Karl-Friedrich Fritzsche (* 31. Juli 1951 in Zschopau) ist ein bildender Künstler. Er lebt und arbeitet in Hagen, im Atelier KunstHaus52.

Leben Fritzsche wurde in Zschopau zu DDR-Zeiten geboren. Im Alter von 9 Jahren flohen seine Eltern mit ihm und seiner Schwester nach Westdeutschland zu Familienangehörigen in Hagen. Dort besuchte er die Grund- und Realschule und begann sich intensiv dem Zeichnen zu widmen. Frühe Antikriegszeichnungen setzte er in der Gewissensprüfung zur Wehrdienstverweigerung ein und erfuhr so erste Wirkkraft künstlerischen Schaffens. Ohne Abitur konnte er sich über die Sonderbegabungsprüfung für das Studium der freien Kunst an der Folkwangschule in Essen qualifizieren, wo er von 1971 bis 1976 studierte.

Im Anschluss arbeitete er als Theaterbildhauer und Maler bis 1984 an den Städtischen Bühnen in Hagen. Nach acht Jahren Theatertätigkeit leitete er ab 1984 die Produzentengalerie Kunstraum Hagen bis 1999 und lebt seit 1984 als freischaffender Künstler. Gemeinsam mit seiner Frau, der Malerin Barbara Wolff, gründete er 1998 „Malewicht & Co“, eine Mal- und Zeichenschule für Kinder und Jugendliche. Mit der Umbenennung in „Kunst an der Brücke“ boten sie im Hagener Stadtteil Eilpe in einem geräumigen Alterierhaus auch Kurse für Erwachsene an. 2010 erfolgte der Umzug ins eigene Haus, welches in einem Atelieranbau von nun an unter dem Namen „KunstHAUS52“ die Malschule sowie Atelierräume beherbergte. Neben der eigenen Malschule war Fritzsche in Museen und an Schulen über Jahrzehnte kunstvermittelnd tätig, z. B. im Osthaus Museum Hagen und im Projekt Kultur und Schule sowie als VHS-Dozent und bei städtischen Atelierbegehungen. Nach 25 Jahren schlossen Fritzsche und Wolff 2022 die Malschule um sich ausschließlich ihrem künstlerischen Schaffen zu widmen. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeiten war jedoch seit Jugendjahren das eigene künstlerische Schaffen. Fritzsche ist seit 2006 Mitglied der Galerie Hagenring und ehrenamtlich als Beisitzer tätig; zuletzt engagiert er sich dort anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Hagenrings.

Werk Sein künstlerisches Schaffen umfasst Zeichnung, Ölmalerei, Skulptur sowie Performance-Kunst. Durch Kunstprojekte im öffentlichen Raum wie das „Steinfeld“ in Unna, das Skulpturenprojekt Stadtwald oder zuletzt die „Flammende Kiefer“ und die Kirsche im Westfalenbad. gestaltete Fritzsche seine Umgebung mit. Nach Jahren der Abstraktion in Skulptur und Zeichnung arbeitet Fritzsche seit 2010 mit figurativer realistischer Bildsprache in Ölmalerei und Zeichnung.

2022 zeigte Fritzsche im Osthaus Museum Hagen in der Einzelausstellung Dem Goldrausch nicht verfallen Zeichnungen aus den Zyklen „Der Garten der Lüste“, „Aus dem Traumtagebuch“, „Hautnah“ sowie „Innocent Faces“. Den Zyklus Garten der Lüste sowie Die vier Lebensalter übergab Fritzsche dem Osthaus Museum als Schenkung.

