mini|Friedrich-Wilhelm-II.-Denkmal in Neuruppin
Das Friedrich-Wilhelm-II.-Denkmal auf dem Schulplatz in Neuruppin erinnert an den preußischen König Friedrich Wilhelm II. Das klassizistische Standbild wurde 1829 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel entworfen und die Standfigur von Christian Friedrich Tieck modelliert.
Geschichte
Aufstellung Das Standbild wurde von den Bürgern der Stadt Neuruppin dem ehemaligen König von Preußen gewidmet für sein Wirken am Wiederaufbau der Stadt nach dem Großen Brand im Jahr 1787. Es steht in der Neuruppiner Innenstadt prominent auf dem Schulplatz gegenüber dem Alten Gymnasium. 1825, nach den Jahren des Stadtbrandes 1787 und des Wiederaufbaus bis 1806, dem militärischen und staatlichen Zusammenbruch Preußens nach der Schlacht von Jena und Auerstedt 1806, der französischen Besetzung und der antinapoleonische Befreiungsbewegung, der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress 1814/1815 erholte sich Neuruppin und hatte nunmehr auch das Geld übrig für ein solches Denkmal: König Friedrich Wilhelm II. von Preußen, Nachfolger des Königs Friedrich II. von Preußen, der als Kronprinz in Neuruppin zwischen 1732 und 1740 das Regiment hier führte, gab das Geld für einen Wiederaufbau der Stadt, die nicht nur partiell wieder erstehen sollte, sondern ein völlig neues Stadtbild erhielt; es entsprach dem Zeitgeist, der Aufklärung.
Das ursprüngliche Denkmal von Karl Friedrich Schinkel und Christian Friedrich Tieck wurde am 26. August 1829 eingeweiht. Die Stadtverordnetenversammlung vom Juli 1825 beschloss dafür, den Sohn der Stadt Karl Friedrich Schinkel um einen Entwurf zu bitten. Schinkel, zu dieser Zeit Geheimer Oberbaurat, war 1781 in der Stadt geboren worden und erlebte als sechsjähriger den großen Stadtbrand, in dem er sein Elternhaus verlor; sein Vater starb kurze Zeit darauf. Schinkels Entwurf umfasste eine Bildsäule des Königs auf einer roten Granitsockel, eingerahmt von einer Umzäunung sowie eine Gartenanlage. Als Aufstellungsort schlug Schinkel die Stadtmitte vor, direkt gegenüber dem Friedrich-Wilhelms-Gymnasium vor. Sein Künstlerkollege Tieck übernahm auf seine Bitte hin die Ausführung des Modells der Königsfigur in Ton, der Bronzegießer Hopfgarten die Herstellung der Bronzefigur, Steinmetz Trippel aus Neuruppin die Anfertigung des Granitsockels. Die Anlage von Bäumen, wie Schinkel sie vorgesehen hatte, erfolgte um 1865. Durch Verzögerungen der Arbeiten in der Gießerei konnte die feierliche Enthüllung erst im August 1829 erfolgen. So steht auf der 1829 angebrachten Tafel das eigentliche Planungsdatum 1828 bis heute. Zum Weihetag ließ sich Karl Friedrich Schinkel entschuldigen, doch versicherte er am 8. August 1829 dem Magistrat der Stadt, "wie gern ich nach meinen geringen Kräften dazu beigetragen habe, ein ständiges Unternehmen meiner Vaterstadt befördern zu helfen."Irina Rockel. Neuruppin so wie es war. Droste Verlag Düsseldorf 1992, S. 26 f. ISBN 3-87776-180-1 Am 3. August, dem Geburtstag des regierenden Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußen, wurde der Grundstein gelegt, in Anwesenheit des Landrates Friedrich v. Zieten, Bürgermeisters Bienengräber, des Stadtgerichtsdirektors Mollius und weiterer Deputierter des Magistrats und Stadtverordneter. Die Arbeiteten leitete Maurermeister Söhnel. In das Fundament wurde ein zugelötetes, zinnernes Kästchen gesetzt, in welches einige Informationen zur Stadtgeschichte sowie goldene, silberne und kupferne Münzen aus der Zeit des Friedrich Wilhelm II. hineingetan wurden. Die feierliche Enthüllung erfolgte am 26. August 1829 in Anwesenheit der Honoratioren der Stadt und Bürgern, die den Brand selbst noch erlebt hatten.
mini|Erinnerung an die Wiedererrichtung 1998. Die Bodenplatte
Abbau In der Nacht vom 21. auf den 22. September 1947 wurde das Bronze-Denkmal in aller Stille abgeräumt. Die Stadtverordnetenversammlung im Herbst 1950 beschloss nunmehr die Demontage des von Schinkel entworfenen, von Tieck modellierten Königs-Denkmals, das in Dankbarkeit der Neuruppiner an den König entstanden war, obwohl es im Frühjahr bereits eingeschlossen war.Wolff. Der Neuruppiner Friedrich Wilhelm vorsorglich auf Eis gelegt. Offener Brief an die Neuruppiner, 22. Sept. 1947 Lediglich der Sockel blieb noch bis 1959 am Ort stehen.Cerstin Meschonat und Peter Pusch: Neuruppin – eine Stadt in der Entwicklung vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. Regional-Verlag-Ruppin KG Pusch Co. 2003, S. 94. Nachdem auch der Sockel abgebaut worden war, wurde er nachfolgend jedoch nicht zerstört, sondern für die Leninstatue im Stadion der Freundschaft verwendet. Auch die Bronze-Tafel wurde nicht zerstört; sie fand in einer Ausstellung zu Karl Friedrich Schinkel im Heimatmuseum ihren neuen Platz.
Wiedererrichtung Das Denkmal wurde nach der Wiedervereinigung auf Betreiben von Neuruppiner Bürgern, die sich unter dem Einzelhändler Ulrich Dumrath zur AG Innenstadt zusammengeschlossen hatten und dem gerade gegründeten Rotary-Clubs im Fontane-Jahr 1998 wiedererrichtet. Die heutige Plastik von Friedrich Wilhelm II. ist eine Nachbildung des Originals von 1998. Die Rekonstruktion und der Guss der Plastik wurde durch die Sparkasse Ostprignitz-RuppinCerstin Meschonat und Peter Pusch: Neuruppin..., S. 138. finanziert. Anlässlich des 100. Todestages von Theodor Fontane 1998 wurde das Ensemble mitsamt der Nachbildung wieder aufgebaut und die Statue des Königs kehrte wieder an ihren alten Ort auf dem Schulplatz zurück.
Literatur
Cerstin Meschonat und Peter Pusch: Neuruppin – eine Stadt in der Entwicklung vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. Regional-Verlag-Ruppin KG Pusch Co. 2003, S. 19, 94, 138. Irina Rockel. Neuruppin so wie es war. Droste Verlag Düsseldorf 1992, S. 26 f.
Galerie
Weblinks
Denkmal auf der Website Schinkelgalerie Entwurf Schinkels auf der Website der Staatlichen Museen zu Berlin
Einzelnachweise
Kategorie:Bauwerk in Neuruppin Friedrich Wilhelm 02 Kategorie:Bronzeskulptur in Brandenburg Neuruppin Kategorie:Friedrich Wilhelm II. (Preußen)