Buckow (Märkische Schweiz) [] (früher nur Buckow oder auch Buckow, Märkische Schweiz) ist eine Landstadt im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg und Sitz des Amtes Märkische Schweiz. Sie ist der Hauptort des Naturparks Märkische Schweiz und ein staatlich anerkannter Kurort mit der Artbezeichnung Kneippheilbad. Der Name wurde mit Wirkung vom 1. Februar 2005 in Buckow (Märkische Schweiz) geändert.Änderung des Namens der Stadt Buckow. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 30. Dezember 2004. In: Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 16. Jahrgang, Nummer 2, vom 19. Januar 2005, S. 20; bravors.brandenburg.de (PDF; 0,4 MB).

Geografie

Lage Die Stadt liegt im südlichen Teil der Märkischen Schweiz, einer durch die letzte Eiszeit geformten, wald- und seenreichen Landschaft am Schermützelsee und wird vom Stobber durchflossen. Der Buckower Talkessel bildet das Zentrum des Naturparks Märkische Schweiz.

Nachbargemeinden Waldsieversdorf Garzau-Garzin Strausberg Oberbarnim Märkische Höhe Müncheberg

Naturraum und Klima Buckower Kessel mini|Luftbild von Buckow, 2022, im Vordergrund der Bahnhof der Buckower Kleinbahn, links im Mittel- und Hintergrund Buckowsee und Schermützelsee mini|Ostufer des Schermützelsees am Strandbad Buckow

Buckow liegt im Buckower Kessel, einer beckenartigen Erweiterung des Stobbertals. Das Tal ist Teil einer glazialen Schmelzwasserrinne, die sich in den letzten beiden Phasen der Weichsel-Eiszeit zwischen dem von Toteis gefüllten Oderbruch und dem Berliner Urstromtal (heutiges Spreetal) herausgebildet hat und die Barnimplatte von der Lebuser Platte trennt. Diese rund 30 Kilometer lange und zwei bis sechs Kilometer breite Buckower Rinne (auch: Löcknitz-Stobber-Rinne) entwässert vom Niedermoor- und Quellgebiet Rotes Luch über den Stobber nach Nordosten zur Oder und über Stobberbach/Löcknitz nach Südwesten zur Spree. Der Urstobber floss vor der Bildung der Nordsee-Ostsee-Wasserscheide Rotes Luch vom Mohriner Sander der Pommerschen Eisrandlage nach Südwesten über das Oderbruch zum Berliner Urstromtal. In der Folge bildete sich vom Oderbruch eine gegenläufige Anzapfungsklinge. Die ursprüngliche Kastentalgestalt und Fließrichtung der Buckower Rinne ist nur noch von der Buckower Pforte, dem Wasserscheidenbereich im Quellgebiet Rotes Luch, nach Südwesten im kurzen Stobberbach erhalten.Claus Dalchow, Joachim Kiesel: Die Oder greift ins Elbegebiet – Spannungsverhältnisse und Sollbruchstellen zwischen zwei Flussgebieten. In: Brandenburgische Geowissenschaftliche Beiträge, Heft 1/2 2005, S. 81. Hrsg.: Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg, ; Naturraum Märkische Schweiz. LAG Märkische Schweiz e. V.

Die Zerrungen und Spannungen der letzten Vereisung und die abtauenden Gletscher verursachten im Untergrund des Buckower Beckens zahlreiche kleinere Einbrüche. Die tiefer gelegenen Becken füllten sich mit allmählich emporsteigendem Grundwasser und bildeten mehrere Seen:(Lit.): Gang durch die Jahrhunderte, Einblicke in 750 Jahre Buckower Geschichte. Begleitbroschur zur Ausstellung, zur Stadtgeschichte und zur Altstadterneuerung, Buckow 2003, S. 5. den Schermützelsee und einige kleinere Seen wie den Griepensee am Buckower Schlosspark und den Buckowsee am Stadtkern, die beide vom Stobber durchflossen werden, sowie den Weißen See, den lediglich ein schmaler, sumpfiger Landstreifen vom Südostufer des Schermützelsees trennt.

