mini|Rehder’sches Familiengrab auf dem St. Lorenz-Friedhof in Lübeck. August Rehder (* 13. Juli 1819 in Lübeck; † 18. März 1885 ebenda) war ein deutscher Kaufmann, königlich belgischer Konsul und Mitglied der Lübecker Bürgerschaft.

Leben Herkunft Sein Vater zeichnete sich durch Humanität und Herzensgüte aus. Von bescheidenen Anfängen ausgehend, entwickelte August Peter Rehder die A. P. Rehder zu einer der sowohl bekanntesten als auch geachtetsten Firmen Lübecks. Ursprünglich war diese im schwedischen Geschäft und der Holzbranche etabliert.

Die Familie Rehder war mit der Familie Possehl bekannt. Nach seiner Schulzeit wurde Emil Possehl bei ihm ausgebildet. Als Vorsteher im Füchtingshof hatte dieser seinerzeit die Aufnahme Catharina Possehls, Emils Großmutter, protokolliert.Günther Kohlmorgen: Johann Füchting und Füchtings Hof in Lübeck. Ein Beispiel für die Anfänge des sozial wirkenden Kleinwohnungbaus. Lübeck 1982, S. 237.

Bereits zur Zeit der „alten“ Collegiatbürgerschaft als auch der späteren Repräsentativverfassung nahm er rege an den Interessen des Gemeinwesens teil.

Als er am Abend des 31. Juli 1873 verstarb, hatte sich der Hochbetagte jedoch bereits vor Jahren von der öffentlichen und geschäftlichen Tätigkeit zurückziehen müssen.Local- und vermischte Nozizen.. In: Lübeckische Blätter; 15. Jg., Nummer 61, Ausgabe vom 3. August 1873, S. 338.

Sein jüngerer Sohn fand in London seine zweite Heimat. Dort betrieb er mit der Firma Rehder & Co. ein namhaftes Geschäft. Für seine Vaterstadt behielt dieser jedoch ein lebhaftes Interesse und förderte viele sich dem Kaufmannsstand widmende Söhne Lübecks in seinem Geschäft in deren Ausbildung. Christoph Adolph Rehder verstarb im 66sten Lebensjahr am 3. Mai 1892.Local- und vermischte Nozizen.. In: Lübeckische Blätter; 34. Jg., Nummer 38, Ausgabe vom 11. Mai 1892, S. 224.

Laufbahn Rehders Tätigkeitsschwerpunkt lag in der Leitung des ausgebreiteten Holzgeschäftes seiner Firma und dem Betrieb einer bedeutenden Reederei. Um das Erstere zu fördern, erwarb er die große Forste umfassende Herrschaft Immediatstadt Stolzenberg.

Nachdem der Geheime Legationsrat Daniel Georg Heinrich Bölsche (1816–1882) bedingt durch sein Ausscheiden aus dem lübeckischen Staatsverband die von ihm geführten Konsulate des Königreich Belgiens und des Herzogtums Braunschweig in Lübeck niedergelegt hatte, wurde Rehder zum belgischen Konsul ernannt. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 12. Jg., Nummer 59, Ausgabe vom 24. Juli 1870. Nach seinem Tod wird sein Sohn James zu seinen Nachfolger ernannt. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 27. Jg., Nummer 67, Ausgabe vom 23. August 1885, S. 384.

Als anerkannte Kapazität in Finanzsachen war Rehder auch Mitglied im Verwaltungsrat mehrerer auswärtiger Banken und Aktiengesellschaften.

Kurz nach seiner Rückkehr aus Kissingen war seine Gesundheit erschüttert, sollte sich nicht mehr erholen und er verstarb am Vormittag des 18. März 1885.

Wirtschaftsförderer Wiederholt gehörte Rehder der Lübecker Handelskammer als Mitglied an.

Zusammen mit Joh. Heinrich Wilhelm Schwartzkopf Heinrich Schwartzkopf verstarb am 31. März 1872. Er, Chef der Handlung Cabell & Schwartzkopf, wurde als einer der intelligentesten, unternehmendsten und tätigsten Kaufleute Lübecks anerkannt. So erhob er die von ihm gegründete Handlung bald in die Reihe der ersten Firmen Lübecks. Mit gleichem Interesse widmete er sich den Angelegenheiten der Stadt. Seit 1865 gehörte er der Bürgerschaft und davor der Handelskammer an. Des Weiteren gehörte er mehrfach dem städtischen Verwaltungsdepartements und längere Zeit dem Redaktionsausschuss der Lübeckischen Blätter an. Für die letztgenannten hegte er eine rege Anteilneilnahme.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 14. Jahrgang, Nummer 27, Ausgabe vom 3. April 1872, S. 148. und Heinrich Mann sen. bildete er die Direktion der Lübeck-Finnländischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter, 14. Jahrgang, Nummer 18, Ausgabe vom 3. März 1872, S. 99–100.

