mini|Hermann Schmidt-Fellner, um 1930 Hermann Alexander Schmidt-Fellner (geboren als Hermann Alexander Schmidt am 20. Oktober 1892 in Frankfurt am Main; gestorben am 22. Januar 1940 im Konzentrationslager Mauthausen, Ostmark, Deutsches Reich)Fallakte: Schmidt-Fellner, Hermann, Geburtsdatum 1892-10-20 in Frankfurt a. M., Sterbedatum 1940-01-22 im KZ Mauthausen. In: Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Signatur: HHStAW Bestand 518 Nr. 84649.Peter Hayes: Die Degussa im Dritten Reich – Von der Zusammenarbeit zur Mittäterschaft, C. H. Beck, München 2004, ISBN 978-3-406-52204-8, S. 75, 348 (129). war ein deutscher Kaufmann und Manager, ein Mitglied der Geschäftsführung der Lurgi-Gesellschaft und Vorstandsmitglied bzw. einer von zwei Direktoren der Metallgesellschaft sowie bis 1926/27 Vorstandsmitglied der Deutschen Gold- und Silberscheideanstalt vorm. Roessler (Degussa).Fallakte: Schmidt-Fellner, Hermann, 1892–1940, Vorstandsmitglied der Metallgesellschaft. In: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, Signatur: ISG FFM Bestand S2 Nr. 11632.

Familie Hermann wurde als viertes Kind und einziger Sohn des Kaufmanns Carl Alexander Schmidt (* 9. Juni 1855 in Frankfurt am Main; † 16. Februar 1912 ebda.) und dessen Ehefrau Friederike Sophie, geb. Fellner (* 10. August 1858 in Frankfurt am Main; † 14. Juli 1937 ebda.), in der Staufenstraße 32 (Gebäude nicht erhalten) geboren und evangelisch-lutherisch getauft. Seine Eltern hatten am 26. April 1882 in Frankfurts Stadtteil Bornheim geheiratet.Standesamt Frankfurt am Main, Heiratsurkunde Nr. 376/1882, Bl. 26. Hermanns Mutter war eine Tochter des letzten Älteren Bürgermeisters der Freien Stadt Frankfurt, Carl Constanz Victor Fellner (1807–1866) und dessen Ehefrau Johanna, geb. Bansa-Streiber (* 1. August 1824 in Frankfurt am Main; † 27. Januar 1887 ebda.),Sachakte: Schmidt-Fellner, Sophie, Feuerbachstraße 10, Tochter des Bürgermeisters Karl Konstanz Viktor Fellner, an Regierungsrat N.N.: Dank für die Zusendung eines Aquarells mit der Darstellung des Mainufers und für die schriftliche Würdigung ihres Vaters. Frankfurt am Main, 06.04.1931. In: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, Signatur: ISG FFM Bestand S4b Nr. 433. Hermann somit deren Enkel.

Hermann hatte drei ältere Schwestern, Jeanette Helene (geboren am 1. März 1883 in Frankfurt am Main; gestorben als Helly Ihm am 7. September 1963),Fallakte: Ihm, Helly. In: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, Signatur: ISG FFM Bestand S2 Nr. 1525. Anna Clotilde (geboren 1884 in Frankfurt am Main; gestorben 1953 in Bad Nauheim), ab 1904 verheiratet mit Alfred Merton (1878–1954),Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933, K. G. Saur Verlag, ISBN 3-598-10087-6, S. 492, Spalte 1 (Anna Clotilde Schmidt-Fellner wird dort unter dem Namen Mathilde Schmidt-Fellner als erste Ehefrau Alfred Mertons benannt). und Emmy Karoline (1887–1890), die im Kleinkindalter verstarb.Schmidt-Fellner, Carola und Hermann. In: Stadt Frankfurt am Main, auf: frankfurt.deInitiative Stolpersteine Frankfurt am Main – 9. Dokumentation 2011 (PDF-Datei; 3,8 MB), S. 11, 15–16, auf: stolpersteine-frankfurt.de