Klima: „Majestät, in Buckow geht die Lunge auf Samt“

Der Naturpark Märkische Schweiz liegt in der Regionalklimazone des subkontinentalen, trockenen, südmärkischen Klimas beziehungsweise großräumig eingeordnet im Übergangsbereich vom atlantisch geprägten Klima Westeuropas zum kontinentalen Klima Osteuropas. Das Klima ist geprägt von kühlen Wintern und relativ warmen Sommern. In Talniederungen, vor allem in den Kehlen und der Nähe der oft nebelverhangenen Seen, liegen die Temperaturen niedriger und die Luftfeuchtigkeit ist hoch.Hans Domnick: Entwicklungskonzeption für den Geopark Ostbrandenburg. (PDF; 11 MB), im Auftrag von: Investor Center Ostbrandenburg GmbH, Bereich Regionalmanagement Oder-Spree. Bad Freienwalde 2006, S. 41. Das im Buckower Kessel eher feuchte Klima kommt insbesondere den Buchenmischwäldern entgegen.Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg (MUGV): Lust auf NaTour. Brandenburgs Nationale Naturlandschaften., (PDF-Datei), Potsdam 2012, S. 38.

mini|hochkant=1.8|Buckowsee Zur Buckower Luft heißt es in der Fuhrmann-Chronik von 1928: Aus dem preußischen Königshause hat Kaiser Friedrich als Kronprinz und Friedrich Wilhelm IV. hier geweilt und man erzählt, daß dem letzteren der Leibarzt Buckow mit den Worten empfohlen habe: »Majestät, in Buckow geht die Lunge auf Samt!«Fuhrmann-Chronik, S. 21. Es ist nicht festzustellen, ob die Aussage Majestät, in Buckow geht die Lunge auf Samt! tatsächlich so gefallen ist und auch nicht, von welchem „Leibarzt“ Friedrich Wilhelms IV. sie stammen könnte. Falls der Satz tatsächlich 1854 gefallen ist, kommen vermutlich die Ärzte Johann Lukas Schönlein oder Heinrich Gottfried Grimm infrage. Diese angebliche Empfehlung des königlichen Leibarztes aus dem Jahr 1854 wird in nahezu jeder Darstellung der regionalen Tourismusindustrie zitiert.(Lit.): Gang durch die Jahrhunderte, Einblicke in 750 Jahre Buckower Geschichte. Begleitbroschur zur Ausstellung, zur Stadtgeschichte und zur Altstadterneuerung. Buckow 2003, S. 17. In jüngerer Zeit wird sie vielfach mit einem bestätigenden Gutachten des Deutschen Wetterdienstes aus dem Jahr 2000 in Zusammenhang gebracht:

Das klimatisch-meteorologische Gutachten habe ergeben, dass Buckows Luft aus einer Mischung aus reizenden Bestandteilen (z. B. Ozon) und besänftigenden Gasmolekülen besteht. Bereits die Fuhrmann-Chronik schrieb 1928 zum Buckower Schonklima: „Die nervenstärkende See- und Waldluft machen Buckow für den Sommer- und Winteraufenthalt geeignet; deshalb sind die Hotels und Pensionshäuser auch im Winter geöffnet.“Fuhrmann-Chronik, S. 21.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde gehört der Gemeindeteil Hasenholz sowie die Wohnplätze Buchenfried, Dreieichen, Fischerkehle und Pritzhagener Mühle.

Geschichte mini|Luftbild der Stadtkirche und Marktplatz (links), sowie Griepensee, Juli 2022. mini|Einstiges Flemming’sches Schloss in Buckow, 1663 von Georg Adam von Pfuhl erbaut, mit Fassade von Schinkel um 1802, abgerissen 1948. mini|hochkant|Evangelische Kirche Hasenholz, 2012. mini|hochkant|Stadtkirche am Marktplatz.

Buckow war ursprünglich eine slawische Siedlung, deren Name etwa Buchenaue bedeutete (buk = „Buche“). Archäologische Funde lassen eine Erstbesiedlung im 9. Jahrhundert vermuten. Am Anfang des 13. Jahrhunderts erwarb Herzog Heinrich I. von Schlesien das Land Lebus, zu dem die Märkische Schweiz gehörte. 1224 schenkte er den Zisterzienserklöstern Leubus und Trebnitz Teile des Landes. Es entstanden die Ortschaften Mönfberg (Müncheberg), Münchehofe, Trebnitz, Obersdorf und andere. Die Besiedlung erfolgte vorwiegend mit deutschen Kolonisten. Die, wie Ausgrabungen belegen, seit etwa 850 ansässigen Slawen mussten sich in die Töpfergasse (heute Wallstraße) zurückziehen, wo sie kleine Grundstücke mit sogenannten Wallgärten erhielten.

