Die Volvo Car Corporation ist ein börsennotierter schwedischer Automobilhersteller. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Göteborg (Schweden). Die Volvo Car Corporation stellte ursprünglich ein Kerngeschäft des schwedischen Konzerns Swedish Volvo Group dar, wurde jedoch 1999 von diesem an die Ford Motor Company verkauft. Der Pkw-Hersteller und sein ehemaliger Mutterkonzern arbeiten seitdem komplett voneinander getrennt. Im März 2010 wurde die Volvo Car Corporation vom chinesischen Fahrzeugkonzern Geely (Zhejiang Geely Holding Group Co. Ltd.) übernommen.Geglückter Verkauf: Volvo wird chinesisch bei Spiegel Online, 23. Dezember 2009 (aufgerufen am 23. Dezember 2009). Im Juli 2010 wurde Li Shufu, Eigner und Vorsitzender von Geely, zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Volvo Car Group ernannt. Präsident und CEO ist seit März 2025 Håkan Samuelsson. Im September 2026 gab Volvo Cars bekannt, dass Klaus Zellmer spätestens im Oktober 2027 die Führung von Volvo Cars übernehmen wird.

Standorte weltweit Die Volvo Car Corporation unterhält Fertigungsstandorte in mehreren Ländern. Schweden Göteborg: Headquarters, R&D Center, Design Center Torslanda: Fahrzeugproduktion (Volvo XC90, V90, V90 Cross Country, XC60, V60, V60 Cross Country sowie zukünftige Modelle basierend auf SPA) Skövde: Motorenproduktion Olofström: Karosseriefertigung Belgien: Volvo Cars Gent: Fahrzeug-Produktion (Volvo V60, V40, V40 Cross Country, XC40 sowie zukünftige Modelle basierend auf CMA) Dänemark/Kopenhagen: R&D Center (Außenstelle) China Shanghai: Headquarters Volvo Cars China, R&D Center Chengdu: Fahrzeugproduktion (Volvo XC60) Daqing: Fahrzeugproduktion (Volvo S90, S90L sowie zukünftige Modelle basierend auf SPA) Lugiao: Fahrzeugproduktion (neue Volvo 40er Modelle basierend auf CMA, Werk zusammen mit Geely/Lynk & Co) Zhangjiakou: Motorenproduktion Malaysia/Kuala Lumpur: Montagefabrik Indien/Bangalore: Montagefabrik (Fertigung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Volvo Group, dem schwedischen Lkw-, Bus- und Baumaschinen-Hersteller) USA Sunnyvale/Camarillo: Volvo Car Technology USA/VCTECH California Charleston: Fahrzeugproduktion (Volvo S60, seit 2021 Volvo XC90)

Umsatz, Anzahl der Mitarbeiter und verkaufte Fahrzeuge der Volvo Car Corporation weltweit 2025 2024 2023 2022 2021 2020 2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 1999 Umsatz (in Mrd. Euro) ca. 32 ca. 36 ca. 20 ca. 19 ca. 17,5 ca. 17 21,5 21,1 19,1 17,3 14,5 12,9 14,5 14,1 13,3Mitarbeiter 42.600 42.600 ca. 43.000 43.500 39.500 30.374 28.119 24.124 23.200 22.715 21.512 19.494verkaufte Einheiten (Stück) 710.042 763.389 708.716 615.321 698.693 661.793 705.452 642.253 571.577 534.332 503.127 465.866 427.840 421.951 449.225 373.525407.000 Quellen: UnternehmenswebsiteVolvo Car Group, Annual and Sustainability Y Report 2021, Seite 7 (PDF 15 MB), abgerufen am 22. April 2023 (englisch).Volvo Car Group, Volvo Car Group, Annual and Sustainability Y Report 2022, Seiten 4–7 (englisch; PDF 15 MB), abgerufen am 22. April 2023.

Geschichte mini|Erstes Logo des Herstellers (1927) mini|Bronzeskulptur der Gründer Gustav Larson und Assar Gabrielsson im Volvo-Museum 250x250px|mini|alt=|Hauptsitz von Volvo in Göteborg 250x250px|mini|alt=|Volvo-Museum in Arendal, Göteborg

