mini|hochkant|Stammwappen der Sizzo (1654) mini|hochkant|Cristoforo Sizzo de Noris mini|Villa Sizzo de Noris Sizzo de Noris (deutsch gelegentlich auch Sizzo von Noris) ist der Name eines tirolischen Adels- und Patriziergeschlechts, das in den erbländisch-österreichischen Grafenstand erhoben wurde.

Geschichte Der Überlieferung nach führen sich die Sizzo de Norris auf die Sizzi aus Florenz zurück, die dort schon im 11. Jahrhundert vorkommen und sich auf einen Ranieri di Sizio zurückführen, dem in einer Urkunde vom 8. Januar 1084 gedacht wird. 1348 wurde das gesamte Geschlecht in Florenz durch die Pest ausgerottet. Ende des 14. Jahrhunderts versuchte ein Michele di Sizio seine Abstammung von den Sizzi nachzuweisen. Mit dessen Nachkommen Johann Sizzo († 17. April 1660 in Florenz) ist die Linie erloschen. Wegen der fehlenden Stammfolge bleibt eine Verwandtschaft zu der in Tirol blühenden Familie Sizzo di Noris fraglich.Wurzbach (1877), S. 44 Letztere ist seit dem 16. Jahrhundert in Trient nachweisbar.

Am 6. März 1649 erlangten die Sizzo de Noris den tridentischen Adelsstand und eine Wappenbestätigung sowie am 6. Oktober 1654 in Wien den erbländisch-österreichischen Adelsstand. Johann Jakob von Sizzo und seine Söhne Anton, Johann Baptist und Franz Vigil verlieh der bayerische Kurfürst Ferdinand Maria als Reichsvikar am 3. Mai 1658 in München das erbliche kleine Palatinat. Als bedeutendster Angehöriger trat Cristoforo Sizzo de Noris in den geistlichen Stand und regierte von 1763 bis 1776 als Fürstbischof von Trient. Von Kaiserin Maria Theresia erlangte die Familie am 18. Januar 1774 in Wien den erbländisch-österreichischen Grafenstand, darauf folgte am 9. Mai 1774 die tridentinische Anerkennung.Gotha (1908), S. 843 Im 19. Jahrhundert blühten noch zwei gräfliche Linien. Gustav Heinrich Maria Graf Sizzo de Noris wirkte als Diplomat und erster österreichischer Statthalter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

Wappen

Genealogie (Auswahl) I. Linie Joseph (* 21. März 1805, † 4. Januar 1864), Herr von Castell-Ossana, ⚭ Elisabeth Gräfin Sellasa Eduard (* 17. Oktober 1835), Herr und Landmann in Tirol, Patrizier von Trient, Ehrenritter des Malteser-Ordens, k. k. Kämmerer und Rittmeister in der Reserve bei Kaiser Alexander II. von Russland-Ulanen Nr. 11, Chef des Hauses Charlotte (* 25. Februar 1832), ⚭ 16. Februar 1870 Alexander Baron von Tiesenhausen Isabella (* 14. März 1834), ⚭ 24. September 1865 Franz Negri nobile die San Pietro, k. k. Bezirkshauptmann in Cles Heinrich (* 11. November 1841), k. k. Kämmerer und Rittmeister in der Reserve bei König von Württemberg-Husaren Nr. 6, Tiroler Landtags-Abgeordneter, ⚭ 15. April 1868 Maria Freiin von Heine-Geldern (* 8. April 1848) Joseph (* 14. März 1869) Eduard (* 22. Februar 1870) Gustav Heinrich Maria (* 14. Februar 1873; † 1. Februar 1943), Diplomat, Statthalter des Ritterordens vom Heiligen Grab Christoph (* 24. Juli 1856), Zögling der Theresianischen Ritter-Akademie. Walburga (* 25. Januar 1804; † 25. September 1863), ⚭ 5. Mai 1828 Liberale Graf Richieri von Sedrano, Fiume und Vallenoncello

II. Linie Philipp († 12. November 1864), Patrizier von Trient Dominik (* 1819) Fanny (* Trient) Franz (* 19. Juni 1822), Patrizier von Trient, k. k. Bezirkskommissar Trient

Literatur

Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser, Band 112, Gotha 1939, S. 532 f.

Weblinks

Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 396.44 Sizzo, Johann Jakob, JUDr., Rat des Bischofs von Trient, Christoph, Tomas, Anton Bernardin, Johann, Brüder und Vettern, Bürger zu Trient, Adelsstand, Wappenbestätigung, kaiserlicher Schutz und Schirm, Recht Waffen zu tragen, 1654.10.06. AT-OeStA/AVA Adel HAA AR 912.42 Sizzo-Noris, Johann Baptist von, Philipp, Patrizier von Trient, Grafenstand, Wappenbesserung, 1774.01.18.

Einzelnachweise

Kategorie:Patriziergeschlecht (Trient) Kategorie:Adelsgeschlecht (Trentino) Kategorie:Österreichisches Adelsgeschlecht