Das Naturfreundehaus Harzofen – alternativ Naturfreundehaus Elmstein genannt – ist ein Wanderheim im Pfälzerwald. Seine Bauten stehen zum großen Teil unter Denkmalschutz.

Lage Die Gebäudegruppe befindet sich am nordwestlichen Siedlungsrand von Harzofen, einem Ortsteil von Elmstein, innerhalb der Esthaler Straße und umfasst die ungeraden Hausnummern von 63 bis 67. In der näheren Umgebung stehen einige Wohnhäuser. Unmittelbar westlich erstreckt sich der Schloßberg.

Architektur Das Ensemble besteht aus drei miteinander verbundenen Häusern im Heimatstil, einem Seminarhaus, einer Wanderherberge und einer Jugendherberge. Die Gebäude unterscheiden sich sowohl im Grundriss als auch in den Dachformen mit Mansardwalmdach, Satteldach und Flachdach. Denkmalgeschützt sind die beiden Gebäude mit den Hausnummern 63 und 65.

Geschichte mini|Richtfest 1920 Die Initiative zur Errichtung des Naturfreundehauses ging von der im Jahr 1910 gegründeten Ortsgruppe Ludwigshafen der Naturfreunde aus. Diese verfolgte das Ziel, ein Ferienheim zu errichten, das Interessierten aus Ballungsräumen der Erholung von ihren oft prekären Wohn- und Arbeitsbedingungen dienen sollte. Die Suche nach einem passenden Standort wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen.

Am 19. Juli 1919 wurde das Riesbeckische Haus – die Bezeichnung geht auf die seinerzeitigen Eigentümer Georg und Maria Elisabeth Riesbeck zurück – in Harzofen aufgekauft. Im selben Jahr entstand bis 1921 ein Neubau. In der Zeit von 1926 bis 1929 wurde der benachbarte Falksche Bau erworben.

1933 wurde das Anwesen jedoch von den Nationalsozialisten enteignet und von da an als Gauheim genutzt; Eigentümer war fortan die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt. 1933 und 1934 erfolgte ein Ausbau; 1938 kam ein Treppenturm hinzu.

1945 fand eine Rückübereignung an die Naturfreunde statt. Im August 1948 kam es in den Räumlichkeiten des Hauses auf Vermittlung des späteren Ludwigshafener Oberbürgermeisters Werner Ludwig zu einem Treffen deutscher und französischer Studenten. Ein Jahr später wurde dort die erste Bundesversammlung der Naturfreunde abgehalten. 1960 wurden die Anlagen renoviert. Die Berlin-Blockade und der Mauerbau intensivierte die Beziehung zu Berlin, weshalb die Einrichtung in den folgenden Jahrzehnten häufig Bewohner dieser Stadt zu Erholungszwecken aufnahm. Als es in Hamburg 1962 zur Flutkatrastrophe kam, wurden viele daraufhin obdachlos gewordene Kinder vorübergehend im Naturfreundehaus einquartiert und dort versorgt.

Öffnungszeiten Das Naturfreundehaus Elmstein hat Mittwochs, Freitags, Samstags und Sonntags geöffnet.

Tourismus Direkt am Naturfreundehaus vorbei führt der Pfälzer NaturFreundeweg.

Literatur Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Kaiserslautern (PDF; 5,6 MB). Mainz 2023.

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Einzelnachweise

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