1927 bis 1945 Die Wurzeln der Volvo Car Corporation liegen in dem schwedischen Unternehmen Svenska Kullagerfabriken Aktiebolag (SKF) begründet. 1915 ließ sich SKF das „Volvo Kugellager“ patentieren, und die Marke war geboren. Die Volvo Personenvagnar (Volvo Cars) wurde 1924 als Tochtergesellschaft von SKF durch die beiden damaligen SKF-Mitarbeiter Assar Gabrielsson und Gustaf Larson gegründet. Assar Gabrielson war Verkaufschef und Gustaf Larsson Ingenieur. Gemeinsam planten sie eine schwedische Automobilproduktion. Im Herbst 1924 begannen die Konstruktionsarbeiten für das erste Fahrzeug, und 1926 wurden die ersten zehn Testfahrzeuge produziert. SKF setzte Assar Gabrielsson ab 1. Januar 1927 als Generaldirektor ein. Für die geplante Serienfertigung investierte SKF kurzerhand 200.000 Kronen Startkapital. Weitere 150.000 Kronen schoss Gabrielsson aus seinem Privatvermögen hinzu. Am 14. April 1927 verließ der erste Serien-Volvo, der Volvo ÖV4 „Jakob“, die Werkshalle in Lundby auf der Halbinsel Hisingen nahe Göteborg. Dieser Termin stand jedoch bis zum Schluss auf wackeligen Beinen, denn ein paar Stunden zuvor fuhr der Wagen bei einer Testfahrt nur rückwärts. Ein Bauteil, das spät in der Nacht aus Stockholm eingetroffen war, war falsch eingebaut worden. Der Fehler konnte jedoch bis zum Fototermin behoben werden. Der ÖV4 (Öppen Vagn = offener Wagen) war dem Namen entsprechend ein vierzylindriger offener Wagen. Im Sommer 1927 folgte der Volvo PV4 (Person Vagn), ein vierzylindriger geschlossener Personenwagen. In den Jahren 1927 bis 1929 wurden von diesen beiden Typen 996 Fahrzeuge in unterschiedlichen Varianten verkauft. Bis 1958 wurden von Volvo weitere zehn verschiedene Fahrzeugserien aufgelegt. Die Verkaufszahlen lagen aber nie über 6.200 verkauften Fahrzeugen pro Jahr. 1954 erschien der seltenste aller Volvos, der nur in 67 Einheiten gebaute P1900 mit GFK-Karosserie.

1946 bis 1996 Die zwölfte Fahrzeugserie brachte den internationalen Durchbruch. Der in Deutschland als „Buckelvolvo“ bezeichnete Volvo PV444 (1947–1958) und sein Nachfolger, der Volvo PV544 (1958–1965), wurde mit 439.995 verkauften Fahrzeugen ein Welterfolg. Bereits der PV544 war 1959 serienmäßig mit Dreipunktgurten ausgerüstet, und von da an alle weiteren Volvo-Modelle. Volvo verfügte auch bei Militärfahrzeugen über ein breites Spektrum. Hier sind z. B. das „Radiotransportterrängbil“ kurz Volvo TP 21 oder „Sugga“ (Sau) (Bj. 1953–1957, 740 Stück) und Valp (Welpe) zu nennen. Der TP 21 war ein reines Funkfahrzeug, viertürig, Allrad und 100 % Sperren. Der Valp hatte verschiedenste Karosserieformen, Cabrio, geschlossen und Pick-Up.

Die nächste Fahrzeugserie war die Serie Volvo P120 (auch bekannt als „Amazon“), von dem zwischen Herbst 1956 und Sommer 1970 insgesamt 667.322 Fahrzeuge gebaut wurden. In diesem Fahrzeug debütierten die Kopfstützen als Standardausrüstung. Damit festigte Volvo sein Image als Hersteller besonders sicherer Autos, wobei der relativ hohe Marktanteil in den USA stets besondere Bedeutung hatte. Beispielsweise wurden im Jahr 1973 23,4 % der Gesamtproduktion an Volvo-Pkw in die USA exportiert.Sicherheit in Serie: Volvo-Programm 1975. In: Kraftfahrzeugtechnik, 7/1975, S. 214–215. Von Herbst 1961 bis Ende 1973 lief die Serie Volvo P1800 vom Band – ein für Volvo untypischer Sportwagen. Der von 1971 bis 1973 gefertigte Sportkombi P1800 ES wurde zum Vorbild heutiger Lifestyle-Kombis und unter dem Spitznamen „Schneewittchensarg“ zur Legende. Zwischen 1974 und 1980 wurde der für das Militär entwickelte Geländewagen Volvo C303 gebaut.

Mit dem Volvo P140 wurde 1966 das betont funktionelle, kantige Design begründet, das für Volvo jahrzehntelang typisch werden sollte. Ergänzend folgte der Volvo P164 mit Sechszylindermotor im Jahr 1968. Die beiden Modellreihen wurden 1974 vom Volvo 240 und Volvo 260 abgelöst. Im Rahmen dieser Baureihe entstand auch das von Bertone designte Coupé Volvo 262 C. Für die Einführung der Baureihe 240/260 stellte Volvo die Produktionstechnologie um. Anstatt herkömmlicher Fließbandfertigung erfolgte nun die Endmontage in einem neu gebauten Werk in Kalmar, und die Motoren wurden im ebenfalls neu errichteten Werk in Skövde produziert.

Fahrzeugsicherheit stand bei Volvo von Anfang an im Vordergrund des Unternehmens. Zahlreiche Innovationen im Sicherheitsbereich (Verbundglas, Dreipunktgurt, Kopfstützen usw.) gingen auf Volvo zurück oder wurden von Volvo sehr frühzeitig umgesetzt. Die Bemühungen um Sicherheit gipfelten im 1972 präsentierten Safety-Car Volvo VESC.

