Adolf Härtel (* 7. März 1891 in Wien; † 6. Oktober 1949 in Ramsau am Dachstein) war ein österreichischer Maschinenbau-Ingenieur, Hochschullehrer und nationalsozialistischer Wissenschaftsfunktionär.Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik. Heidelberg 2004, S. 69.

Leben Adolf Härtel wurde als Sohn eines Militärbeamten in Wien geboren. Er studierte seit 1909 an der TH Wien, diente im Ersten Weltkrieg als Oberleutnant der Reserve und schloss sein Studium 1922 mit der Promotion an der TH Wien ab.Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik. Heidelberg 2004, S. 69. Im Jahre 1928 war Härtel an der Technischen Hochschule Wien Assistent am Institut für Mechanische TechnologieJahrbuch für das Studium an der Technischen Hochschule in Wien 1928–1929. Hrsg. v.d. Geschäftsführung der Studentenschaft, Wien, 1928.. Als er dort 1929 Privatdozent war, wurde ihm das Silberne Verdienstzeichen verliehenVolkserziehung. Nachrichten des Bundesministeriums für Unterricht. Hrsg. v. Bundesministerium für Unterricht. 1929, S. 64.. An die Technische Hochschule Graz wurde Härtel 1930 als ordentlicher Professor berufen Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1940/41, S. 615.. Er leitete das Institut für mechanische Technologie.

Härtel trat zum 3. Juli 1931 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 512.596).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/12950925 Er war seit 1933 Mitglied der NSDAP-Gauleitung,Josef Wohinz (Hg.): Die Technik in Graz - Aus Tradition für Innovation. Wien Köln Weimar. Böhlau. 1999. S. 107 konnte aber trotz exponierter Stellung in der Zeit des Austrofaschismus in seinem Amt verbleiben.Die Montanuniversität im Dritten Reich. Eine Spurensuche. VSStÖ Leoben, 2017, S. 14. An der TH Graz war Härtel 1936 Dekan der Fakultät Maschinenbau und Elektrotechnik.Minerva. Jahrbuch der gelehrten Welt. 32., de Gruyter, Berlin, 1936. Nach dem Anschluss Österreichs war Härtel bis 1944 Rektor an der Technischen Hochschule Graz.Stefan Karner: Die Steiermark im Dritten Reich 1938–1945. Aspekte ihrer politischen, wirtschaftlich-sozialen und kulturellen Entwicklung. Leykam, Graz 1986, S. 112. Härtel war seit 1940 Mitglied der SS und wurde 1942 zum SS-Obersturmführer ernannt,Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik. Heidelberg 2004, S. 69. außerdem war er Betriebsführer des Rüstungsbetriebes der Technischen Hochschule Graz.Die Montanuniversität im Dritten Reich. Eine Spurensuche. VSStÖ Leoben, 2017, S. 14. Für den Reichsgau Steiermark fungierte Härtel seit 1938 im NSDDB als Gaudozentenführer, bis er 1943 von Armin Dadieu abgelöst wurde.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war Härtel für mindestens ein Jahr interniert.Josef Wohinz (Hg.): Die Technik in Graz - Aus Tradition für Innovation. Wien Köln Weimar. Böhlau. 1999. S. 107 Im Oktober 1949 erlag er in der Dachsteinsüdwandhütte einem Herzschlag.Wiener Zeitung, 15. Oktober 1949.

Publikationen (Auswahl) Rundpassungen, Verlag des Österreichischen Normenausausschusses für Industrie und Gewerbe, 1930.

Literatur Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik. (= Studien zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte. Band 6), Synchron, Heidelberg 2004, ISBN 3-935025-68-8, S. 69. Hans-Peter Weingand: Die Technische Hochschule Graz im Dritten Reich: Vorgeschichte, Geschichte und Nachgeschichte des Nationalsozialismus an einer Institution, Österreichische Hochschülerschaft, 1995.

Einzelnachweise

Kategorie:Maschinenbauingenieur Kategorie:Rektor (Technische Universität Graz) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SS-Mitglied Kategorie:SD-Personal Kategorie:NSDDB-Funktionär Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1891 Kategorie:Gestorben 1949 Kategorie:Mann