mini|hochkant|Naglergasse 23, einst Zum Goldenen Pflug mini|Palais Neupauer-Breuner mini|Palais Auersperg, 1721 Mittelrisalit nach Plänen von Neupauer mini|hochkant|Drahtgasse 3, „Zu den fünf Kronen“ Johann Christian Neupauer (* 19. Juli 1675Matriken Wien Schottenkirche, Taufbuch 1675, S. 537. in Wien; † 15. Dezember 1735Matriken Wien St. Stephan, Barleihbuch 15. Dez.1735: „Johann Christian Neupauer des Inneren Statt Raths, Stadt-Obristwachtmeister, im Unter Cammer-Amt am Hof an Schlagfluß, alt 59 Jahre“. Eintragung auch in der Schottenkirche, Sterbebuch 1735, S. 445. ebendort) war Wiener Stadtrat, Stadtkämmerer, Stadthauptmann und Bauunternehmer.
Der hohe Beamte der Stadt Wien ist den Kunsthistorikern ein Rätsel, er wird als Architekt bezeichnet, als Baumeister, als wichtiger Schüler der großen Johann Bernhard Fischer von Erlach und Johann Lucas von Hildebrandt, der noch über sie hinaus gegangen ist. Johann Christian Neupauer war kein Mitglied der Wiener Bauhütte, im Gegenteil. Er wurde zu einer hohen Strafe verurteilt, durfte keinen Bau hochführen, keine Maurer aufnehmen.
Die Forschungen zeigten, dass er baufällige Häuser den oft verschuldeten Besitzern abkaufte, damals bestehende steuerliche Vorteile nützte, und einige Jahre später, stand dort ein Palast. Das ist durch die angegebenen Quellen und Literatur belegt.
Leben Familie Georg NeupauerMatriken Wien St. Stephan, Barleihbuch 9. Nov.1691: „Conduct für Georg Neubauer, Bürger und Ehr-licher Gastgeb beim Goldenen Pflug in der Naglergasse, ist an Gall, Brust und Lungen-Katarrh verschieden, alt 67 Jahre“. und Frau Justina wohnten in der Naglergasse 23. Sie betrieben die Gastwirtschaft „Zum goldenen Pflug“ und hatten 5 Kinder, Elisabeth, Ignaz, Johann Thomas, Johann Christian und Peter.Paul Harrer: Wien, seine Häuser, Menschen und Kultur. 2. Band, II. Teil. S. 371. 1958.
Der Junggeselle Johann Christian heiratete am 22. Juli 1697 in der Schottenkirche Anna Maria Pichlerin, Tochter des Johann Pichler und der Eva aus Wiener Neustadt.Matriken Wien Schottenkirche, Trauungsbuch 1697, S. 208. 1698 verkauften sie gemeinsam das Haus an einen Gastwirt. Am 26. April 1712 starb Frau Anna Maria.Matriken Wien Schottenkirche, Sterbebuch 1712, S. 490. Den 26. April ist dem wohledel gestrengen Johann Christian Neybauer, des kaisl. Stadtguts femiorius? und Stadthauptmann sein Frau Anna Maria in sein Haus in der Naglergasse gestorben, alt 33 Jahr.
Als Witwer ehelichte er 1713 Anna Clara Wenighofer, Tochter des Johann Franz Wenighofer, Senior des Inneren Rats Johann Christian Neupauer wohnte Am Hof, im Unter-Kammer-Haus in einer Dienstwohnung.Kaiserlicher und Königlicher , wie auch erzherzoglicher und dero Residenz Stadt Wien, Staats- und Stands-Kalender auf das Jahr 1735. Der Innere Stadt-Rat. Wiener Stadtrat – Stadthauptmann – Stadtoberkämmerer Bestandsinhaber der kaiserlichen Accis (Zoll)−Gefälle in Ober- und Niederösterreich Schreiben des Kämmerers an den Stadtrichter von Steyr wegen Anweisung der Fleischhauer zur Einzahlung des schuldigen Accis und Republizierung der diesfalls ergangenen Patente. 14.07.1714Stadtarchiv Steyr Inv.Nr. AT 40201-AR 1-II-5-6-2985. Stift Altenburg 1716 Eine Quittung des Stadthauptmanns Johann Christian Neupauer über 560 fl., welche das Stift Altenburg statt 14 zu stellenden Rekruten bezahlte.Kathrin Kininger und Karin Winter, Stiftsarchiv Altenburg. Ordnung und Erschließung in Theorie und Praxis. Magisterarbeit Universität Wien, Wien 2008. Herrschaftsarchiv 087, Faszikel 6. Kaiserliche Hofkammer 17. Januar 1719 Kontrakt zwischen der kaiserlichen Hofkammer und Johann Christian Neupauer (Neubauer), Stadthauptmann und Oberkämmerer wegen Stellung von 2.500 Rekruten für die kaiserlichen Infanterieregimenter in Neapel und Sizilien,Österreichisches Staatsarchiv, Finanz- und Hofkammerarchiv, AT-OeStA/FHKA SUS KuR C-283
Architekt – Bauunternehmer – Bauspekulant Palais Neupauer-Breuner Vorgeschichte: Franz Kaspar Schäffner und Frau Maria Theresia verkauften ihr Haus „Am Hof 3/4“, damalige Nummer 320, am 2. Dezember 1711 dem Rat des Inneren Johann Christian Neupauer und Frau Anna Maria, nach deren Tod 1713 war er Alleinbesitzer. Er verkaufte es 1715 an den Arzt Suttner und Frau Barbara, um sich dafür in der Singerstraße 16 einen Stadtpalast, das Palais Neupauer-Breuner bauen zu lassen.
