Ursula Elfriede Charlotte Birr-Zimmermann (* 22. Februar 1932 in Jannewitz, Provinz Pommern, heute Janiewice, Polen; † 19. November 2023 in Erfurt)Henryk Goldberg: Trauer um Ursula Birr – Erfurter Schauspielerin verstorben, Thüringer Allgemeine, 13. Dezember 2023Ursula Birr-Zimmermann, Trauer in Thüringen, 23. Dezember 2023 war eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin.

Leben

Nach der Flucht aus Westpommern blieb die Familie Birr in Güstrow. Ab 1949 ging Ursula Birr am Güstrower Theater zum Ballett. Am Erfurter Theater war sie ab 1953 als Tänzerin beschäftigt. Ursula Birr – Arbeitszeitennachweis 1 Von 1954 an besuchte sie die Schauspielschule Berlin. Ursula Birr – Zeugnis 1 Ursula Birr – Zeugnis 2 Von August 1957 bis zu ihrem Ruhestand 1992 war sie fest an den Städtischen Bühnen Erfurt als Schauspielerin engagiert. Ursula Birr – Arbeitszeitennachweis 2 Ursula Birr – Arbeitszeitennachweis 3

In Erfurt trat sie weiterhin unter ihrem Mädchennamen Ursula Birr auf. Hier blieb sie u. a. in der Rolle der Jeanne d’Arc in Die Jungfrau von Orleans, in der Titelrolle der Maria Magdalena von Friedrich Hebbel und als Frau von Stein in Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe dem Publikum besonders in Erinnerung.

Parallel zum Schauspiel wurde auf der Kleinen Bühne Kabarett aufgeführt, in dem Ursula Birr sich hauptsächlich gesanglich einbrachte. Aus dieser Sparte entwickelte sich später durch Anregung des Intendanten Bodo Witte das Kabarett Die Arche.

Weiterhin wirkte Ursula Birr in mehreren Fernsehfilmen mit und lieh mehrfach im Synchronstudio in Weimar Schauspielerinnen in ausländischen Filmen ihre Stimme.

Familie

1952 heiratete sie Wolfgang Zimmermann (1926–2019). Er war ebenfalls in Erfurt als Schauspieler engagiert und später als Inspizient beschäftigt. Aus der Verbindung ging der Sohn Florian (* 1952) hervor.

Filmografie (Auswahl) 1962: Die schwarze Galeere, Historienfilm (Bürgerin) – Regie und Drehbuch: Martin Hellberg 1967: Die Reise, Fernsehspiel (Renate Krüger) – Regie: Wilhelm Gröhl 1984: Überfahrt, Fernsehfilm – Regie: Fritz Bornemann 1988: Polizeiruf 110: Still wie die Nacht, Fernsehserie (Nachtschwester) – Regie: Hans-Joachim Hildebrandt

Synchronrollen (Auswahl) 1959: Sjö Mee-fen in Das Herz spielt mit (VR China) als Pöng Djau-ju 1961: Galina Frolowa in Operation Cobra (UdSSR) als Nina Iwanowa 1971: Stéphane Audran in Neun im Fadenkreuz (Frankreich, Italien) als Hélène Vallée 1977: Iren Psota in Eine sehr moralische Nacht (Ungarn) als Mutter

Hörspiele (Auswahl) 1971: Dimitar Dimow, Horst Heitzenröther: Tabak (2., 4. und 5. Teil) (Warwara) – Regie: Walter Niklaus (Hörspielbearbeitung – Rundfunk der DDR)ARD-Hörspieldatenbank (Tabak (5. Teil), Rundfunk der DDR 1971)

