittens entstehen.
Mechanisch auslösende Schussmarkierer
Mechanisch auslösende Schussmarkierer werden innerhalb des Patronenlagers eingesetzt und durch den Schlagbolzen ausgelöst. Dieser trifft auf einen integrierten Mikroschalter, welcher den Laserimpuls auslöst. Da weder die Form des Schlagbolzens noch die Eindringtiefe in das Zündhütchen einer Normierung unterliegen, empfiehlt es sich, den Einsatz vorab mit der verwendeten Waffe und dem vorgesehenen Schussmarkierer zu prüfen.
Elektronisch auslösende Schussmarkierer
Elektronisch auslösende Schussmarkierer können je nach Ausführung innerhalb des Patronenlagers, innerhalb des Laufs oder außerhalb der Waffe auf einer Waffenschiene (NATO-, Picatinny-, Weaver-Schiene) oder in einer Mündungsfeuerdämpfer/Schalldämpfer-Montagevorrichtung eingesetzt werden. Sie werden durch Vibrationen ausgelöst, welche durch den Schlagbolzen, eine Schussabgabe oder das Repetieren des Schlittens entstehen. Da die entstehenden Vibrationen je nach eingesetzter Waffe, Montageart und Montageposition unterschiedlich stark ausfallen, empfiehlt es sich, den Einsatz vorab mit der verwendeten Waffe und dem vorgesehenen Schussmarkierer zu prüfen.
Waffentypen Prinzipiell eignet sich jede Art von Schusswaffe für den Einsatz in einem elektronischen Schießkino. Während Laserpistolen konstruktionsbedingt bereits alle Kriterien erfüllen, müssen reale Schusswaffen oder Softairwaffen mit Schussmarkieren nachgerüstet und gegebenenfalls modifiziert werden.
Laserpistolen
Laserpistolen sind Sportgeräte, welche für Schießdisziplinen im Modernen Fünfkampf, beim Laser Run und Triathle verwendet werden. Sie sind für Teilnehmende und Zuschauer ungefährlich und unterliegen nicht der Waffengesetzgebung, sofern sie eindeutig auch von Laien auf den ersten Blick von realen Waffen unterscheidbar sind. Laserpistolen können sofort und ohne Modifikationen in einem elektronischen Schießkino eingesetzt werden.
Schusswaffen
Reale Schusswaffen können mit externen Schussmarkierern in einem elektronischen, den Laserpunkt detektierenden Schießkino eingesetzt werden. Bei einer Verwendung von Platzpatronen kommen externe, elektronisch auslösende Schussmarkierer zur Anwendung. In das Patronenlager eingesetzte, mechanisch auslösende Schussmarkierer benötigen eine Auslösung des Schlagbolzens. Während bei Single-Action-Abzügen nach jeder Schussabgabe das Abzugsystem von Hand neu gespannt werden muss, können bei Double-Action- oder Double-Action-Only-Abzügen ohne das manuellen Spannen des Abzugsystems mehrere Schüsse nacheinander abgegeben werden.
Gasdrucklader-Waffen benötigen je nach Ausführung und Modell ein Manöverpatronengerät, um bei Verwendung von Platzpatronen den benötigten Gasdruck aufbauen zu können.
Softairwaffen
Softairwaffen sind je nach Ausführung in Form, Bedienung und Gewicht täuschend echt aussehende Replikate realer Schusswaffen. Softairwaffen können mit externen Schussmarkierern oder mit einem Ersatzlauf mit integriertem Schussmarkierer in einem elektronischen Schießkino eingesetzt werden. Repetierpistolen oder Revolver benötigen keine weitere Modifikation, da der Verschluss bei leerer Trommel oder leerem Magazin nicht blockiert. Waffen mit einem Schlittenfang oder einem Verschlussfang blockieren den Schlitten bzw. den Verschluss. Sofern keine Softairmunition (BBs) verschossen wird, muss je nach Ausführung das Magazin oder der Schlittenfang modifiziert werden, um das Verriegeln des Verschlusses oder das Arretieren des Schlittens zu verhindern.
Montage der Schussmarkierer Während Laserpistolen und Trainingswaffen mit integriertem Laser für ein elektronisches Schießkino sofort verwendet werden können, benötigen reale Waffen oder Softairwaffen einen zusätzlichen Schussmarkierer. Es bestehen je nach Ausführung des Schussmarkierers verschiedenen Montagearten, welche einen erheblichen Einfluss auf den Einsatz und das Training haben.
Montage innerhalb des Patronenlagers
Diese Varianten, erhältlich für reale Schusswaffen, erkennen entweder die entstehenden Vibration beim Auftreffen des Schlagbolzens, oder der Schlagbolzen betätigt einen Mikroschalter innerhalb des Schussmarkierers und löst dabei den Laserimpuls aus. Ein Schussmarkierer innerhalb des Patronenlagers verlängert den Lauf der Waffe nicht, somit ist das Training „Ziehen aus dem Holster und die darauf folgende Schussabgabe“ uneingeschränkt möglich. Der Schussmarkierer blockiert das Patronenlager, somit ist ein Training mit Platzpatronen oder realen Patronen nicht möglich. Der Schussmarkierer ist nur für die Waffen einsetzbar, welche das Kaliber des Schussmarkierers verwenden. Für das Training mit einem Revolver und mehreren aufeinander folgenden Schüssen muss jedes Patronenlager der Trommel mit einem Schussmarkierer belegt sein.
