mini|Patentzeichnung Rape-aXe, auch Rapex, ist eine Variante des Femidomkonzepts, die 2005 von der Südafrikanerin Sonette Ehlers entwickelt und erstmals vorgestellt wurde. Es soll der Abwehr von Vergewaltigungen und der Verhütung vor Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten bei einer Vergewaltigung dienen.
Anwendung Rape-aXe wird wie ein Tampon in die Vagina eingeführt, wo es nach Angaben der Erfinderin bis zu 24 Stunden lang verweilen kann. Beim Vaginalverkehr bohren sich kleine Widerhaken in den Penis und verursachen beim Mann starke Schmerzen. Die Entfernung der Widerhaken kann nur durch eine medizinische Fachkraft erfolgen. Damit soll bei einer Vergewaltigung zusätzlich die Identifizierung des Täters erleichtert werden. Außerdem schützt Rape-aXe – wie andere Femidome – vor Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten wie etwa einer HIV-Infektion. Die Erfinderin von Rape-aXe wurde eigenen Angaben zufolge durch ein im Hosenreißverschluss eingeklemmtes männliches Glied inspiriert.
Hintergrund Südafrika weist die höchste Rate an Vergewaltigungen in der Welt auf. Rund 52.000 Fälle werden jedes Jahr registriert (Stand 2005).Sivuyile Mangxamba: Südafrika – Mit dem Alptraum-Kondom gegen Vergewaltiger. AFP, 10. September 2005, z. B. unter SPON Die Dunkelziffer wird von Menschenrechtsorganisationen um ein Vielfaches höher eingeschätzt, teils 1,5 Millionen pro Jahr.S Africa 'rape trap' condemned. BBC News, 10. Juni 2005; bbc.co.uk
Eine ähnliche Erfindung hat der Südafrikaner Jaap Haumann aus Clocolan gemacht. Nach einem Artikel aus dem Jahr 2000Willem Steenkamp: Independent Online, 22. Dezember 2000 (englisch). soll diese Erfindung dem Vergewaltiger weit gefährlichere Verletzungen zufügen als Rape-aXe.
Die Patentveröffentlichung erfolgte zum 29. Oktober 2008 mit den Nummern ZA200702952 und WO2006029420 und dem Titel Rape victim protector and rapist identifier. Als Patentinhaberin und Erfinderin ist „Ehlers Sonette Elizabeth“ eingetragen.Patent ZA200702952, Rape victim protector and rapist identifier. (englisch) abgerufen am 2. November 2009. In den Zeichnungen zum Patent wird die Bauweise und Funktion der zweireihig eingebetteten Widerhaken, die durch die Penetration freiwerden und sich haifischzahnförmig nach innen gerichtet aufstellen, dargestellt.Zeichnungen zum Patent WO2006029420, Rape victim protector and rapist identifier. (englisch) abgerufen am 2. November 2009 Die detaillierte Funktionsweise, der Unterschied zu ähnlichen Patenten sowie die Option, den Vergewaltiger durch einen Mikrochip zu kennzeichnen, wird im Text zur Patentschrift ausführlich beschrieben.Beschreibung zum Patent WO2006029420, Rape victim protector and rapist identifier. (englisch) abgerufen am 2. November 2009
Markteinführung Ehlers arbeitet nach eigenen Angaben seit circa 1970 am Patent für Rape-aXe.Rapex, das Anti-Vergewaltigungs-Kondom. ML Mona Lisa, Sendung am 25. September 2005.
Die Markteinführung des Produkts hat sich wiederholt verzögert. Nach Angaben der ersten offiziellen Website sollte die Massenproduktion im zweiten Halbjahr 2006 beginnen. Aufgrund eines markenrechtlichen Konflikts wurde der Produktname nunmehr von Rapex in Rape-aXe geändert. Mitte 2009 war die Funktionalität des Konzepts noch immer nicht in der Praxis getestet worden.Anti-Vergewaltigungs-Kondom – Zähne zeigen. taz, 22. Juli 2009; taz.de Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 wurden 30.000 Einheiten von Rape-aXe gratis in Südafrika verteilt.Rape-aXe proves risky to all. issuu.com; abgerufen am 26. Dezember 2014.hivehealthmedia.com New Condoms with Teeth Help Fight Rape at Fifa World Cup Abgerufen am 26. Dezember 2014 Auch 2016 war das Produkt noch nicht auf dem Markt erhältlich. In der Folge sollte es mittels einer Crowdfunding-Kampagne Ende 2017 in Südafrika eingeführt werden, bis August 2023 wurden dafür allerdings lediglich 50.000 US-$ der benötigten 310.000 US-$ gesammelt.
Kritik Einige Kritiker befürchten, dass der Einsatz von Rape-aXe das Risiko für Vergewaltigungsopfer erhöht, zusätzlichen Verletzungen ausgesetzt zu sein oder getötet zu werden.Robyn Dixon: Los Angeles Times, 1. September 2005. Nach einer Darstellung der taz kann Rape-aXe sexuelle Übergriffe nicht verhindern, „aber vermutlich dafür sorgen, dass Vergewaltiger nicht zu Wiederholungstätern werden“.Lilly Schlagnitweit: Anti-Rape-Produkte: „Schütz dich!“ taz, 25. Juli 2019; abgerufen am 17. November 2019.
Andererseits ist zu befürchten, dass manche Frauen vergessen, Rape-aXe vor einem einvernehmlichen Vaginalverkehr zu entfernen, so wie manche auch die tägliche Einnahme der Pille vergessen. Rechenbeispiel: Würde in einer Großstadt die Hälfte der Frauen Rape-aXe verwenden und vor jedem tausendsten Vaginalverkehr die Entfernung vergessen, bedeutet dies dort jeden Tag mehrere Patienten mit Penisverletzungen. Die Frau wäre wegen fahrlässiger Körperverletzung strafbar.
Weblinks Rape-aXe Website Artikel auf Softpedia vom 20. März 2007 South Africa Anti-Rape Condom Aims to Stop Attacks, BanderasNews.com, September 2005
Einzelnachweise
Kategorie:Sexualkriminalität Kategorie:Vergewaltigung Kategorie:Kriminalitätsbekämpfung Kategorie:Verhütungsmittel