Theater (Auswahl) Städtische Bühnen Erfurt 1957: Heinrich Spoerl: Der Maulkorb (Die Billa) – Regie: Georg Leopold 1958: Frances Goodrich und Albert Hackett: Tagebuch der Anne Frank (Miep) – Regie: Arno Wolf 1958: Bertolt Brecht: Schweyk im Zweiten Weltkrieg (Kati, Freundin des Dienstmädchens) – Regie: Eugen Schaub (Deutsche Erstaufführung, Gastspiel und Fernsehaufzeichnung im Berliner Ensemble) 1958: Johann Wolfgang von Goethe: Götz von Berlichingen (Kammerfräulein der Adelheid) – Regie: Eugen Schaub 1958: Pavel Kohout: So eine Liebe (Majka) – Regie: Georg Leopold 1958: Jewgenij Schwarz: Rotkäppchen (Hase Weißohr) – Regie: Thomas Ruschin 1959: Hedda Zinner: Auf jeden Fall verdächtig (Hausmädchen) – Regie: Eugen Schaub 1959: William Shakespeare: Was ihr wollt (Maria, Olivias Kammermädchen) – Regie: Eugen Schaub 1960: Gerhart Hauptmann: Die Weber (1. Weberfrau) – Regie: Arno Wolf 1960: Chu Su-chen: Fünfzehn Schnüre Geld (Su shu-chuan) – Regie: Eugen Schaub (Deutsche Erstaufführung) 1960: Sergej Michalkow: Wie die Wilden (Vera Schubenkina) – Regie: Horst Ludwig 1960: Marion Menteuse: Eine kleine Traumfabrik (eine Dingskirchnerin) – Regie: Eugen Schaub 1960: I. Karnauchowa und L. Braussewitsch: Die feuerrote Blume (Hexe Baba Jaga) – Regie: Horst Ludwig 1961: Alexander Fredro: Mädchenschwüre (Klara) – Regie: Horst Ludwig 1961: Alexej Arbusow: Irkutzker Geschichte (Njura, Monteur) – Regie: Arno Wolf 1961: Bertolt Brecht: Leben des Galilei (Frau des Balladensängers) – Regie: Walter Beck 1961: Friedrich Schiller: Die Jungfrau von Orleans (Johanna d’Arc) – Regie: Eugen Schaub (Aufführung auf den Erfurter Domstufen) 1961: Heinrich von Kleist: Der zerbrochne Krug (Grete, Magd) – Regie: Klaus Martin Boestel 1961: Jewgenij Schwarz: Die Schneekönigin (Räubermädel) – Regie: Horst Ludwig 1962: Helmut Sakowski: Weiberzwist und Liebeslist (Trude Martens, Tochter des LPG-Vorsitzenden) – Regie: Horst Ludwig 1962: Erwin Strittmatter: Die Holländerbraut (Hanna Tainz, Tagelöhnerin – später Bürgermeisterin) – Walter Niklaus 1962: Oscar Wilde: Ein idealer Gatte (Lady Basildon) – Regie: Walter Niklaus 1962: K. M. Walló: Die Prinzessin mit dem goldenen Stern (Komteß Gloria) – Regie: Horst Ludwig 1962: Viktor Rosow: Die ewig Lebenden (Irina Borosdin) – Regie: Walter Niklaus 1963: Konstantin Simonow: Der Vierte (die Frau, die Er liebte) – Regie: Walter Niklaus 1963: Johann Nestroy: Der böse Geist Lumpacivagabundus (Reserl, Haushälterin) – Regie: Horst Ludwig 1963: Lajos Mesterházy: Das elfte Gebot (Murika, Frau des Schriftstellers) – Regie: Walter Niklaus 1963: Helmut Sakowski: Steine im Weg (Lisa Martin) – Regie: Horst Ludwig / Walter Niklaus 1963: William Shakespeare: Macbeth (Hexe) – Regie: Walter Niklaus 1964: Ewan MacColl: Unternehmen Ölzweig (Lampito aus Sparta) – Regie: Walter Niklaus 1964: Inge von Wangenheim: Professor Hudebraach (Toni Berger, Gesellschaftswissenschaftlerin) – Regie: