mini|hochkant=1.5|Mitglieder und Nichtmitglieder des Völkerbundes Der Völkerbund (englisch League of Nations) wurde 1920 von 42 Gründungsmitgliedern gegründet. Insgesamt gehörten ihm zwischen 1920 und 1946 63 Staaten an, einige Staaten schieden jedoch aus dem Bund aus, so dass nie alle 63 Staaten gleichzeitig Mitglieder waren.

Liste

Flagge Staat Beitrittsdatum Austrittsdatum Bemerkung Abessinien (de facto)18. April 1946(de jure) Abessinien (seit 1974 Äthiopien) war von 1936 bis 1941 von Italien besetzt und annektiert, danach kam es bis 1946 unter britische Verwaltung. Während der Besetzung durch Italien war die Mitgliedschaft Abessiniens im Völkerbund de facto ab dem 8. Mai 1936 erloschen. Afghanistan Ägypten Albanien (de jure) Albanien war von 1939 bis 1944 von Italien sowie Deutschland besetzt Argentinien Vom 4. Dezember 1920 bis zum 28. September 1933 hatte die Mitgliedschaft Argentiniens im Völkerbund geruht. Australien (als Dominion) Belgien Belgien war von 1940 bis 1944 von Deutschland besetzt. Bolivien Brasilien (de facto)14. Juni 1928(de jure) Brasilien trat am 12. Juni 1926 aus dem Völkerbund aus. Die brasilianische Regierung protestierte mit diesem Schritt dagegen, dass nur die Großmächte einen ständigen Sitz im Völkerbundrat innehaben sollten. Aufgrund einer zweijährigen Kündigungsfrist blieb Brasilien bis zum 14. Juni 1928 formell Mitglied, nahm jedoch nicht mehr an der Organisation teil. Am 8. Mai 1928 lehnte die brasilianische Regierung ein Angebot des Völkerbundes auf Wiedereintritt ab. Bulgarien Ab 1944 von der Sowjetunion besetzt Chile China Teile des chinesischen Staatsgebietes waren von 1931 bis 1945 von Japan besetzt. 1932 errichtete Japan in der Region Mandschurei den Marionettenstaat Mandschukuo, der international nicht anerkannt wurde. Der Marionettenstaat ging mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs unter. Nach der Kapitulation Japans am 15. August 1945 wurde Mandschukuo aufgelöst. Der nominelle Herrscher Puyi wurde von den Sowjets gefangen genommen und das Gebiet wurde an China zurückgegeben. Costa Rica Dänemark Dänemark war vom 9. April 1940 bis zum 5. Mai 1945 von Deutschland besetzt Deutschland (de facto)21. Okt. 1935 (de jure) Während der Weimarer Republik wurde Deutschland nach langen Verhandlungen am 8. September 1926 Mitglied des Völkerbundes. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 trat Deutschland am 14. Oktober desselben Jahres aus dem Völkerbund aus und verließ gleichzeitig die Genfer Abrüstungskonferenz.Klaus Hildebrand: Das Dritte Reich (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd. 17). Oldenbourg, München 1991, S. 17; Richard J. Evans: Das Dritte Reich. Bd. 2/II: Diktatur, DVA, München 2006, S. 748 f. Der Austritt wurde anschließend durch eine Volksabstimmung am 12. November 1933 nachträglich legitimiert. Aufgrund einer zweijährigen Kündigungsfrist blieb Deutschland bis 1935 formell MitgliedBruno Simma, Hans-Peter Folz: Restitution und Entschädigung im Völkerrecht. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2004, ISBN 978-3-486-56691-8, S. 34., nahm jedoch nicht mehr an der Organisation teil.Deutschland war von 1945 bis 1949 von den Alliierten besetzt. Dominikanische Republik Die Dominikanische Republik war vom 5. Mai 1916 bis zum 27. Dezember 1924 unter US-amerikanischer Besetzung. Ecuador El Salvador Estland (de facto)18. April 1946(de jure) Ab 1940 von der Sowjetunion besetzt und annektiert. Finnland (de jure) Frankreich Im Jahr 1941 trat das Vichy-Regime aus dem Völkerbund aus. Dieser Schritt wurde jedoch von den Forces françaises libres (FFL), den freien französischen Streitkräften unter der Führung von Charles de Gaulle, nicht anerkannt. Bereits 1940 wurde das Vichy-Frankreich teilweise