mini|hochkant|Wappen der Leis von Laimburg (1591) mini|hochkant|Grabstein von Johann Leis von Laimburg am Pfarrwidum von TirolLeis von Laimburg (auch Leiss, Leiß, Leyss von Leimburg) ist der Name eines Briefadelsgeschlechts aus der südlichen Gefürsteten Grafschaft Tirol. Es ist zu unterscheiden von dem ebenfalls aus Tirol stammenden Briefadelsgeschlecht Leys von Paschbach, zu dem möglicherweise eine Stamm- und Wappenverwandtschaft besteht. mini|hochkant|Marianne geb. Leis von Laimburg (1759–1827), Öl auf Leinwand mini|hochkant|Grabgedenkstein für Johann von Leis zu Laimburg (1776–1809) auf dem Friedhof von Partschins mini|hochkant|Johann von Leiß (1821–1884)

Geschichte Die Leis sind ein altes tirolerisches Geschlecht, das ursprünglich aus dem Oberinntal stammte und dort in Prutz 1406 erstmals urkundlich erwähnt wird. Stephan von Mayrhofens Genealogischen Tafeln zufolge erscheint 1422 Bartholomäus Leiß in Prutz als Anwalt sowie 1427 ein Hans Leiss mit seiner Familie als freier Bürger. Wohl Anfang des 16. Jahrhunderts zog die in landesfürstliche Diensten getretene Beamtenfamilie in das Überetsch, wo sie sich in die Linien Kaltern, später Leis(s) von Laimburg und Eppan, später Leys von Paschbach, spaltete.Tuccimei (1927), S. 4

In Kaltern waren Angehörige der Leis über Jahrhunderte als Gastwirte, Pfleger, Notare, Anwälte, Richter und Bürgermeister tätig. Bereits am 4. November 1501 erhielt Hans Leis von Kaiser Maximilian I. einen Wappenbrief. Am 16. Januar 1591 wurde dem Amtmann von Kaltern Hans Leis vom Tiroler Landesfürsten Erzherzog Ferdinand II. der Adel verliehen. Darauf erlangten 1624 seine Söhne, der kaiserliche Hofbuchhalter Paul und Wilhelm, Michael sowie deren Vetter Hans Christoph, Hans Kaspar, Georg Hans und Paul Leis eine Adelskonfirmation bzw. die Bestätigung des ihren Vetter und Vaters Hans Leis verliehenen Adels, sowie das Prädikat „von Laimburg“.Schullern (1916), S. 559 Letzteres bezog auf den ehemaligen Gerichtssitz Laimburg in Pfatten. Hans Christoph Leis fungierte von 1612 bis 1632 als Pflegeverwalter von Kaltern und Leimburg. 1615 promovierte er zum Doktor der Rechte. Des Weiteren besaß er Grund am Kalterer See, darunter den Hof Pelegrin.Schullern (1916), S. 560 1684 wurde die Familie unter die Landstände Tirols aufgenommen.Innsbrucker Nachrichten (1880), S. 1188

Eva Leis heiratete in Kaltern Johann Baptist Sepp, aus der ebenfalls geadelten Familie Sepp von Seppenburg. Aus der Ehe ging u. a. der Jesuit und Missionar Anton Sepp von Seppenburg (1655–1733) hervor. 1699 bekleidete Marx Ludwig Leis von Leimburg das Amt des Richters von Kaltern und Leimburg. Marianne Leis von Laimburg (1759–1827) war die Frau des k. k. Richters und tirolerischen Landesverteidigers Anton Albert von Schullern zu Schrattenhofen (1762–1815). Dem Schriftsteller Heinrich von Schullern zufolge stammen alle späteren Sprosse des Geschlechts von dem Richter in Matrei Johann Michael Leis († 1711) ab.Schullern (1916), S. 563 Johann von Leiß zu Laimburg (1821–1884) trat in den geistlichen Stand und wurde Stadtpfarrer und Dekan von Innsbruck, Bischof von Brixen, Ehrendoktor der Theologie der Universität Innsbruck, sowie Mitglied des österreichischen Reichsrates und des Tiroler Landtages.

Wappen Blasonierung des Wappens von 1591: Von Gold und Blau geteilt. Oben ein roter Greif wachsend, unten eine goldene Lilie über einem goldenen Kreuz. Auf dem gekrönten Helm mit blau-goldenen Helmdecken der rote Greif wachsend.

Genealogie (Auswahl)

Literatur

Heinrich von Schullern zu Schrattenhofen: Zur älteren Genealogie der Leis von Leimburg. In: Monatsblatt der Kais. Kön. Heraldischen Gesellschaft „Adler“. VII. Band, Nr. 69, Druck von Carl Gerold’s Sohn, Wien, September 1916, S. 559–564 Genealogie Notiz über das Geschlecht Leiß von Laimburg. In: Innsbrucker Nachrichten, 19. April 1880, S. 1188.

Weblinks Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 248.17 Leyss (Leyß, Leiß), Paul, kaiserlicher Hofbuchhalter, Wilhelm, Michael, Brüder, Hans Christoph, Hans Kaspar, Georg, Hans, Paul, Vettern, Bestätigung des an Johann Leiß von Erzherzog Ferdinand dd. 16.01.1591 verliehenen rittermäßigen Adelsstandes, „von Laimburg“, Rotwachsfreiheit, Freisitz, exemptio (Befreiung von bürgerlichen Ämtern), privilegium denominandi, kaiserlicher Schutz und Schirm, Salva Guardia.

Einzelnachweise

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