mini|Michael Lodge (2018)

Michael W. Lodge (* vor 1980) ist ein britischer Politikwissenschaftler. Er leitete von Anfang 2017 bis Ende 2024 als Generalsekretär die Internationale Meeresbodenbehörde (ISA) in der jamaikanischen Hauptstadt Kingston.

Biographie Michael Lodge studierte zunächst Rechtswissenschaften an der University of East Anglia, wo er einen Bachelor of Laws erwarb, anschließend absolvierte er einen Masterstudiengang in marine policy an der London School of Economics. In der Folge erhielt er die Zulassung zur Anwaltskammer Gray’s Inn.

1991 wurde Lodge Rechtsberater bei der South Pacific Forum Fisheries Agency und verhandelte in dieser Zeit federführend für die Inselstaaten des Südpazifiks das Fischbestandsabkommen der Vereinten Nationen von 1995. 1996 wechselte er zur Internationalen Meeresbodenbehörde. Von 2004 an war er Berater für Nachhaltige Entwicklung bei der OECD. Von 2006 bis 2016 wirkte er als unabhängiger Schiedsrichter beim Marine Stewardship Council. Von 2011 bis 2016 war Lodge Mitglied des Global Agenda Council on Oceans des Weltwirtschaftsforums.

Im Oktober 2007 wurde er Stellvertreter des Generalsekretärs der Internationalen Meeresbodenbehörde, des Ghanaers Nii Allotey Odunton. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Schaffung und Umsetzung der ersten internationalen Regulierungsregelung für den Meeresbodenbergbau. Er trug auch zur Sicherung der weltweiten Fischbestände bei, indem er den Prozess der Gründung der Fischereikommission für den westlichen und mittleren Pazifik vom Konzept bis zu ihrer Einrichtung als größte regionale Fischereiorganisation der Welt leitete. Darüber hinaus unterstützte er maßgeblich die Pew Charitable Trusts bei der Einrichtung der Global Ocean Commission.

Im Juli 2016 wurde Lodge zum Nachfolger Oduntons als Generalsekretär für die Periode 2017 bis 2020 gewählt. Schwerpunktmäßig leitete Lodge die Verhandlungen über den ersten internationalen Rechtsrahmen für den Tiefseebergbau in Meeresregionen, die nicht unter nationaler Hoheit stehen. Ihm wird vorgeworfen, dass er den Beginn des Tiefseebergbaus forciere, ohne dass mögliche Gefahren ausreichend erforscht seien, und dass beim ihm eine zu große Nähe zu Industrieinteressen bestünden. Im Zentrum der Diskussionen steht der Abbau sogenannter Manganknollen, die Metalle wie Mangan, Kobalt, Kupfer und Nickel enthalten, die beispielsweise für die Herstellungen von Akkumulatoren benötigt werden.

Im August 2024 wurde Leticia Carvalho als Lodges Nachfolgerin zur Leiterin der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) für die Periode 2025 bis 2028 gewählt.

Positionen Lodge bekennt sich zu den Prinzipien der International Gender Champions, die ein geschlechtergerechtes Verhalten in internationalen Organisationen fördern.https://www.isa.org.jm/the-secretary-general/ abgerufen am 29. Juli 2024

Auszeichnungen 2007 Associate Fellow am Chatham House, London 2012 Visiting Fellow am Somerville College, Oxford

Publikationen (Auswahl)

Weblinks Kurzporträt auf der Webpräsenz der Internationalen Meeresbodenbehörde Video von The Japan Institute of International Affairs: COLP2021 Keynote Speech - Michael Lodge, Secretary-General, ISA, eingestellt am 13. Mai 2021 Video von WoodrowWilsonCenter: A Conversation with Michael Lodge, Secretary General of the International Seabed Authority, eingestellt am 29. November 2023 Eintrag bei ResearchGate Profil bei Scopus

Einzelnachweise

Kategorie:Geboren im 20. Jahrhundert Kategorie:Völkerrechtler (21. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der London School of Economics and Political Science Kategorie:Funktionär der Vereinten Nationen Kategorie:Generalsekretär der Internationalen Meeresbodenbehörde Kategorie:Brite Kategorie:Mann Kategorie:Wirtschaftsrechtler (21. Jahrhundert)