mini|hochkant|Commerz-Bank Rehder war ununterbrochen Aufsichtsratsmitglied der Commerz-Bank und der „Lübecker Bank“. Letztere wurde von ihm mitgegründet. Ihr Vorstand bestand aus Wilhelm Brehmer (Vorsitz), ihm (Stellvertreter), Cay Dietrich Lienau, Heinrich Mann sen., Johannes Schramm, J. A. Wolpmann,J. A. Wolpmann war der Vater von Emil und Carl Heinrich Wolpmann. Wilhelm Spiegeler und Hermann Otte. Als solche waren sie zur gemeinschaftlichen Zeichnung der Firma berechtigt. Sie gründeten die am 2. Januar 1872 ihre Geschäftstätigkeit aufnehmende „Lübecker Bank“.Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 13. Jg., Nummer 105, Ausgabe vom 31. Dezember 1871, S. 587. Am 16. März 1872 überreichte der Aufsichtsrat der Bank zum Dank für seine Bemühungen um die Gründung derselben einen, wie es hieß prachtvollen, silbernen Tafelaufsatz. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 14. Jg., Nummer 22, Ausgabe vom 17. März 1872.

Auf der Generalversammlung der Deutschen LebensversicherungsgesellschaftDie Deutsche Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Lübeck ist 1828 als Aktiengesellschaft gegründet worden und wurde 1927 von der Allianz übernommen. wurde am 22. Juni 1874 Rehder an Stelle des abtretenden Konsuls Herrmann Fehling in deren Verwaltungsrat gewählt. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 16. Jg., Nummer 50, Ausgabe vom 24. Juni 1874, S. 296. In seine Stelle im Vorstand der deutschen „Lebensversicherungs-Gesellschaft“ wurde der Senator Mann erwählt. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 27. Jg., Nummer 43, Ausgabe vom 31. Mai 1885, S. 252.

Die „Lübecker Dampffschifffahrts-Gesellschaft“ ist unter der Direktion der Herren Rehder, H. J. Damm und W. Schernikau stehende „Hanseatische Dampffschifffahrts-Gesellschaft“ erweitert worden. Diese sollte eine regelmäßige Dampfschifffahrt zwischen Lübeck und den nordischen Ländern – Petersburg, Reval, Riga und Libau – herstellen und zu diesem Zwecke neben dem schon fahrenden Dampfer Sirius in Bau befindlichen ins Auge fassen. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 14. Jg., Nummer 8, Ausgabe vom 28. Januar 1872, S. 40. Anstelle des Verstorbenen beruft die „Lübecker Dampffschifffahrts-Gesellschaft“ im April 1885 dessen Sohn James in den Vorstand. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 27. Jg., Nummer 34, Ausgabe vom 29. April 1885, S. 200.

Auf der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft „Casino“ am 30. März 1877 wurde der Jahresbericht nebst Abrechnung vorgelegt und darauf dem Verwaltungsausschuss daraufhin Decharge erteilt. Um die Lokalitäten dem neuen Ökonom Scharffenberg in anständigem Zustand übergeben zu können, war eine GeldmittelbeschaffungDie Geldmittelbeschaffung war unter anderem erforderlich, da Lübeck erst 1888 Mitglied des Deutschen Zollvereins werden sollte. erforderlich. Auf Antrag des Ausschusses wurde hierfür die Aufnahme eines Pfandpostens auf eines seiner Gebäude genehmigt. Rehder, Heinrich Erasmi und Ernst Christian Johannes Schön wurden als austretende Ausschussmitglieder wiedergewählt, Crome und Krohn zu Revisoren ernannt. Die Prioritätsaktien Nr. 8 und 312 wurden ausgelost. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 20. Jg., Nummer 26, Ausgabe vom 31. März 1878, S. 156. In der am 15. April 1881 abgehaltenen Generalversammlung der Gesellschaft wurde er, der turnusmäßig aus der Direktion ausschied, in jene wieder gewählt. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 23. Jg., Nummer 31, Ausgabe vom 17. April 1881, S. 195.

