Lilly Schmuck (auch: Lilli, verheiratete Tausig, * 15. Februar 1930 in Wien) ist eine österreichische Theater- und Filmschauspielerin sowie Hörspielsprecherin.

Leben und Wirken Lilly Schmuck war in den frühen 1950er Jahren als Schauspielerin am Neuen Theater in der Scala in Wien, außerdem wirkte sie in mehreren Hörspielen von Radio Wien mit.Kürschners Biographisches Theater-Handbuch, De Gruyter, Berlin, 1956, S. 657; Schmuck, Lilly, Schauspielerin, Wien IV, Prinz-Eugen-Straße 6, mit weiteren Angaben in der Scala spielte sie u. a. 1951 den "Genius Kolibri" in Ferdinand Raimunds Zauberposse Der Diamant des Geisterkönigs, die "Peppi" in Johann Nestroys Posse "Eulenspiegel" (mit der Musik von Hanns Eisler, Otto Tausig spielte den Sohn "Natzi"), anlässlich Nestroys 150. Geburtstag die "Kathi" in Nestroys Der Zerrissene, das "Nettchen" in Nestroys Die schlimmen Buben in der Schule und den Lehrbuben "Christopherl", eine Hosenrolle, in Nestroys Einen Jux will er sich machen. Aber auch in russischen Stücken des 20. Jahrhunderts spielte sie mit, so in Oleksandr Kornijtschuks "Der Chirurg".

Nachdem das Theater 1956 geschlossen worden war, weil die KPÖ weitere finanzielle Unterstützung verweigerte, zog sie wie einige andere Ensemblemitglieder nach Ost-Berlin, wo sie am Deutschen Theater und an der Volksbühne auftrat. Bei der Uraufführung von Peter Hacks Komödie "Die Schlacht bei Lobositz" (nach Ulrich Bräkers autobiographischem Bericht) 1956 am Deutschen Theater spielte sie die weibliche Hauptrolle Regina und machte "die Liebesepisode gültiger und eindringlicher, als der bloße Text sie erkennen läßt" (so die Kritik in der Wiener Zeitung). Außerdem spielte sie dort in drei Filmen unter der Regie ihres Mannes Otto Tausig.

Seit 1960 lebten beide in Zürich, danach in verschiedenen westdeutschen Städten, u. a. in Münster, wo Schmuck in Filmen und auch an Theatern spielte. Seit 1970 lebte das Ehepaar wieder in Wien, wo Otto Tausig ein geachteter Schauspieler und Regisseur wurde und sich auch sozial engagierte.„In einem Mehrfamilienhaus aus den Siebziger Jahren leben Otto Tausig und seine Frau Lilly Schmuck, sie empfangen in ihrer Wohnung im Parterre, flankiert von zwei zotteligen kleinen Terriern.“ Christina Bylow: Ein Menschenfreund, in: Welt vom 9. April 2009. Er starb 2011. Lilli Schmuck lebt heute im Hilde-Wagener-Heim in Baden bei Wien.

Filmografie Lilly Schmuck war als Schauspielerin vor allem in Filmen ihres Mannes Otto Tausig beteiligt.; auch Lilly Schmuck Filmportal, und Film-Lexikon 1961

Der Komödiant von Wien, Österreich, 1954, NebenrolleKürschners Biographisches Theater-Handbuch, 1956, S. 657, erwähnte diesen Film, sie wurde aber nicht in den offiziellen Besetzungslisten genannt Unsere Kunden, DDR 1958, satirischer Kurzfilm

Ehesache Lorenz, DDR 1959 Komödie der Irrungen, DDR 1960, Theaterstück von William Shakespeare an der Volksbühne in Ost-Berlin, als Lilli Schmuck Geisterkomödie, D 1962, als Lilli Schmuck Don Gil von den grünen Hosen, Fernsehfilm, D 1963 Die letzten Tage der Menschheit, Fernsehfilm, D 1965 Figaro lässt sich scheiden, Fernsehfilm, D 1965 Die Kobibs'chen des Mr. Miggletwitcher, Fernsehfilm, D 1968 Tartuffe, Fernsehfilm, 1970 Kleines Bezirksgericht, Fernsehfilm, 1976 Eifersucht, Fernsehfilm 1978, als Lilli Schmuck Locker vom Hocker, Fernsehserie, 1979–1987, eine oder mehrere Folgen Spät ins Bett, Fernsehfilm, 1980 Es hat sich eröffnet..., Fernsehfilm, 1981 Unsere Hagenbecks, Fernsehserie, 1994, vier Folgen Ein unmöglicher Mann, Kurzfilmserie, 2001 Späte Liebe, Kurzfilm, 2001

Hörspiele (Auswahl) 1957: Gerhard Rentzsch, Walter Karl Schweickert: Der Weihnachtsmann lebt hinterm Mond. Langfassung (Engel) – Regie: Herwart Grosse (Original-Hörspiel, Science-Fiction-Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1959: Gerhard Rentzsch: Der Portier (Alma, Dienstmädchen) – Regie: Hans Knötzsch (Originalhörspiel, Kriminalhörspiel – Rundfunk der DDR) 1960: Barbara Winkler: Die Teufelskäthe – Regie: Flora Hoffmann (Originalhörspiel, Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1975: Jean Anouilh: Der Walzer der Toreros (1. Dienstmädchen) – Regie: Hans Krendlesberger (Hörspielbearbeitung – ORF Wien) 1981: Helmut Korherr, Wilhelm Pellert: Jesus von Ottakring – Bearbeitung und Regie: Wilhelm Pellert (Hörspielbearbeitung – ORF Wien) 1983: Wilhelm Pellert, Sylvia Wallner: Mahlzeit. Eine alltägliche Geschichte (Sophie Swoboda) – Regie: Wilhelm Pellert (Originalhörspiel – ORF Wien)

Quellen: ARD-Hörspieldatenbank für die deutschen und Ö1-Hörspieldatenbank für die österreichischen Produktionen

Literatur Otto Tausig: Kasperl, Kummerl, Jud. Eine Lebensgeschichte. Wien 2002 Paul S. Ulrich: Biographisches Verzeichnis für Theater, Tanz und Musik. 1997

Weblinks Fotografien mit Lilly Schmuck Deutsche Digitale Bibliothek

Einzelnachweise

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