mini|links|Blütenkopf mini|Blütenkopf, zusammengesetzter Blütenstand, im Detail mini|Junge Blütenköpfe als Gemüse noch unverarbeitet, mit Stacheln Gundelia tournefortii ist eine Pflanzenart in der Familie der Korbblütler aus dem Nahen Osten, dem Irak, Türkei, Zypern, Syrien, Libanon, Ägypten und Israel bis nach Jordanien.

Beschreibung Gundelia tournefortii wächst als ausdauernde, stachelige, krautige Pflanze bis zu 1 Meter hoch. Die wenig verzweigten Stängel sind kahl bis behaart. Die Pflanzen sind milchsafthaltig. Die alten, vertrockneten Pflanzen werden zu Steppenläufern.R. T. J. Cappers, R. M. Bekker: A Manual for the Identification of Plant Seeds and Fruits. Second Edition, 2021, ISBN 978-94-93194-34-2, S. 94.

Die stacheligen Laubblätter sind wechselständig. Sie sind sitzend oder mit herablaufender Basis und kahl bis behaart. Die zerschnittenen bis zerteilten Blätter werden bis zu 30 Zentimeter lang. Die auffällige Nervatur ist weiß bis purpur.

Es werden endständige, einzelnstehende, zusammengesetzte, eiförmige bis rundliche „Blütenköpfe“ gebildet. Die einzelnen kleinen Blütenkörbe besitzen jeweils eine kleine verwachsene Hülle und sind einblütig mit Röhrenblüten. Sie stehen bis zu siebt zusammen (Syncalathium), nur die innerste, zwittrige Blüte ist fertil die anderen sind funktionell männlich. Diese mehrblütigen Syncalathias mit verwachsenen Hüllblättern stehen, jeweils an langen, stacheligen, oft behaarten Deckblättern, zu vielen im großen, bis zu 7 Zentimeter langen Blütenkopf zusammen. Die Blüten sind braun-purpur bis gelb oder selten weiß oder grünlich.

Es werden kleine Achänen mit einem kleinen, gestutzten Krönchen im Zentrum, umgeben von den kleinen hohlen Hüllen der sterilen Blüten, der 1–1,5 Zentimeter großen, stacheligen, holzigen und becherartig verwachsenen Hüllblätter des Syncalathiums gebildet (Diaspore).

Taxonomie Gundelia tournefortii wurde 1753 von Carl von Linné in Spüecies Plantarum Band 2 Seite 812 erstbeschrieben. Der Name ehrt die beiden Entdecker dieser Art, Andreas von Gundelsheimer (1668–1715) und Joseph Pitton de Tournefort (1656–1708). Sie hatten beide auf ihrer Expedition 1700–1702 in den Orient zusammen mit dem Maler Claude Aubriet (1665–1742) diese auffallende Pflanze entdeckt. Tournefort hatte die Pflanze selbst als Gundelia orientalis ... bezeichnet.

Verwendung Die junge Blütenköpfe und Blattbasen, Stängel und Wurzeln werden als Gemüse genutzt. Vorher müssen alle Stachel abgeschnitten werden.

Literatur J. W. Kadereit, C. Jeffrey: The Families and Genera of Vascular Plants. Vol. VIII: Flowering Plants Eudicots. Springer, 2007, ISBN 978-3-540-31050-1, S. 70, 199 ff. Nicholas Hind: 763. Gundelia tournefortii: Compositae. In: Curtis’s Botanical Magazine. Vol. 30, No. 2, 2013, S. 114–115, 117–138, doi:10.1111/curt.12027, . E. Vitek, H. Leschner, M. Armağan: Gundelia tournefortii L. (Compositae) – an approach. In: Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien. Serie B für Botanik und Zoologie, 119, 2017, S. 227–234, . N. Hani et al.: Gundelia tournefortii L. (Akkoub): a review of a valuable wild vegetable from Eastern Mediterranean. In: Genetic Resources and Crop Evolution 2024, doi:10.1007/s10722-024-01927-2.

Weblinks

Gundelia tournefortii in der Flora of Israel (Bilder).

Einzelnachweise

Kategorie:Cichorioideen Kategorie:Cichorioideae Kategorie:Gemüsepflanze