Reichsgraf Karl Josef de Souches verkaufte das (Vorgänger-)-Haus Singerstraße 16 1715 dem Rat des Innern und Stadtoberkämmerer Johann Christian Neupauer, der 1717 seine Frau Anna Clara , geb. Wenighofer zu sich schreiben ließ.
Palais Auersperg Hieronymus Marchese Capece di Rofrano beauftragte Johann Christian Neupauer 1721 als Architekt und Bauleiter des Palais Auersperg, Maurer aufzunehmen. Die tWiener Bauhütte forderte die Einstellung des Baues und die Abschaffung der Maurer gegen Androhung von hundert Gulden Strafe. Hier wird mit spezieller Anwendung auf Donato Felice d’Allio abgeleitet, dass ein Architekt keine Bauleitung oder Direktion kontraktweise übernehmen durfte.Erika Meneghini, Die Wiederentdeckung eines "verschollenen" Archivkonvolutes. Neue Erkenntnisse zur Baugeschichte und Ausstattung des Palais Rofrano-Auersperg in Wien. In: Wiener Jahrbuch für Kunstgeschichte 67 (2023), S. 85–123. Leopoldstädter Kaserne 1716 stellte der zuständige Graf Wolf Auersperg im Niederösterreichischen Landtag 1716 den Antrag an bestimmten Stellen, Kasernen zu errichten.Wiener Stadt- und Landesarchiv, Akten Kasernenbau.Rittmeister Johann Edler von Managetta-Lerchenau, Die Kaserne in der Leopoldstadt, in Monatsblätter des Alterthumsvereines Nr. 10, 1911. 11. Juni 1721 Johann Christian Neupauer, Stadt-Hauptmann, des Inneren Raths, lieferte Baumaterialien, wie Sand, Kalk, Ziegel, Bauholz, Stein und dergleichen um einen billigen Preis in die Leopoldstadt. Aufträge erhielten Donato Felice d’Allio, Kayserl. Fortifications-Baumeister, bezahlt wurden für seine Pläne 400 Gulden. Der Maurermeister Christian Alexander Oedtl, und die Steinmetzmeister Simon Sasslaber aus dem Kayserl. Steinbruch, und Andreas Steinböck, von Eggenburg. Drahtgasse 3 „Zu den fünf Kronen“ Für Drahtgasse 3 wurden 5 Parzellen zu einer Fassade zusammengefasst. Nr. 39, S. 31.
Literatur Salomon del. – Ioh. Aug. Corvinus sculps Kleiner, Faciada deß Gebäu Tit: Herrn Johann Christian Neupaurs deß Innern Raths und Stadt Hauptmann der Keyl: Residenz… Albert Ilg, Die Fischer von Erlach. Wien 1895 Die Fischer von Erlach. Mit Förderung des K. K. Ministeriums für Cultus und Unterricht – Leben und Werke Joh. Bernh. Fischer's von Erlach des Vaters (IA diefischervonerl00ilga) Fritz Pollak, Zwei Bauten des Johann Bernhard Fischer von Erlach. In: Fritz Hirsch, Zeitschrift für Geschichte der Architektur. S. 282 f., 1908. Joseph Neuwirth, Die Klosterneuburger Architektenfrage. In: Kunstgeschichtliches Jahrbuch der k.k. Zentralkommission für Erforschung .. der Denkmale. S. 32–44. Verlag Anton Schroll, Band II. Wien 1908. Im Vergleich zu Johann Christian Neupauer. Orsolya Bubryák, Investitionen eines Immobilienspekulanten aus dem 18. Jahrhundert. Information zur Bautätigkeit von Johann Christian Neupauer (1676–1735) in Wien. 2008.
Weblinks Helmuth Furch, Historisches Lexikon Kaisersteinbruch Band 2, 2004 Kaiserstein in Wien: Leopoldstädter Kaserne.
Einzelnachweise
Kategorie:Beamter (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Person (Wien) Kategorie:Geboren 1675 Kategorie:Gestorben 1735 Kategorie:Mann