vom Deutschen Reich besetzt, und 1942 folgte die vollständige Besetzung durch deutsche und italienische Truppen. Im August 1944 nach der Befreiung von Paris wurde das Vichy-Regime endgültig gestürzt. Am 25. August 1944 kapitulierten die letzten deutschen Truppen in Paris und kurz darauf wurde die Übergangsregierung von Charles de Gaulle eingesetzt, wodurch Frankreich offiziell von der deutschen Besatzung und dem Vichy-Regime befreit wurde. Griechenland Griechenland nahm bereits vor Ratifizierung des Versailler Vertrages an der ersten Sitzung des Völkerbundsrates am 16. Januar 1920 teil. Von 1941 bis 1945 war Griechenland von Deutschland und Italien besetzt. Guatemala Haiti Haiti war vom 28. Juli 1915 bis zum 1. August 1934 unter US-amerikanischer Besetzung. Honduras Indien (als Teil des British Empire) Irak Von 1920 bis 1932 ein britisches Völkerbundmandat. Iran Der Staat hieß bis zum 21. März 1935 Persien.Der Iran war während des Zweiten Weltkriegs von 1941 bis 1945/46 von Großbritannien und der Sowjetunion besetzt. Irland Für die internationale Staatengemeinschaft bis 1931 ein britisches Dominion. Ab 1931 ein souveräner Staat. Italien Japan einestages – Spiegel Online Jugoslawien (de jure) Der Staat hieß bis zum 3. Oktober 1929 Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen.Jugoslawien war ab 1941 von Deutschland und Italien besetzt. Kanada (als Dominion) Kolumbien Kuba Lettland (de facto)18. April 1946(de jure) Ab 1940 von der Sowjetunion besetzt und annektiert. Liberien Litauen (de facto)18. April 1946(de jure) Ab 1940 von der Sowjetunion besetzt und annektiert. Luxemburg (de jure) Luxemburg war von 1940 bis 1945 von Deutschland besetzt. Mexiko Neuseeland (als Dominion) Nicaragua Niederlande Die Niederlande waren vom 15. Mai 1940 bis 5. Mai 1945 von Deutschland besetzt Norwegen Norwegen war vom 9. April 1940 bis zum 8. Mai 1945 von Deutschland besetzt. Österreich (Anschluss an Deutschland) Die Mitgliedschaft Österreich endete mit dem Anschluss Österreichs an Deutschland. Panama Panama hatte am 8. Januar 1920 den Versailler Vertrag ratifiziert und davon den Generalsekretär telegraphisch benachrichtigt. In einem am 30. Juli 1920 zusammengestellten Verzeichnis der Mitglieder wurde es bereits aufgeführt und war bei der Eröffnung der ersten Völkerbundsversammlung am 15. November 1920 durch eine Delegation vertreten. Paraguay Peru Polen (de jure) Polen war von 1939 bis 1945 von Deutschland und der Sowjetunion geteilt und besetzt. Portugal Rumänien (de jure) Rumänien war von 1944 bis August 1958 von der Sowjetunion besetzt. Schweden Schweiz Spanien Sowjetunion (Ausgeschlossen) Die Mitgliedschaft der Sowjetunion endete am 14. Dezember 1939, nachdem die die Sowjetunion aufgrund ihres Überfalls auf Finnland, was den Winterkrieg auslöste, aus dem Völkerbund ausgeschlossen wurde. Südafrika (als Dominion) Thailand Der Staat hieß bis zum 24. Juni 1939 Siam. Tschechoslowakei (de jure) Im September 1938 annektierte Deutschland das Sudetenland. Im März 1939 besetzte Deutschland den Rest der Tschechoslowakei. Böhmen und Mähren wurden als „Protektorat Böhmen und Mähren“ in das Deutsche Reich eingegliedert, während die Slowakei als „Slowakischer Staat“ zwar formell unabhängig, aber international nicht anerkannt war. Im Mai 1945 gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Tschechoslowakei durch die Alliierten von der deutschen Besatzung befreit und die ursprünglichen Grenzen wurden wiederhergestellt. Türkei Ungarn Ab 1944 von der Sowjetunion besetzt. Uruguay Venezuela Vereinigtes Königreich (Britisches Empire)

Siehe auch Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen Liste der Staaten der Erde

Einzelnachweise

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