Klaus Martin Boestel (Uraufführung) 1965: Curt Goetz: Das Haus in Montevideo (Marianne, Frau von Prof. Dr. Traugott Hermann Nägler) – Regie: Hans-Dieter Schlegel 1965: Viktor Rosow: Unterwegs (Ärztin) – Regie: Klaus Martin Boestel 1965: Bertolt Brecht: Mutter Courage und ihre Kinder (singendes Mädchen) – Regie: Walter Beck 1966: Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame (Frau des Ill) – Regie: Klaus Martin Boestel 1966: Claus Hammel: Um neun an der Achterbahn (Else Segebrecht) – Regie: Karl Gassauer 1966: Marcel Pagnol: Zum Goldenen Anker (Bürgersfrau) – Regie: Klaus Martin Boestel 1966: William Shakespeare: Ein Sommernachtstraum (eine Elfe) – Regie: Albert R. Pasch 1966: Carlo Goldoni: Der Diener zweier Herren (Beatrice) – Regie: Manfred Heine 1967: Claus Hammel: Ein Yankee an König Artus’ Hof (Dolly) – Regie: Dieter Wardetzki (Uraufführung) 1967: div. Autoren: Schlacht der Gewohnheit – Regie: Klaus Mertens (Kabarett Kleine Bühne) 1967: Henrik Ibsen: Hedda Gabler (Fräulein Juliane Tesman) – Regie: Andreas Scheinert 1967: Rainer Kirsch: Der Soldat und das Feuerzeug (Hexe) – Regie: Dieter Wardetzki (Uraufführung) 1968: Jean Baptiste Molière: George Dandin oder Der betrogene Ehemann (Frau von Sotonville) – Regie: Albert R. Pasch 1969: Walter Hasenclever: Ein besserer Herr (Frau Compass) – Regie: Andreas Scheinert 1969: Johann Nestroy: Einen Jux will er sich machen (Frau Gertrud, Wirtschafterin) – Regie: Andreas Scheinert 1969: Lew Ustinow: Stadt ohne Liebe (als Schwalbe) – Regie: Andreas Scheinert 1969: Jan Makarius: Drei weiße Pfeile (Ananida) – Regie: Karlheinz Welzel 1969: Hermann Kant: Die Aula (Dr. Fuchs) – Regie: Andreas Scheinert 1969: W. N. Bill-Bjelozerkowski: Sturm (Lehrerin) – Regie: Fritz Westphal 1970: Ellen Koch: Der liebe Gott hat Ausgang (Mutter von Matthias) – Regie: Andreas Scheinert 1970: Maria Clara Machado: Die gestohlenen Zwiebeln (Flori, die Katze) – Regie: Helga Mehner 1970: Siegfried Pfaff: Regina B – ein Tag in ihrem Leben (Gertrud Heyme) – Regie: Jörg Liljeberg 1970: Robert Thomas: Die acht Frauen (Augustine) – Regie: Karlheinz Welzel 1971: Peter Ensikat: Gavroche (Madame La Grange) – Regie: Detlef Espey 1971: Arnim Stolper: Zeitgenossen (Sekretärin) – Fritz Westphal 1971: Arthur Miller: Tod eines Handlungsreisenden (Linda Loman) – Regie: Detlef Espey 1971: Claus Hammel: Frau Jenny Treibel (Fräulein von Bomst) – Regie: Detlef Espey 1972: G. Nachutzrischwilli: Tschintschraka (Füchsin) – Regie: Karlheinz Welzel 1973: Bertolt Brecht: Herr Puntila und sein Knecht Matti (Telefonistin) – Regie: Dieter Steinke 1973: Wolfgang Kohlhaase / Rita Zimmer: Fisch zu viert (Charlotte Heckendorf) – Regie: Karlheinz Welzel 1973: Jewgenij Schwarz: Die verzauberten Brüder (Baba-Jaga) – Regie: Christoph Brück 1974: Peter Hacks: Die schöne Helena (Bacchis) – Regie: Dieter Steinke 1974: Helmut Baierl: Frau Flinz (Martha Flinz) – Regie: Dieter