mini|Wappen der Kastner von Sigmundslust (1633) Kastner von Sigmundslust auf Kastenstein und Traunegg auch Castner war der Name eines alten tirolerischen, landsässigen Rittergeschlechts.
Geschichte Die Familie gehörte zum landsässigen Adel in Tirol und stand zunächst in Diensten Kaiser Maximilian I. und Erzherzog Siegmund von Österreich-Tirol. Um 1565 lebte der Pfleger und Pfandinhaber der Herrschaft Schwaz und Freudensberg Rochus Castner, der 45 Jahre als Tiroler Kammerrat fungierte. Am 26. August 1587 erteilte Kaiser Rudolf II. den Söhnen des verstorbenen Rochus Castner, Gregor, Wolfgang und Hans, sowie den Söhnen des Thomas Castner, Hans, Rochus, Thomas und Martin den rittermäßigen Adelsstand, das Prädikat „von Sigmundslust“, sowie eine Wappenbesserung und Rotwachsfreiheit. Gregor Castner war Kammerrat, Urbarrichter, Zoll- und Ungeldeinnehmer der Herrschaft Kufstein, sowie Wolfgang Castner, der Tiroler Kammer Pfleger von Schwaz und Freudensberg.AföG (1872), S. 438 1601 wurde die Familie unter die Tiroler Landstände aufgenommen.
Die Brüder, der in Hal in Tirol tätige Amtsrat Erzherzog Leopolds V. von Österreich-Tirol, Johann Conrad Castner von Sigmundslust, der oberösterreichische Regierungsschatzregistrator Johann Christoph Castner von Sigmundslust und ihre Vettern, die in Bozen ansässigen Brüder Joseph und Johann Baptist Castner erhielten am 17. Februar 1633 ein Adelsdiplom, in dem die beiden ersten eine Adelsbestätigung und die beiden letzten eine Wappenbesserung und das Prädikat „von Castenstein“ erhielten. Des Weiteren wurde darin dem Pfleger von Karneid und Ratsherr von Bozen Joseph Castner sein von Grund auf neu erbautes Haus im Gericht zum Stein auf dem Ritten zu einem adligen Ansitz erklärt. 1635 zog der Tiroler Landmann Mathias Castner von Sigmundslust auf Castenstein und Traunegg nach Oberösterreich, wo er ebenfalls landsässig und ständisch wurde.AföG (1872), S. 439 Anton Rochus Castner von Sigmundslust und Kastenstein erscheint 1763 und 1776 als k. k. Gubernial-Sekretär in Innsbruck, der noch Ende des 18. Jahrhunderts lebte.Wissgrill (1795), S. 21
Besitzungen Schloss Sigmundslust Schloss Wolfsegg Schloss Traunegg Schloss Hehenberg
Wappen Blasonierung: Schild von Rot und Silber gespalten, darin über einem schwarzen Dreiberg zwei mit treibenden Stielen kreuzweise verschlungene Seeblätter in verwechselten Farben. Kleinod ein geschlossener Flug, tingiert und belegt wie der Schild, Decken rot-silbern.AföG (1872), S. 438–439
Genealogie (Auswahl)
Siehe auch Liste Tiroler Adelsgeschlechter Liste der Adelsgeschlechter Österreichs ob der Enns/A–L Liste der Adelsgeschlechter Österreichs unter der Enns/A–H
Literatur
Weblinks Österreichisches Staatsarchiv, AT-OeStA/AVA Adel RAA 62.32 Castner, Gregor, Wolfgang, Johann, Brüder, Söhne des verstorbenen Rochus, Kammerrat in Tirol, Johann, Rochus, Thomas, Martin, Brüder, Söhne des Thomas, rittermäßiger Adelsstand, „von Sigmundtslust“, Wappenbestätigung, Wappenbesserung, Rotwachsfreiheit, 1587.08.26. AT-OeStA/AVA Adel RAA 62.33 Castner (Casstner) Johann Konrad, Amtsrat zu Hall, Johann Christoph, niederösterreichischer Regierungs-Schatzregistrator, Brüder; und ihre Vetter Castner (Casstner) zum Casstenstein, Joseph, Johann Baptist, Brüder, Adelsbestätigung für Johann Konrad und Johann Christoph und Ausdehnung auf Joseph und Johann Baptist, Verleihung des Prädikats „von Sigmundslust“, 1633.02.17.
Einzelnachweise
Kategorie:Tiroler Adelsgeschlecht Kategorie:Oberösterreichisches Adelsgeschlecht Kategorie:Niederösterreichisches Adelsgeschlecht Kategorie:Vomp