In den Jahren 1249–1251 kam das Land Lebus an den Erzbischof Wilbrand von Magdeburg. Erzbischof Rudolf überließ 1253 den Mönchen des Klosters Leubus das Dorf villa Buchowe mit der Hälfte der Mühle, sowie Siewersdorf (später Waldsieversdorf), Slawentin (Schlagenthin) und Obersdorf als Entschädigung für die an ihn abgetretene Stadt Monafeberg (Müncheberg). Dies ist die erste urkundliche Erwähnung Buckows. 1375 wird im Landbuch Karls IV. ein preurbium (Vorstadt) Buckow erwähnt. 1405 wurde das oppidum (Städtchen) Buckow vom Abt und dem Leubuser Konvent an Poppo von Holzendorf verkauft. Sein Sohn, Ritter Albrecht von Holzendorf verkaufte bereits 1416 Buckow und die zugehörigen Ortschaften an Kuno von Segeser. Am 17. April 1432 wurde Buckow von den Hussiten zerstört. 1463 war Buckow im Besitz von Jost von Ziegesar, einem Nachfahren des Kuno von Segeser. Unter der Herrschaft dieser Familie entwickelte sich der Hopfenanbau und -handel. Bis ins 19. Jahrhundert hinein baute man eingeschossige Ackerbürgerhäuser mit einfachen, verputzten Fassaden, die auch heute noch in weiten Teilen das Stadtbild prägen. Sie künden von einer Zeit, als Hopfenanbau und Bierbrauen den Ort bekannt machten. 1489 bezogen 39 Dörfer ihr Bier aus „Hoppen-Buckow“. 1465 erteilte Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg der Stadt das Recht, Jahres- und Wochenmärkte abhalten zu dürfen.Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte deutscher Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 445. Um 1550 erhielt Buckow Stadtfreiheit. Mehrfach wurde die Stadt von Feuersbrünsten fast komplett zerstört (1654, 1665 und 1769).

Bis zu dessen Säkularisation 1546 waren Einzelgüter auf der Feldmark Buckows, wie auch ein Teil des Schermützelsees, im Besitz des Zisterzienserinnen-Klosters Friedland. Zur Zeit des Großen Kurfürsten gehörte das Gut Buckow nebst den Dörfern Obersdorf, Möschen, Garzin, Sieversdorf, Hasenholz, Damsdorf und Münchehofe dem General Georg Adam von Pfuhl, welcher 1663 Schloss Buckow errichten ließ. Sein Schwiegersohn, Feldmarschall Heino Heinrich von Flemming, erhielt 1688 das Schloss, das seine Frau, Dorothea Elisabeth, 1673 geerbt hatte.Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer Folge, Erste Section, 45. Theil, Hrsg. J. S. Ersch, J. G. Gruber, F. A. Brockhaus, Leipzig 1847, S. 173. Im 18. Jahrhundert gehörte Buckow der Familie von Flemming-Martenthin, u. a. vertreten durch den Ritterschaftsrat Christian Adolf Bogislaw von Flemming (1768–1833), liiert mit Amalie von Schack.Sieben Jahrhunderte Flemmingsche Chronik. Eine Festgabe, Personengeschichte des burg- und schloßgesessenen Geschlechts derer von Flemming (Erster Band), Manuskriptdruck, Hrsg. im Auftrag der Familie, Hans von Flemming-Buckow, C. A. Starke, Görlitz 1909, S. 228 f. Sein Nachfolger auf Buckow wurde sein Sohn, der Rittmeister und Johanniterritter Tam Leo Adolf Wilhelm Heinrich von Flemming (1793–1848).Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1902. Dritter Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1901, S. 282 f.; ub.uni-duesseldorf.de Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss Buckow nach Plänen von Schinkel umgebaut. Ende des 19. Jahrhunderts gehörte die Herrschaft Buckow den Gebrüdern Felix, Edmund und Albert, Grafen von Flemming-Buckow. Graf Albert war Wirklicher Geheimer Rat, Mitglied des Preußischen Herrenhauses, verheiratet mit Armgard von Arnim-Wiepersdorf, Tochter des Dichterpaares Bettina und Achim von Arnim.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser A (Uradel). 1891. Jahrgang 64. Justus Perthes, Gotha 1890, S. 326; google.de/books Das Ehepaar von Flemming hatte zwei nicht unmittelbar erbberechtigte Töchter, und so fiel das spätere Erbe an die Familienlinie Zebbin.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser 1942. A (Uradel). Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil A, Gräfliche Häuser des spätestens um 1400 nachgewiesenen ritterbürtigen deutschen Landadels. 115. Auflage. GGT. Justus Perthes, Gotha 1941, S. 219–221. Im Buckower Schloss lebten in den 1930er Jahren auch Angehörige der Grafen zu Dohna-Mallmitz.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil A (Uradel). 1938. 111. Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1937, S. 179. Im Herbst 1944 wohnten Lally Horstmann, geb. von Schwabach-Kerzendorf, und ihr Mann Alfred Horstmann, im Herrenhaus Buckow.Lally Horstmann: Kein Grund für Tränen. Aufzeichnungen aus dem Untergang Berlin 1943–1946. Siedler, Berlin 1995, ISBN 3-88680-509-3, S. 19 f.