mini|Von einer Litfaßsäule teilverdeckte junge Bismarckeiche, vor 1903 mini|Bismarckeiche vor und Straßenbahnlinie entlang des Schankgartens, vor 1918 Die Bismarckeiche Wilder Mann war eine 1895 zu Ehren Otto von Bismarcks gepflanzte Eiche in Trachau, seit 1903 ein Stadtteil von Dresden. Sie stand vor dem Portal des Schankgartens des Gasthofs „Wilder Mann“ im heute noch so bezeichneten Stadtviertel. Fäulnisbedingt musste die Bismarckeiche im Jahr 2003 gefällt werden. An gleicher Stelle steht erneut eine Eiche.
Lage
Der Baumstandort ist nördlich des Endhaltepunkts „Wilder Mann“ der Linie 3 der Dresdner Straßenbahn. Direkt westlich davon verläuft in Nord-Süd-Richtung die Großenhainer Straße als Ein- und Ausfallstraße zwischen der Autobahnanschlussstelle Wilder Mann und dem Bahnhof Dresden-Neustadt. Auf Höhe des Baums zweigt von der Großenhainer Straße nach Osten die an dieser Stelle für den motorisierten Individualverkehr gesperrte Buchholzer Straße ab.
Nördlich des Baums befindet sich eine Grünfläche am Platz des früheren Schankgartens. Nördlich davon verläuft in Ost-West-Richtung die von der Großenhainer Straße abzweigende Döbelner Straße, an deren Nordseite an Nr. 130 das Gebäude des ursprünglichen Gasthofs steht. Entlang der Döbelner Straße verläuft die Stadtteil- und Gemarkungsgrenze zwischen Trachenberge und Trachau, sodass das Gebäude in Trachenberge, das Gartengrundstück und der Baum allerdings in Trachau sind.
Geschichte
Deutschlandweit gab es an zentralen Orten oder markanten Plätzen Baumpflanzungen anlässlich des 80. Geburtstags des inzwischen abgedankten, früheren Reichskanzlers Otto von Bismarck. Dem Zeitgeist entsprechend kamen viele der Bäume aus dem Bismarckschen Sachsenwald östlich von Hamburg, wo der „eiserne Kanzler“ in Friedrichsruh seinen Altersruhesitz hatte. Im Beisein zahlreicher Gäste pflanzte die Gemeinde den Baum auf einer Freifläche vor dem Gasthof „Wilder Mann“. Auf Fotos ist der junge Baum von einem schmiedeeisernen Zaun umgeben.
Zu der Zeit hatte die „rote“ Straßenbahngesellschaft bereits eine Pferdestraßenbahnlinie vom damaligen Leipziger Bahnhof nach Trachenberge und zum Wilden Mann in Betrieb, die später elektrifiziert wurde.
Die Bismarckeiche überstand den Zweiten Weltkrieg und die Luftangriffe auf Dresden sowie die zum Teil wilde Holzgewinnung in den kalten Wintern der unmittelbaren Nachkriegszeit unbeschadet. Mit dem Bau der Gleisschleife an der Buchholzer Straße änderte sich das Umfeld des Baums erneut.
mini|Ersatzpflanzung der Bismarckeiche Wilder Mann, 2017
Trotz ihrer Widmung überstand die Bismarckeiche die Zeit der DDR unbeschadet. Im Jahr 2003 musste sie allerdings wegen Fäulnis gefällt werden. An ihrer Stelle wurde eine Traubeneiche (Quercus petraea) gepflanzt. Wie schon zuvor die alte Eiche ist auch die junge Eiche von einer Sitzbank umgeben.
Fußnoten Bismarckeiche Wilder Mann auf einem Luftbild des Jahres 1999 im Themenstadtplan Dresden
Weblinks
Bismarckeiche Wilder Mann im Themenstadtplan Dresden
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