Ausstellungen

Einzelausstellungen (Auswahl) 1976: „Eigengesichter“ Galerie Hagenring 1977: „Eigengesichter“ Galerie Gey, Hagen 1984: „Poetische Objekte“ Kunstraum Hagen 1985: „Körperzeichnungen“ Osthaus Museum Hagen 1987: Klapperhof Köln 1989: Emschertal-Museum, Herne (mit Barbara Wolff) 1989: Kunstverein Unna 1990: Galerie da entlang, Dortmund 1990: Städt. Galerie Altena (mit Barbara Wolff) 1991: Galeriegruppe Grün, Bremen 1992: SIHK, Galerie Schlieper, Hagen (mit Barbara Wolff) 1993: „Natur-Kultur-Skulptur“, Skulpturenprojekt, Stadtwald Hagen 1994: Galerie Adlergasse, Dresden 1994: Kunstpreis der Stadt Unna, Landschaftsskulptur Kunst und Ökologie 1997: Gut Schede, Herdecke (mit Barbara Wolff) 2002: 20 Jahre Skulptur und Zeichnung, Kunst an der Brücke Malschule / Atelier Hagen 2003: Außenskulptur, Marktplatz Altenhagen 2004: evangelische Akademie Iserlohn 2006: Skulptur und Zeichnung Galerie Hagenring 2007: Kunsthaus Pinx, Bochum 2008: Vincent, Galerie Hagenring 2009: Boote aus Siam, Galerie Hagenring (mit Barbara Wolff) 2011: Innocent Faces, Zeichnungen, Galerie Hagenring 2013: Kreuzkapelle Kaiserstraße, Hohenlimburg 2014: Handzeichnungen, Galerie Hagenring 2015–2916: Die vier Lebensalter / Der intime Blick, Osthaus Museum Hagen 2016: Hautnah, Galerie Hagenring 2017: Galerie Fischer, Dortmund (mit Barbara Wolff) 2018: Reminiszenzen, Galerie Hagenring 2019: „Aus dem Frühwerk“, Skulptur und Portraitzeichnung, Galerie Hagenring 2022: „Dem Goldrausch nicht verfallen“, Zeichnungen, Osthaus Museum Hagen

Gruppenausstellungen (Auswahl) 1980: Osthaus Museum Hagen „sich die Kunst neu erfinden“ 1983: 20. Ausstellung Westdeutscher Künstlerbund; Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen; „Junge Hagener Kunst“, Osthaus Museum Hagen 1984: Galerie Voss, Dortmund „Kunst kommt aus Hagen“, Kassel; Hagener Kunstkabinett 1985: 21. Ausstellung Westdeutscher Künstlerbund; Kunstverein Gelsenkirchen 1986: Künstlerhaus, Lüdenscheid 1988: Kunstraum, Hagen 1989: Art Vision, Galerie Ehlert, Düsseldorf 1996: Vis-à-vis, Künstlerpaare, Osthaus Museum Hagen 1999: Gut Schede, Herdecke 2000: „Übersicht“, Galerie Michael Schlieper, Hagen 2001: Außenskulpturen, Galerie „daentlang“, Dortmund 2002–2005: „Hagener Künstlerinnen und Künstler“; Osthaus Museum, Hagen 2007: Galerie König, Münster 2008–2014: Galerie Hagenring 2011: „Hagener Künstlerinnen und Künstler“; Osthaus Museum, Hagen 2014: „90 Jahre Hagenring“; Osthaus Museum, Hagen 2014: Städtische Galerie, Sundern 2014: „Weltenbrand“, Antikriegszeichnungen von 1973; Osthaus Museum, Hagen 2015: „Dreizehn“, Lichthof Lothastraße, Köln 2015: Rathaus Galerie, Hagen Volmegalerie Hagen 2017: „Paarweise“ Galerie Fischer, Depot Dortmund 2017–2021: Gruppenausstellungen Hagenring, Hagen 2023: Hagenring zu Gast im BKG-Studio, Wuppertal 2024: „Farbe satt“, 100 Jahre Hagenring, Dr. Carl Dörken Galerie Herdecke

Performances (mit Barbara Wolff) 1981: Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen „Dieses Stück heißt“ 1982: Info-Zentrum, Hagen „Sitzplatz“ 1982: Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen „Und alle Schönheit der Erde zerbrach“ 1982: Galerie oben „Farbenblind“ und „ahnungslos“

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Einzelnachweise

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