Unter der Führung von Pehr G. Gyllenhammar, der von 1971 bis 1993 das Unternehmen leitete, erwarb Volvo 1975 von der niederländischen Firma DAF deren PKW-Sparte. Die schon auf dem Markt befindliche Fahrzeugserie DAF 46 wurde eingestellt, der DAF 66 wurde in modifizierter Form als Volvo 66 weiter hergestellt und verkauft. Die PKW von DAF bzw. von Volvo waren mit dem Variomatic-Getriebe ausgestattet. Ab Herbst 1975 wurden im niederländischen Werk von Volvo die Fahrzeuge der Serie 300 hergestellt, die 340er waren teilweise auch mit Variomatic-Getriebe ausgerüstet. Auf der Basis des Volvo 340 wurde ab Sommer 1982 der Volvo 360 mit hauseigener 2,0-l-Maschine angeboten. Der 360 lief bis Mitte 1989 vom Band, während der 340 noch bis Sommer 1991 gebaut wurde. Die 300er-Serie wurde ins europäische Ausland, nach Australien und nach Neuseeland exportiert, nicht aber in die USA. Besonders erfolgreich war die 300er-Serie in Großbritannien.

Anfang 1982 wurde die Serie 700 eingeführt. Zunächst kam der Volvo 760 mit Sechszylinder-Motor auf den Markt, dem im Frühjahr 1984 der Volvo 740 mit Vierzylinder-Maschinen folgte. Auf Basis des 760 gab es abermals ein Coupé, das im Sommer 1985 als Volvo 780 vorgestellt wurde. Im Frühjahr 1986 kam mit dem 480 ein sportliches Kombicoupé auf den Markt, das sich vom Design her am 1800 ES anlehnte und als erster Fronttriebler des Unternehmens ein Wegbereiter für zukünftige Fahrzeuge war. Auf dessen Basis kamen ab Herbst 1988 noch zwei Mittelklasse-Limousinen in Form des 440 und 460 heraus. Die 400er-Serie wurde in den Niederlanden gefertigt.

Im Sommer 1990 wurde die 700er-Serie von den Modellen Volvo 940 und 960 abgelöst. Ende 1996 wurde der 960 in S90 (Limousine) bzw. V90 (Kombi) umbenannt. Da viele Karosserieteile der Volvos dieser Zeit aus verzinktem Stahlblech hergestellt wurden, erfreuen sie sich großer Langlebigkeit, die durch die robusten Motoren noch unterstrichen wird. In einer Analyse des deutschen Gebrauchtwagenmarkts von 2014 wurde festgestellt, dass gebrauchte Volvo 940 im Durchschnitt mit knapp 300 000 km Laufleistung angeboten werden. Insgesamt fand sich Volvo unter den 20 Pkw-Modellen mit den größten Laufleistungen sieben mal, so oft wie kein anderer Hersteller.

Ein großer Erfolg war das ab Herbst 1991 angebotene Mittelklassemodell Volvo 850, was vor allem an der Anfang 1993 eingeführten Kombivariante lag. Nach einem Facelift im Herbst 1996, das mit einer Namensänderung in Volvo V70 (Kombi) und Volvo S70 (Limousine) verbunden war, wurde das Fahrzeug ab Frühjahr 2000 vom Volvo S60 und dem Volvo V70 abgelöst. Damit endete die Ära der betont kantigen Volvos. Außerdem ist die Baureihe noch um die Offroad-Variante Volvo XC70 erweitert worden. Unterhalb des 850/V70 entstand nach dem Auslaufen von 440/460 eine Lücke, die ab Ende 1995 von den Modellen Volvo S40/V40 gefüllt wurde. Weil Volvo nicht ausreichend Ressourcen zur vollständigen Entwicklung einer neuen Baureihe hatte, kam es zu einem Joint-Venture mit Mitsubishi. Daher teilte sich der S40 bzw. V40 die Plattform mit dem im Herbst 1995 eingeführten Mitsubishi Carisma.

1999 bis 2009 Ende Januar 1999 einigten sich Volvo und Ford über den Verkauf der Volvo Car Corporation an Ford für einen Gegenwert von 6,45 Milliarden US-Dollar. mini|250x250px|Verwaltungssitz für Asien in Hangzhou (mit dem Geely-Hauptsitz im Hintergrund)

Die neu geordneten Eigentumsverhältnisse äußerten sich unter anderem darin, dass sich die neue Baureihe der unteren Mittelklasse ab 2004 die Plattform mit dem Ford Focus teilte. Die Limousine hieß weiterhin Volvo S40, während der Kombi nun als V50 bezeichnet wurde. Ebenfalls von dieser Plattform abgeleitet war der kompakte C30.

In der oberen Mittelklasse löste 1998 der nur noch als Limousine gebaute Volvo S80 die 900er-Reihe ab. Im Sommer 2006 kam er auf Ford-Plattform in veränderter Form mit neuem 3,2-l-Sechszylinder sowie erstmals einem V8-Motor auf den deutschen Markt.