Das Amt Kuchenheim war ein Amt im Kreis Euskirchen in der preußischen Rheinprovinz und in Nordrhein-Westfalen. Es ging aus der Bürgermeisterei Kuchenheim hervor. Das Gebiet des Amtes gehört heute größtenteils zur Stadt Euskirchen.
Bürgermeisterei Kuchenheim
Das Gebiet des Amtes gehörte bis zur Franzosenzeit zum Amt Euskirchen im Herzogtum Jülich. Von 1798 bis 1814 standen alle linksrheinischen Gebiete unter französischer Herrschaft. Während dieser Zeit wurde nach französischem Vorbild die Mairie Kuchenheim eingerichtet, die zum Kanton Rheinbach im Arrondissement Bonn des Rhein-Mosel-Departements gehörte. Nachdem das Rheinland 1814 an Preußen gefallen war, wurde aus der Mairie die preußische Bürgermeisterei Kuchenheim, die 1816 zum neuen Kreis Rheinbach kam. Sie umfasste die Landgemeinden Flamersheim, Großbüllesheim, Kirchheim, Kleinbüllesheim, Kuchenheim, Niederkastenholz, Palmersheim, Roitzheim, Schweinheim, Stotzheim, Weidesheim und Wüschheim.
mini|Ehemaliges Bürgermeisteramt in Kuchenheim Amt Kuchenheim
Am Ende des Jahres 1927 wurde die Bezeichnung aller rheinischen Landbürgermeistereien in „Amt“ geändert.Gesetz über die Regelung verschiedener Punkte des Gemeindeverfassungsrechts vom 27. Dezember 1927: „Die Landbürgermeisterei in der Rheinprovinz führt hinfort die Bezeichnung Amt.“ Die Bürgermeisterei Kuchenheim hieß nun Amt Kuchenheim. Im Rahmen der preußischen Kreisreform vom 1. Oktober 1932 kamen die Gemeinden Esch und Straßfeld aus dem aufgelösten Kreis Rheinbach zum Amt Kuchenheim dazu.Amtsblatt der Regierung zu Köln 1932, Stück 41, S. 177 Am 5. Mai 1955 wurde die Gemeinde Esch in Dom-Esch umbenannt.Ministerialblatt für das Land Nordrhein-Westfalen 1955, Nr. 61, S. 819
Dem Amt gehörten zuletzt 14 Gemeinden an: Dom-Esch Flamersheim Großbüllesheim Kirchheim Kleinbüllesheim Kuchenheim Niederkastenholz Palmersheim Roitzheim Schweinheim Stotzheim Straßfeld Weidesheim Wüschheim
Das Amt Kuchenheim wurde am 1. Juli 1969 durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Euskirchen aufgelöst. Straßfeld wurde Teil der Gemeinde Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis; alle übrigen Gemeinden wurden in die Stadt Euskirchen eingegliedert.
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Quelle 1843 6.177 Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln 1845 1871 7.078 Gemeindeverzeichnis Rheinprovinz 1871 1885 7.456 Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland 1885 1910 8.084 1925 8.519 Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen, Band 13: Rheinprovinz, Berlin 1930 1939 9.529 1950 12.260 Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen) 1961 13.054
Einzelnachweise
Kuchenheim Kategorie:Geschichte (Kreis Euskirchen) Kategorie:Organisation (Euskirchen) Kategorie:Aufgelöst 1969