mini|Blick nach Nordwesten, Standort: Wüstung Gershagen mini|Blick nach Nordosten: Linker Bildrand: Standort der Wüstung. Mitte: Blick Richtung Wüstung Roppershagen. Rechter Bildrand: Waldsaum des Kerbtales der Lochbachklamm. mini|Blick vom Standort der Wüstung Richtung Südwesten zur Wüstung Volpertsfeld, vernässte Wiesenfläche: Quellbereich des Lochbachs
Gershagen war ein erstmals 1250 urkundlich erwähntes Dorf in der heutigen Gemarkung von Hülsa, einem Stadtteil von Homberg (Efze) im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis, das wahrscheinlich gegen Ende des 16. Jahrhunderts, spätestens aber in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wüst fiel.
Geographische Lage Das Dorf im heutigen Naturpark Knüll befand sich etwa 9,7 km südöstlich von Homberg auf Höhe über NHN, im Norden der Gemarkung von Hülsa zwischen den Erhebungen des Hirschbergs () im Westen, des Kohlschlags () im Norden und des Eibig () nach einer Senke (Ulmesgraben) im Nordosten. Der Ort lag am Quellbereich des Lochbachs, dessen Lochbachklamm heute ein beliebtes Wanderziel ist. Der Name wird heute noch als Forstbezeichnung genutzt. Auf dem historischen Kartenblatt (Karten von 1840 bis 1861) des Kurfürstenthums Hessen wird deutlich, dass die Siedlung aus zwei Siedlungsflecken bestand, einer näher zu Hülsa, der andere am Quellbereich des Lochbachs.Kurfürstenthum Hessen: Niveau Karte auf 112 Blättern, Kassel 1840-1861, Blatt 53: Schwarzenborn (Maßstab ca. 1:25000), abgerufen am 5. August 2024.
Geschichte Die Siedlung wird erstmals 1250 als villa mit der Bezeichnung GerhartshaynGeorg Landau: Beschreibung des Hessengaues, Verlag Bartel, 2. Ausgabe Halle 1866, S. 171 bzw. Gerhartshage urkundlich, als das Stift Hersfeld den Ort von Graf Albert V. von Schauenburg erwarb. Albert nannte sich schon seit 1223 von Wallenstein, nach der Burg Wallenstein (Waldinsteyn), die er in diesem Jahr von Hersfeld als Pfand und Lehen annahm. 1250 verkaufte er die Hälfte von Burg und Besitz wieder an Hersfeld, so auch Gershagen.
1267 wird villa aldin Gerhardishain als gemeinsamer Besitz von Stift Hersfeld und den Wallensteinern genannt. Danach vergehen über zweihundert Jahre, ehe der Ort wieder in die Geschichte rückt. 1500 wird der nun Gerhartshain genannte Ort von Kurt von Wallenstein seiner Frau samt Zehnten überschrieben. und 1504 als GersthainGeorg Landau: Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen und in den großherzoglich hessischen Antheilen am Hessengaue, am Oberlahngaue und am Ittergaue, S. 93. genannt. 1505 belehnt die Abtei Hersfeld dann Kurt von Wallenstein mit halbem Dorf Gertshaynn.
Es finden sich noch Nennungen als Gerertzheim, als genannter Kurt von Wallenstein 1518 seinem Neffen von Reckerod ein Gut zu Gershagen verschreibt. Der Ort wird dann Gertzhain (1557), Gershain (1575/85), später als Landmarke aufm Girßhainn (1576) bzw. der Gerschein (1594) genannt und scheint schon aufgegeben zu sein. 1611 wird wieder Gertzhagen und 1614 Gersheim urkundlich. 1747 wird es nochmal als ünterstes und oberstes Gershagen bezeichnet und lässt die Vermutung von wenigstens noch zwei Häusern zu.
Landau nennt den Ort in seiner Beschreibung wüster hessischer Ortschaften dann 1858 Görzhain. Da war der Ort vermutlich längst abgegangen.
Von der Siedlung finden sich heute auf den leicht geneigten Ackerflächen keine Spuren mehr.
Etwa 250 Meter südwestlich befindet sich die Wüstung Volpertsfeld (Volprachtsfeld) und ca. 250 Meter nördlich die Wüstung Roppershagen (Rupershagen bzw. Ruprechtshain).
Weblinks
Literatur Georg Landau: Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen und in den großherzoglich hessischen Antheilen am Hessengaue, am Oberlahngaue und am Ittergaue (= Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde. Supplement 7, ). Theodor Fischer, Kassel 1858, S. 93. Waldemar Küther (Bearbeiter): Historisches Ortslexikon Fritzlar-Homberg als Teil von Historisches Ortslexikon des Landes Hessen (Hrsg.: Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde), Verlag Elwert, Marburg 1980, S. 99
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Homberg (Efze)) Kategorie:Wüstung im Schwalm-Eder-Kreis