Ersatzlauf für Softairwaffen
Diese Variante erkennt die entstehende Vibration bei einer Schussabgabe und löst dabei den Laserimpuls aus. Der Schussmarkierer verlängert den Lauf der Waffe nur unwesentlich, somit ist das Training „Ziehen aus dem Holster und die darauf folgende Schussabgabe“ mit einem normalen Holster unter Umständen möglich. Diese Art des Schussmarkierers ist nur für Softairwaffen einsetzbar, für welche der Hersteller die Kompatibilität bestätigt hat.
Montage innerhalb des Laufes
Diese Varianten, erhältlich für reale Schusswaffen, erkennen die entstehende Vibration beim Auftreffen des Schlagbolzens und lösen dabei den Laserimpuls aus. Der Schussmarkierer verlängert den Lauf der Waffe, dies kann das Training „Ziehen aus dem Holster und die darauf folgende Schussabgabe“ beeinflussen. Der Schussmarkierer blockiert den realen Lauf der Waffe, somit ist ein Training mit Platzpatronen oder realen Patronen nicht möglich. Der Schussmarkierer ist nur für die Kalibergrößen einsetzbar, für welche der Hersteller die Kompatibilität bestätigt hat.
Montage außerhalb des Laufes
Diese Varianten erkennen die entstehende Vibration beim Auftreffen des Schlagbolzens oder dem Repetieren des Schlittens und lösen dabei den Laserimpuls aus. Der Schussmarkierer verlängert den Lauf der Waffe, dies kann das Training „Ziehen aus dem Holster und die darauf folgende Schussabgabe“ beeinflussen. Der Schussmarkierer blockiert den Lauf der Waffe, somit ist ein Training mit Platzpatronen oder realen Patronen nicht möglich. Der Schussmarkierer ist für alle Waffen einsetzbar, welche ein Gewinde für einen Schalldämpfer oder Mündungsfeuerdämpfer besitzen und die zur Auslösung notwendige Vibration erreichen. Während reale Waffen je nach Hersteller und Modell unterschiedliche Gewindearten besitzen, verwenden Softairwaffen mehrheitlich ein M14- oder M16-Feingewinde, das als Rechtsgewinde (im englischen Clock-Wise „CW“ genannt) oder als Linksgewinde (im englischen Counter-Clock-Wise „CCW“ genannt) ausgeführt sein kann. Der Fachhandel bietet diverse Adapter zur Anpassung verschiedener Gewindegrößen und Gewindedrehrichtungen an.
Montage auf einer Waffenschiene
Diese Varianten erkennen die entstehende Vibration beim Repetieren des Schlittens, beim Auftreffen des Schlagbolzens oder einer Schussabgabe und lösen dabei den Laserimpuls aus. Der Schussmarkierer verlängert den Lauf der Waffe nicht, dennoch benötigt diese Kombination ein entsprechendes Holster, damit ein Training „Ziehen aus dem Holster und die darauf folgende Schussabgabe“ absolviert werden kann. Der Schussmarkierer blockiert den Lauf der Waffe nicht, somit ist ein Training mit Platzpatronen oder realen Patronen möglich. Waffen, die nach dem Gasdrucklader-Prinzip funktionieren, benötigen für die Verwendung von Platzpatronen unter Umständen ein Manöverpatronengerät, um den benötigten Gasdruck zu erreichen. Der Schussmarkierer ist für alle Waffen einsetzbar, welche eine entsprechende Waffenschiene besitzen und die zur Auslösung notwendige Vibration erreichen.
Schusserkennung Der Schussmarkierer sendet nach einer Schussabgabe einen kurzen Laserimpuls aus. Eine Kamera filmt dabei die Bildwand und übergibt die einzelnen Frames (Einzelbilder) einer Erkennungssoftware, welche den Treffer erkennt und die entsprechenden Koordinaten berechnet. Für die Schusserkennung eignet sich jede von der Erkennungssoftware unterstützte Kamera.
Für die Verwendung von Schussmarkierern mit Lasern, die im nicht sichtbaren Infrarotbereich senden, wird eine Kamera ohne integrierten Infrarotlicht sperrenden Filter eingesetzt. (NIR-Kamera)
Für eine Erkennung eignen sich USB3-Kameras besser als herkömmliche USB2-Kameras. Da das Protokoll USB3 mehr Daten liefert und hierfür weniger Computerressourcen benötigt, stehen mehr Ressourcen für die Erkennungssoftware und der Trainingseinheit zur Verfügung. USB3-Kameras können auch mehr Bilder pro Sekunde liefern, was die Genauigkeit der Schusserkennung verbessert.
Webcam
Webcams eignen sich als eher im Niedrigpreissegment angesiedelte Kameras gut für eine Schusserkennung. Allerdings besitzen sie ein fix eingebautes Objektiv mit vorgegebenen oder in Stufen einstellbaren Brennweiten (Bildwinkeln), welches die Positionierung der Kamera für einen formatfüllenden Bildwandausschnitt erschwert. Zudem besitzen sie einen Infrarotlicht sperrenden Filter, welcher den Einsatz von Schussmarkierern mit im nicht sichtbaren Infrarotbereich sendenden Lasern erschwert. Die Frameraten von Webcams liegen je nach eingestellter Auflösung im Bereich von 30 bis 60 Bildern pro Sekunde (fps), hochpreisige Modelle können bis zu 120 Bilder pro Sekunde liefern.
Industriekamera