Der aus Heinrich Theodor Behn (Vorsitz), Thomas Johann Heinrich Mann, Johannes Albrecht Suckau, sowie Dres. Carl Herm. Heinr. Franck und Robert Peacock bestehende lübeckische Zweig des Vereins für Hebung der Fluß- und Canalschiffahrt wuchs 1878 um Rud. Carl Müller, Hinrich Christian Otto, Georg Wilhelm Stange und ihn an. Es wurde die von Baurat Carl August Wilhelm Lohmeyer aus Ratzeburg vorgetragene projektierte Korrektur des Stecknitzkanals, welche am 29. Mai 1878 auf der Hauptversammlung in Berlin als Tagesordnungspunkt durch den lübeckischen Vorsitzenden zu vertreten war, diskutiert und gebilligt. Der lübeckische Zweigverein zur Hebung der Fluß- und Canalschiffahrt. In: Lübeckische Blätter; 20. Jg., Nummer 41, Ausgabe vom 25. Mai 1878, S. 243.

Auf der am 28. Oktober 1878 in Mölln abgehaltenen Versammlung des vereinigten Lübeck-Lauenburgischen Elb-Trave-Canal-Comites, an welcher die Herren Rehder, Stange und Franck aus Lübeck teilnahmen, wurden der Bericht über die Vorarbeiten für den Kanalbau und die an die preußische und lübeckische Regierung sowie an die Ritter- und Landschaft des Kreises Herzogtum Lauenburg zu richtenden Schreiben fertiggestellt. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 21. Jg., Nummer 87, Ausgabe vom 31. Oktober 1880, S. 504.

Am 20. April 1885 wurden auf der Generalversammlung wurden die beiden turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder August Sartori und Georg Eduard Tegtmeyer wieder und Konsul G. Eschenburg für den Verstorbenen erwählt. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 27. Jg., Nummer 32, Ausgabe vom 22. April 1885, S. 188.

mini|hochkant|Pferdeeisenbahn Am im Saal des Hôtel du Nord fand am 10. Dezember 1880 die erste von Regierungsrat v. Warnstedt geleitete Generalversammlung der Aktionäre der Lübecker Pferdeeisenbahn-Gesellschaft statt. Er führte aus, dass zunächst nur eine außerhalb des Burgtor beginnende zum Kolosseum laufende Linie gebaut werden solle. Nachdem man jedoch den Wert des Beförderungsmittels einer Pferdeeisenbahn kennengelernt haben werde, sich die Abneigung gegen die erstgenannte Linie nach dem Bahnhof und vor das Holstentor in ein Bedürfnis wandeln werde. Als die hierfür geeignetste Linie wurde ein durch die Beckergrube laufender oder oberhalb der Mengstraße abzweigender Schienenstrang angesehen. Als Mitglieder des Verwaltungsrates wurden daraufhin v. Warnstedt, Hermann Fehling und Tegtmeyer, Ersatzmann Rodde, und für den Aufsichtsrat August Rehder, Johann Hermann Eschenburg und Friedrich Carl Sauermann, Ersatzmann Wilhelm Heinrich Heyke, erwählt. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 22. Jg., Nummer 99, Ausgabe vom 12. Dezember 1880, S. 575.

Auf der Generalversammlung am 20. März 1885 wählte man Heyke in Stelle des Verstorbenen in den Aufsichtsrat. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 27. Jg., Nummer 23, Ausgabe vom 22. März 1885, S. 136. An die Stelle von Konsul Rehder im Verwaltungsrates ist Konsul P. H. Rodde eingetreten. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 27. Jg., Nummer 30, Ausgabe vom 15. April 1885, S. 176.

Am 8. April 1884 nahm die Versammlung der Kaufmannschaft die Wahl eines Mitgliedes der Handelskammer in die Stelle des im Vormonat anstelle seines verstorbenen Vaters in den Senat gewählten Johann Hermann Eschenburg vor. Hierfür waren neben Rehder, Gossmann und Franck vorgeschlagen. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 26. Jg., Nummer 26, Ausgabe vom 30. März 1884, S. 168.

Im Juni 1885 wurde anstelle des Verstorbenen der Eutiner Kaufmann Johannes Janus in den Vorstand des Eutin-Lübecker Eisenbahn gewählt. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 27. Jg., Nummer 45, Ausgabe vom 7. Juni 1885, S. 264.

Politik Rehder war ein langjähriges Mitglied der Bürgerschaft und des Bürgerausschusses. Zum Wortführer des Bürgerausschusses wurde 1871 Richter Albrecht Priess, zu seinem ersten Stellvertreter Carl Wilh. Weber und zum zweiten Stellvertreter Rehder gewählt. Local- und vermischte Notizen. In: Lübeckische Blätter; 13. Jg., Nummer 105, Ausgabe vom 21. Dezember 1871.