mini|hochkant=0.75|Queen Nazarene Queen Nazarene, auch Queen Nazareen, ist ein altes englisches Kartenspiel, das schon 1674 von Charles Cotton beschrieben wurde. Es ist ein Vorgänger von Newmarket.Parlett (1991), S. 57.
Geschichte Die erste Beschreibung von Cotton (1674) läuft so:
Diese Regeln wurden mit geringfügigen Änderungen in allen Ausgaben von The Compleat Gamester bis zur 8. Ausgabe (1754) nachgedruckt.Johnson (1754).
Regeln Die folgende Regeln sind nach Cotton (1674) und Parlett (1991) zusammengefasst:
Queen Nazarene ist, wie Newmarket, Poch, Elfer raus und Kartendomino, ein Spiel der sogenannten Stops-Gruppe. Bis zu zehn Personen können mit einem normalen Kartenspiel zu 52 Blatt ohne Joker teilnehmen. Die Asse sind die niedrigsten Karten. Der Kartengeber gibt jedem einzelnen 5 Karten; die übriggebliebene Karten werden verdeckt an der Seite als Talon weggelegt. Die Vorhand spielt eine beliebige Karte aus und danach die im Range nächsthöhere Karte derselben Farbe, wenn sie sie hat, usw. bis diese Kette abbricht, weil sie entweder mit dem entsprechenden König abgeschlossen wird oder nicht mehr weiter fortgesetzt werden kann, da die benötigte Folgekarte im Talon liegt. Der Spieler, der die letzte Karte (ein König) gespielt hat, darf nun mit einer beliebigen Karte aus seiner Hand eine neue Kette beginnen. Auf diese Art wird nun das Spiel fortgesetzt, bis ein Spieler seine letzte Karte ablegen kann.
Im Laufe des Spiels bekommt der, der die Queen Nazarene – die Karodame – spielt, 3 Spielmarken von jedem Gegner. Der, der den Knave Knocker – den Treffbuben – spielt, bekommt 2 von jedem. Der Spieler, der einen König als letzte Karte einer Kette ablegt, bekommt eine Spielmarke von jedem.
Der Spieler, der zuerst seine letzte Karte ablegen kann, erhält nun von jedem Mitspieler so viele Spielmarken als Gewinn ausbezahlt, wie dieser noch Karten in seiner Hand hält.
Laut Cotton, wenn Männer und Frauen zusammen spielen, soll Knave Knocker, wenn er ein Mann ist, Queen Nazarene einen Kuss geben, wenn sie eine Frau ist (oder umgekehrt).
Literatur Charles Cotton (1674) The Compleat Gamester. London: A.M. Johnson, Charles (1754). The Compleat Gamester. 8th edn. London: J. Hodges. David Parlett (1991). A History of Card Games, OUP, Oxford, ISBN 0-19-282905-X.
Einzelnachweise
Kategorie:Kartenspiel mit traditionellem Blatt Kategorie:Historisches Spiel