Der 29-jährige Hermann Schmidt heiratete am 27. September 1922 standesamtlich und am Folgetag kirchlich in der evangelischen Weißfrauenkirche in Frankfurts Altstadt die 20-jährige Carola Emma Liebmann (geboren am 14. August 1902 in Frankfurt am Main; gestorben am 16. Juli 1982 ebda.), Tochter des promovierten Justizrates, Rechtsanwalts und Notars Jakob Ludwig Liebmann (geboren am 1. Mai 1854 in Wiesbaden; gestorben am 20. Februar 1926 in Frankfurt am Main) und dessen Ehefrau Louise Sophie, geb. Leo-Wolf (geboren am 19. Januar 1870 in Wien).Louise Marie Liebmann, geb. Leo-Wolf, war eine Tochter des Louis Leo-Wolf und dessen Ehefrau Ottilie, geb. Hilb.

Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, Hermann Alexander (geboren am 1. September 1923; gestorben als Alexander H. Schmidt-Fellner 1995 in den Vereinigten Staaten), und Hertha Marie Ilse Clothilde (geboren am 20. Mai 1927 in Frankfurt am Main; verheiratete Leip), die beide evangelisch-lutherisch getauft wurden, beide durch Pfarrer Anton Urspruch (1869–1942), der bereits deren Eltern vermählt hatte.Pfarrer Anton Urspruch (1869–1942), ein Neffe des gleichnamigen Komponisten, war seit 1899 an der Frankfurter Paulskirche als Pfarrer tätig, von 1925 bis 1933 an der Frankfurter Dreikönigskirche in Sachsenhausen. Dort hielt er am 9. Juli 1933 seine Abschiedspredigt. – Zitiert nach: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main. Nach der Verabschiedung von Pfarrer Urspruch in den vorzeitigen Ruhestand Mitte 1933 hielt die Familie engen Kontakt zu dessen Amtsnachfolger Pfarrer Martin Schmidt (1892–1967) von der Dreikönigskirche.Pfarrer Martin Schmidt (1892–1967) wurde am 20. September 1931 in sein Pfarramt in der Dreikönigskirche eingeführt. – Zitiert nach: Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main.

Familienname Der Entschluss zugunsten des von dem Ehepaar gewählten Doppelnamens Schmidt-Fellner dürfte primär von dem Bestreben geleitet worden sein, den verwandtschaftlichen Bezug des Ehemannes zu dem ehemaligen (und letzten) Älteren Bürgermeister der Freien Stadt Frankfurt weiterhin kenntlich zu machen und damit gleichzeitig den häufigen Familiennamen Schmidt des Ehemannes zu individualisieren, ihn im Hinblick auf diesen neuen Familienzweig der Namensträger eindeutiger zu gestalten. Fellner war der Geburts- bzw. Mädchenname seiner Mutter. Die Änderung des Familiennamens zu Schmidt-Fellner wurde durch Verfügung des Preußischen Justizministers vom 7. November 1922 bewilligt und am 8. Januar 1923 durch beglaubigte Eintragung seitens eines Gerichtsschreibers und eines Standesbeamten auf der Geburtsurkunde Hermann Alexander Schmidts vermerkt.Geburtenbuch-Eintrag Nr. 4049/1892 vom 11. Oktober 1892 für Hermann Alexander Schmidt, Standesamt Frankfurt am Main, S. 449. – Enthält eine am 8. Januar 1923 beglaubigte Eintragung zur Änderung des Familiennamens zu Schmidt-Fellner aufgrund Verfügung des Preußischen Justizministers vom 7. November 1922. – Enthält eine Eintragung zum Sterbetag und -ort: „† 22.1.40 Mauthausen Sonder St A. Arolsen Kreis Waldeck 1246/69“.

Schulzeit mini|Goethe-Reformgymnasium im Frankfurter Westend