mini|hochkant=1.4|Pfarrkirche St. Nikolaus

Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist eine römisch-katholische Kirche in der Stadt Bacharach im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz.

Lage Die Pfarrkirche St. Nikolaus befindet sich an der Südostecke des Bacharacher Stadtmauerrings auf dem Gelände der ehemaligen Zollbastion in der Nähe des Rheinufers.

Geschichte Kurfürst Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg beauftragte 1685 die in Bacharach ansässigen Kapuzinermönche mit der seelsorgerischen Betreuung der dort lebenden Katholiken, nach dem ihnen per Dekret Religionsfreiheit zugesichert worden war.

Zunächst fanden die Gottesdienste in der schon zerstörten Wernerkapelle statt. Danach wurde den Kapuzinern ein Grundstück am Rheinufer im Südosten außerhalb der Stadtmauer zum Bau einer Kirche und eines Klosters zur Verfügung gestellt. Auf dem Gelände der kurfürstlichen Zollbastion entstand somit zwischen 1688 und 1705 die Kirche St. Nikolaus mit dem zugehörigen Kloster, die im November 1710 durch den Weihbischof von Trier, Matthias von Eyss, geweiht wurde.Kapuzinerkloster St. Nikolaus (Bacharach) Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, herausgegeben vom Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V. an der Universität Mainz, abgerufen am 17. August 2024

Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1802 wieder aufgehoben. Seitdem ist St. Nikolaus nur mehr Pfarrkirche.

Nach einer grundlegenden Renovierung der ehemaligen Klostergebäude im Jahre 1977 wurden diese in mehreren Bauabschnitten zu einer Pfarrwohnung und einem Pfarrheim für die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus umgebaut.

Architektur mini|hochkant|Marienskulptur mini|hochkant|Kirche und heutiges Pfarrhaus mit Innenhof Die Kirche St. Nikolaus ist ein schlichter vierachsiger Saalbau mit hölzernem Tonnengewölbe und rechteckigem Altarraum, an den sich außen der mit einem verschieferten Dachreiter betonte Mönchschor anschließt. An der Nordostecke ist eine steinerne Muttergottes (um 1709) angebracht. In einer Nische der östlichen Außenwand steht eine Statue des heiligen Nikolaus.

An der Südseite der Kirche liegt das heutige Pfarrhaus, ein dreiflügeliges schlichtes Gebäude des ehemaligen Kapuzinerklosters aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert. In dessen Innenhof befindet sich der ehemalige Kreuzgang.

Ausstattung mini|hochkant|Blick auf den Altarraum mini|hochkant|Blick auf die Orgel mini|hochkant|Deckenmalerei Die barocke Innenausstattung der Kirche stammt aus der Erbauungszeit. Der Innenraum wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts neu ausgemalt.

Unter anderen gehören hierzu furnierte Altaraufsätze von 1694, ein Marienaltar mit einer rheinischen Madonna, ein Seitenaltar zu Ehren des heiligen Antonius von Padua mit einer Darstellung des Kapuzinerheiligen Felix von Cantalice. zwei gemalte Antependien von 1692, eine Statue des heiligen Johannes Nepomuk aus dem frühen 18. Jahrhundert, die Ölgemälde Der verlorene Sohn, Petrus mit Hahn und Die Grablegung Christi, ein Kreuzigungsrelief aus dem frühen 16. Jahrhundert in der Südwand, eine Kopie der Maria Magdalena von Antonio da Correggio, angefertigt von dem Historienmaler Gerhard von Kügelgen, eine Orgel mit zwölf Registern aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts, renoviert 1970 von der Orgelbaufirma Oberlinger in Windesheim.St. Nikolaus und ehemaliges Kapuzinerkloster aus regionalgeschichte.net vom Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V., abgerufen am 17. August 2024Katholische Kirche St. Nikolaus aus rheinsteig.de, abgerufen am 17. August 2024Ehemalige Klosterkirche und katholische Pfarrkirche St. Nikolaus aus mittelrhein.net, abgerufen am 17. August 2024

Kirchenfenster Die Pfarrkirche St. Nikolaus besitzt insgesamt elf Bleiglasfenster mit Schwarzlotmalereien auf Antikglas. Davon befinden sich acht im Schiff und die übrigen drei jeweils im Chor, auf der Orgelempore und im ehemaligen Refektorium. Sie wurden 1931 von der Firma Franz Binsfeld und Co. Glasgestaltung Trier gefertigt.

Im Einzelnen sind auf den Fenstern dargestellt im Schiff die Heiligen Theodorus, Wilhelm von Aquitanien, Katharina von Alexandrien, Apostel Johannes, Martin, Anna mit Maria und Johannes der Täufer, im Chor Elisabeth von Thüringen, auf der Orgelempore Augustinus von Hippo und im ehemaligen Refektorium Christus der gute Hirte.Bacharach, Katholische Kapelle St. Nikolaus Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e. V., abgerufen am 17. August 2024

Denkmalschutz Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist in der Liste der Kulturdenkmäler in Bacharach verzeichnet.

Literatur Reinhard Schmid: Bacharach – Kapuzinerkloster St. Nikolaus. In: Klöster und Stifte in Rheinland-Pfalz, veröffentlicht vom Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e.V.

Weblinks

Bacharach, St. Nikolauskirche Internetportal der Pfarreiengemeinschaft Bacharach, abgerufen am 17. August 2024

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in Bacharach Kategorie:Kulturdenkmal in Bacharach Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Mainz-Bingen Kategorie:Nikolaikirche Kategorie:Erbaut in den 1700er Jahren Kategorie:Ehemalige Kapuzinerkirche Kategorie:Pfarrkirche des Bistums Trier