Steinke 1974: Heinz Kahlau: Der gestiefelte Kater (Bauersfrau) – Regie: Jürgen Gosch 1975: Bertolt Brecht: Die Dreigroschenoper (Spelunken Jenny) – Regie: Dieter Steinke 1975: Seán O’Casey: Purpurstaub (Souhaun) – Regie: Dieter Steinke 1976: Friedrich Hebbel: Maria Magdalena (Frau des Tischlermeisters Anton) – Regie: Peter Handke 1976: Heiner Müller (nach Fjodor Gladkow): Zement (3. Frau) – Regie: Ekkehard Kiesewetter 1976: Alfonso Sastre: Geschichte von der verlassenen Puppe (Ballonverkäuferin) – Regie: Alexej Resnik 1976: Charles De Coster: Till (Katheline) – Regie: Peter Sodann (DDR-Erstaufführung) 1976: Karlheinz Welzel: Ein unglaublich LIEDERlicher Abend – Regie: Karlheinz Welzel (Kabarett auf der Kleinen Bühne) 1977: Harald Gerlach / Karlheinz Welzel: Haltet den Typ „Beiträge zum Umweltsch(m)utz“ – Regie: Karlheinz Welzel (Kabarett auf der Kleinen Bühne) 1977: Peter Hacks: Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe (Frau von Stein) – Regie: Ekkehard Kiesewetter 1978: Maria Clara Machado: Die kleine Hexe, die nicht böse sein konnte (Chefhexe) – Regie: Barbara Abend 1979: Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker (Frl. Dr. Mathilde von Zahnd) – Regie: Ekkehard Kiesewetter 1979: Kazys Saja: Clemens oder Das Jahr des Stiers (Zamguliene) – Regie: Iwan Petrow 1980: Aristophanes: Lysistrate (Chorführerin) – Regie: Ekkehard Kiesewetter 1981: Frances Goodrich / Albert Hackett: Das Tagebuch der Anne Frank (Edith Frank) – Regie: Dieter Seidel 1981: Jürgen Gross: Match (Alte Frau) – Regie: Klaus Schleiff 1983: Dario Fo: Zufälliger Tod eines Anarchisten (1. Wachtmeister) – Regie: Eberhard Kube 1983: Joachim Knauth: Die Nachtigall (Hofmalerin) – Regie: Christine Krüger 1984: Heiner Maaß / Peter M. Schneider: Die drei Musketiere (Äbtissin) – Regie: Klaus Schleiff 1984: Federico Garcia Lorca: Bernada Albers Haus (Bernada Alba) – Regie: Bernd Keßler 1985: Alexander Galin: Retro oder Ich will zurück aufs Dach (Diana Wladimirowna Barabanowa) – Regie: Ekkehard Kiesewetter 1985: Heinrich Mann: Die traurige Geschichte von Friedrich dem Großen (Fürstin Galitzin / Kammerfrau) – Regie: Ekkehard Kiesewetter 1986: Tschingis Aitmatow / Kaltai Muhamedshanow: Aufstieg auf den Fudschijama (Aischa-Apa, Lehrerin) – Regie: Ekkehard Kiesewetter 1988: Peter Shaffer: Amadeus (Venticelli „Lüftchen“) – Regie: Ekkehard Kiesewetter 1989: Georg Kaiser: Zwei Krawatten (Dame/Passagier/Gast) – Regie: Klaus Schleiff 1991: William Shakespeare: Ein Sommernachtstraum (Elfe) – Regie: Matthias Brenner 1991: Heinrich von Kleist: Der zerbrochene Krug (Frau Brigitte) – Regie: Ekkehard Kiesewetter 1992: Klaus Stephan: Klappe zu – Affe tot (Lotte) – Regie: Klaus Stephan (Uraufführung) 1992: Alan Jay Lerner: My Fair Lady (Mrs. Pearce) – Regie: Frank Bernd Gottschalk

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Einzelnachweise

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